https://www.mineraliengrosshandel.comhttps://www.chiemgauer-mineralien-fossiliensammler.de/https://crystalparadise.de/

Autor Thema: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen  (Gelesen 4516 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline giantcrystal

  • ******
  • Beiträge: 2.356
Hallo aus Mittelfranken

Seit einigen Jahren (!) befinden sich in meiner Sammlung einige sehr schöne Hexahydritkristalle aus Allchar / Makedonien, die mir damals freundlicherweise von Alouis Lechner überlassen wurden.

Bisher haben sie sich wider Erwarten gut gehalten, nun muß ich aber doch feststellen, das sie allmählich zu weissen Pulver - vermutlich Starkeyit - zerfallen.

Um diese wirklich schönen und außergewöhnlichen Kristalle - meist tritt Hexahydrit nur als weiße pulvrige Massen oder faserig auf - wenigstens ein wenig der Vergänglichkeit zu entreissen, möchte ich hier zwei Bilder posten, die auch gerne von kundigeren Händen als meinen in das Lexikon übernommen werden dürfen

Glück Auf

Thomas

 

Offline loismin

  • ******
  • Beiträge: 3.196
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #1 am: 29 Jun 16, 15:08 »
Hallo Thomas.

Ja, ist sehr schade drum, meien haben auch schon ganz den Geist aufgegeben , Leider !!


Lois

Offline Fabian99

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.454
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #2 am: 29 Jun 16, 15:36 »
Hallo,

ich habe gerade im Netz etwas gesucht, danach soll das Material zwischen 42 und 52% rFeuchte stabil sein.
Quelle: http://193.175.110.91/salzwiki/index.php/Hexahydrit

Der Bereich ist meines Wissens gleich der Feuchte über einer gesättigten BaNitrat-Lösung (oder war es CaNitrat?) bei ziemlich genau 50%.

Vielleicht lassen sich so die Flecken wieder mildern!

MfG

Offline Pit

  • *
  • Beiträge: 45
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #3 am: 29 Jun 16, 15:41 »
Hallo,

schade um die wunderschönen Kristalle. Bei dem Thema möchte ich gern mal aufsetzen, da das Thema vielleicht auch allgemein interessant ist.

Meine seidenglänzenden Epsomite aus Bad Freienwalde haben sich nach 2 Jahren leider auch aufgelöst. Ich nehme an, dass bei Hexahydrit auch Entwässerung die Ursache ist? Gibt es da keine Möglichkeit (z.B. mit einem Glasdom) den Zerfall aufzuhalten? In so einem Glasdom sollte doch die Luftfeuchtigkeit gleichbleibend sein, oder führen die natürlichen Temperaturschwankungen trotzdem zu einem (verlangsamten) Verfall?

Ich hatte mal überlegt, ob man irgendwie (z.B. mit einem feuchten Schwämmchen oder wassergesättigtem Silikagel) eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit erreichen kann, aber das haben wahrscheinlich schon andere (erfolglos) versucht...

ciao
pit

Offline guefz

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5.862
  • Just hanging around...
    • GüFz aus MYK
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #4 am: 29 Jun 16, 17:55 »
Hallo Thomas,

mach die Fotos nochmal ohne deine Hände vor einem neutralen Hintergrund, dann können wir das auch ins Lexikon packen.

Günter

Offline Uwe Kolitsch

  • Sponsor 2025
  • *
  • Beiträge: 3.356
    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #5 am: 30 Jun 16, 09:32 »
Die Hände stören nicht, finde ich.

Offline Hg

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 3.116
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #6 am: 30 Jun 16, 15:53 »
Da stimme ich Günter zu. Neutraler Hintergrund und keine Finger  ;)

Gruss,
Andreas

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #7 am: 05 Jul 16, 04:47 »
Moin

Es ist durchaus Möglich, den Zerfall aufzuhalten, sofern er durch Entwässerung bedingt ist: Dazu müssen die entsprechenden Kristalle lediglich über der entsprechenden Mutterlauge (= gesättigte Lösung des entsprechenden Salzes) gelagert werden. Über der Lösung stellt sich automatisch die nötige Luftfeuchtigkeit ein. Natürlich muss das System geschlossen sein und bleiben. Die bereits zerfallenen Bereiche werden auf diese Weise jedoch nicht regeneriert, was kaputt ist, ist kaputt. Der Sache sind letztlich auch Grenzen gesetzt, wenn z.B. die Minerale nur unter erhöhtem Druck oder anderen speziellen Bedingungen wie Phasenumwandlung gebildet werden, aber alles, was unter Normalbedingungen (= ~ 1atm, 0-40°C) aus einer wässrigen Lösung wächst, kann so stabilisiert und aufbewahrt werden. Seit einiger Zeit bewahre ich so einen synthetischen (= selbstgezüchteten) Mangansulfatkristall vor dem Zerfall.

Ah, ich lese gerade in Franks Link, das Hexahydrit so ein spezieller Fall ist, wo das mit der Mutterlauge wohl nicht klappen wird, da es normalerweise bei rund 50°C gebildet wird. Hier müsste die Lösung also auch die passende Temperatur haben und natürlich für die Dauer der Lagerung auch halten. Das ist recht unpraktisch. Da das Mineral aber zwischen 42 und 51% rel. Feuchte stabil ist, kann ein geschlossener Behälter schon helfen. Und wenn sich über Bariumnitrat- oder Calciumnitratlösung die passende Luftfeuchte einstellt, wäre diese der perfekte Ersatz für die Mutterlauge.

Offline Fabian99

  • inaktiver User
  • ******
  • Beiträge: 1.454
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #8 am: 05 Jul 16, 08:54 »
Kannst mir ruhig vertrauen, die Lösung dient als Referenz bei Lagerversuchen im Exsikkator ;-) Meine Erfahrung - zumindest bei CuSO4 - ist, dass die Trübungen, vermutlich durch die Wirkung des Kristalls als Keim, reversibel sein kann.

Nachtrag: Bastelanleitung für Vitrinen: http://cool.conservation-us.org/waac/wn/wn13/wn13-1/wn13-106.html
Nachtrag zum Nachtrag: Handbook of Chemistry and Pysics, 15-25, Constant Humidity Solutions:
Lösung CaNO3*4H2O im Bereich von 10°C bis 30°C liefert 51%rF. Andere Werte liefere ich gerne auf Nachfrage.
und im Netz
https://getty.edu/conservation/publications_resources/pdf_publications/pdf/wall_paintings.pdf#page=140

LG
« Letzte Änderung: 05 Jul 16, 10:23 von Fabian99 »

Offline cmd.powell

  • ******
  • Beiträge: 1.356
  • Calcit vom Winterberg, Harz
Re: Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
« Antwort #9 am: 06 Jul 16, 04:26 »
Moin Frank

Ich glaube Dir ja, allerdings hat das mit dem reversibel bei mir - leider - noch nie funktioniert. Hängt vielleicht bzw. wahrscheinlich auch davon ab, wie "kaputt" der Kristall ist: Wenn da schon das weiße Pulver runterrieselt hilft sicher nichts mehr...

Das PDF mit den Lösungen und den Luftfeuchtigkeiten ist eine gut Hilfe, damit dürfte man so einige Salze stabilisiert bekommen. Mein "Vitrine" ist derzeit ein handelsübliches Einmachglas. Günstig, luftdicht und es gibt verschiedene Größen, da ja letztlich jedes Salz seine eigene Umgebung benötigt. Wichtig sind die passenden Einkochklammern, damit der Deckel luftdicht auf das Gummi gepresst wird.