Moin
Es ist durchaus Möglich, den Zerfall aufzuhalten, sofern er durch Entwässerung bedingt ist: Dazu müssen die entsprechenden Kristalle lediglich über der entsprechenden Mutterlauge (= gesättigte Lösung des entsprechenden Salzes) gelagert werden. Über der Lösung stellt sich automatisch die nötige Luftfeuchtigkeit ein. Natürlich muss das System geschlossen sein und bleiben. Die bereits zerfallenen Bereiche werden auf diese Weise jedoch nicht regeneriert, was kaputt ist, ist kaputt. Der Sache sind letztlich auch Grenzen gesetzt, wenn z.B. die Minerale nur unter erhöhtem Druck oder anderen speziellen Bedingungen wie Phasenumwandlung gebildet werden, aber alles, was unter Normalbedingungen (= ~ 1atm, 0-40°C) aus einer wässrigen Lösung wächst, kann so stabilisiert und aufbewahrt werden. Seit einiger Zeit bewahre ich so einen synthetischen (= selbstgezüchteten) Mangansulfatkristall vor dem Zerfall.
Ah, ich lese gerade in Franks Link, das Hexahydrit so ein spezieller Fall ist, wo das mit der Mutterlauge wohl nicht klappen wird, da es normalerweise bei rund 50°C gebildet wird. Hier müsste die Lösung also auch die passende Temperatur haben und natürlich für die Dauer der Lagerung auch halten. Das ist recht unpraktisch. Da das Mineral aber zwischen 42 und 51% rel. Feuchte stabil ist, kann ein geschlossener Behälter schon helfen. Und wenn sich über Bariumnitrat- oder Calciumnitratlösung die passende Luftfeuchte einstellt, wäre diese der perfekte Ersatz für die Mutterlauge.