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Hexahydritkristalle - der Vergänglichkeit entrissen
Uwe Kolitsch:
Die Hände stören nicht, finde ich.
Hg:
Da stimme ich Günter zu. Neutraler Hintergrund und keine Finger ;)
Gruss,
Andreas
cmd.powell:
Moin
Es ist durchaus Möglich, den Zerfall aufzuhalten, sofern er durch Entwässerung bedingt ist: Dazu müssen die entsprechenden Kristalle lediglich über der entsprechenden Mutterlauge (= gesättigte Lösung des entsprechenden Salzes) gelagert werden. Über der Lösung stellt sich automatisch die nötige Luftfeuchtigkeit ein. Natürlich muss das System geschlossen sein und bleiben. Die bereits zerfallenen Bereiche werden auf diese Weise jedoch nicht regeneriert, was kaputt ist, ist kaputt. Der Sache sind letztlich auch Grenzen gesetzt, wenn z.B. die Minerale nur unter erhöhtem Druck oder anderen speziellen Bedingungen wie Phasenumwandlung gebildet werden, aber alles, was unter Normalbedingungen (= ~ 1atm, 0-40°C) aus einer wässrigen Lösung wächst, kann so stabilisiert und aufbewahrt werden. Seit einiger Zeit bewahre ich so einen synthetischen (= selbstgezüchteten) Mangansulfatkristall vor dem Zerfall.
Ah, ich lese gerade in Franks Link, das Hexahydrit so ein spezieller Fall ist, wo das mit der Mutterlauge wohl nicht klappen wird, da es normalerweise bei rund 50°C gebildet wird. Hier müsste die Lösung also auch die passende Temperatur haben und natürlich für die Dauer der Lagerung auch halten. Das ist recht unpraktisch. Da das Mineral aber zwischen 42 und 51% rel. Feuchte stabil ist, kann ein geschlossener Behälter schon helfen. Und wenn sich über Bariumnitrat- oder Calciumnitratlösung die passende Luftfeuchte einstellt, wäre diese der perfekte Ersatz für die Mutterlauge.
Fabian99:
Kannst mir ruhig vertrauen, die Lösung dient als Referenz bei Lagerversuchen im Exsikkator ;-) Meine Erfahrung - zumindest bei CuSO4 - ist, dass die Trübungen, vermutlich durch die Wirkung des Kristalls als Keim, reversibel sein kann.
Nachtrag: Bastelanleitung für Vitrinen: http://cool.conservation-us.org/waac/wn/wn13/wn13-1/wn13-106.html
Nachtrag zum Nachtrag: Handbook of Chemistry and Pysics, 15-25, Constant Humidity Solutions:
Lösung CaNO3*4H2O im Bereich von 10°C bis 30°C liefert 51%rF. Andere Werte liefere ich gerne auf Nachfrage.
und im Netz
https://getty.edu/conservation/publications_resources/pdf_publications/pdf/wall_paintings.pdf#page=140
LG
cmd.powell:
Moin Frank
Ich glaube Dir ja, allerdings hat das mit dem reversibel bei mir - leider - noch nie funktioniert. Hängt vielleicht bzw. wahrscheinlich auch davon ab, wie "kaputt" der Kristall ist: Wenn da schon das weiße Pulver runterrieselt hilft sicher nichts mehr...
Das PDF mit den Lösungen und den Luftfeuchtigkeiten ist eine gut Hilfe, damit dürfte man so einige Salze stabilisiert bekommen. Mein "Vitrine" ist derzeit ein handelsübliches Einmachglas. Günstig, luftdicht und es gibt verschiedene Größen, da ja letztlich jedes Salz seine eigene Umgebung benötigt. Wichtig sind die passenden Einkochklammern, damit der Deckel luftdicht auf das Gummi gepresst wird.
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