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Ungewöhnlicher Brauneisenstein

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Angler:
Hallo liebe Gemeinde,

habe hier eine – wie ich meine – ungewöhnliche „Kiesgalle“. Normalerweise sind unsere brandenburgischen Gallen mehrschalig und enthalten einen gelblich ockerfarbenen „Puder“.
Diese hier hat nur eine Schale, die mit 3mm Dicke ungewöhnlich stark ist. Einschalige Gallen kommen aber schon mal vor, allerdings hatte ich noch nie eine in Händen, welche nach dem Aufschneiden statt des gelblichen Puders, eine hellgraue, homogene Masse enthielt.
Die Masse reagiert heftig mit Salzsäure, also Kalk bzw. sehr kalkreich.

Da im Netz die mineralische Zusammensetzung von Brauneisenstein sehr unterschiedlich angegeben wird und kaum bzw. gar nicht zwischen der „Rinde oder Schale“ und dem „Einschluss oder Kern“ unterschieden wird, hoffe ich, dass mich hier unsere Experten wiedermal entscheidend weiterhelfen helfen werden. Wenn ich es richtig verstehe, dann sollte es sich hier eher um einen Braueisenstein (Brauneisenkonkretion, Limonitsandstein, Limonitkonkretion) handeln, weil sogen. Toneisensteine kaum in großen Mengen im Brandenburger Kiesgruben vorkommen sollten. Allerdings müsste doch dann, der Kern aus Limonit bestehen und nicht aus Kalk, oder?

Noch eine letzte Frage: „Gehe ich recht in der Annahme, dass der Gallenkern, sobald er an die Oberfläche gelangt und durch das Reißen der Schale Luftzufuhr erfährt, eine chemische „Metamorphose“ durchmacht?“ ???

Der Stein war in seinem Fundzustand vollkommen geschlossen und hatte auch keine Risse. Er stammt aus einer Kiesgrube bei Berlin, ist ca. 30 x 30 x 25mm groß und wiegt 24g (im abgebildeten. Zustand). Die Farbe des Kerns war nach dem Durchschneiden gleichmäßig hellgrau, die Masse etwas schmierig und nicht hart. Der Stein liegt etwa seit 10 Tagen aufgeschnitten und seitdem verfärbt sich der Kern von außen nach innen bräunlich, mit seinem Trocknungsprozess, wie ich vermute. Das Scan Bild gibt die tatsächliche Farbe z.Z. recht gut wieder.     
Die tiefdunkelbraune Farbe der „Schale“ geben die Fotos gut wieder.

MfG
Michael

Angler:
Hier noch zwei Fotos.

Angler:
Hallo liebe Gemeinde,

habe ich was falsch gemacht? Steht dieser Beitrag vielleicht im falschen Forum? Kann doch nicht sein, dass keiner der Experten dazu eine Meinung hat oder sind meine Fragen so blöd, dass sich eine Antwort dazu verbietet? ::)

Klitzekleiner Hinweis wäre nett und ich höre sofort auf zu nerven. ;D

MfG
Michael

Conny3:
Hallo,

das ist eine Limonitknolle. Kommt häufig in Geschieben vor. Evtl. weiß es jemand noch genauer. Siehe unter Limonitknolle nach.

Gruß Conny

Angler:
Hallo Conny,
ja, dass weis ich doch. ::) Du hast den Eingangsbeitrag nicht gelesen, oder? Die Frage ist, wie in den Brauneisenstein oder von mir aus Limoniteisenstein Kalk hineinkommt?  Wenn ich jetzt alles richtig verstanden habe, dann besteht die "Schale" aus Limonit (FeO(OH)·nH2O).
Dadrin müsste dann doch "gelber Puder"(Eisenocker = Eisen(III)-oxidhydrate) eine sogen. Variante von Limonit sein. Ist aber nicht. ;D

Das ist eben das ungewöhnliche oder kann Kalk bzw. ein Kalkgemisch sich zu Limonit "umwandeln". das ist die Frage Conny.

MfG
Michael

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