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Diamantsägeblatt nur außen mit Diamanten belegt?

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Klaus Schäfer:
Hallo Andreas,

Bei mechanisch gebundenen Scheiben wird eine Blechplatte mehrfach radial bis zu einer Tiefe von etwa 1 cm geschlitzt. In die Schlitze kommt Diamant in einer adhäsiven Mischung. Dann presst eine Zange zwischen die Schlitze, wodurch die Schlitze selbst zugepresst werden und den Diamant nun mechanisch halten. Erkennbar sind diese Scheiben nun an ihrer seitlichen Riffelung im Schnittbereich.

Diese Scheiben nutzen wir in Idar-Oberstein zum Schneiden fast aller Materialien. Bei sachgerechter Handhabe halten auch diese Scheiben sehr lang, sind aber weitaus günstiger.

Gruß von Klaus

Andreas Schmid:
Hallo Klaus

ich war zwar lange in der Produktentwicklung für Super Abrasives aber diese Art der Kornbindung ist mir im industriellen Bereich nie untergekommen. Interessante wenn auch doch ein wenig eigenwillige Art der Bindung.

Ad Michael.

Grundsätzlich gibt es im Bereich der Super Abrasives (Diamant und CBN) 3 Bindungsarten: Galvanisch, Metall und Keramik.
Galvanische Scheiben sind von Ihrer Eigenart nicht dazu konzipiert sich zu schärfen. Daher kann man sie auch nicht abrichten. Keramisch gebundene Scheiben werden abgerichtet und nutzen sich ab. Das führt dazu dass immer frisches (schneidfähiges Korn) nachkommt. Abrichten tut man Scheiben IMMER mit galvanisch gebundenen Scheiben da sie einerseits die Form halten (die präzisesten sind) und andererseits die robustesten. Metallgebundene Scheiben sind ein Mittelding. Sie sind einfacher in der Herstellung (verglichen mit galvanischen) und daher billiger. Sie halten leidlich die Form und schärfen sich sehr bedingt nach. Die Schleifkörper werden gesintert und bei den hochwertigen Scheiben meist geklebt. Auch schweißen und löten sind ein Thema. Die Art der Bindung an den Schleifkörper ist aber kein Qualitätskriterium. Metallisch gebundene Scheiben sind nicht zum Abrichten konzipiert.
Jetzt zu Deinem Problem. Warum die Scheiben nicht mehr schnittig sind liegt meist am Schleifkorn. Zu meiner Zeit gab es hunderte verschieden Qualitäten von Diamant. (ich spreche nicht von der Größe)  Es gibt einerseits schnittiges Korn das sich schneller abnutzt dafür aber einen sehr schnellen Vorschub ermöglicht und es gibt runderes Korn das eine längere Standzeit bietet. Natürlich gibt es die verschiedensten Zwischenstufen. Je schnittiger und langlebiger umso teurer. Aber wie so oft gibt es hier leider keine Kombination die beide Vorteile zu 100% vereint. Die beiden Kriterien widersprechen sich leider.  Da (abgesehen von der Präzision) die Produktion der Schleifkörper und der Scheibe nicht der größte Preistreiber ist wird meist bei den Diamanten gespart.
Man kann daher davon ausgehen dass gute Qualität (Standzeit oder Schnittigkeit !!!) immer mit einem entsprechend höheren Preis verbunden ist. Da ich bei Tyrolit war kenne oder kannte ich nur diese Produkte wirklich genau. Effgen war ein eher durchschnittlicher Mitbewerb. Hahn kenn ich nicht. Egal was du kaufst spare nicht beim Geld. Wir hatten Billigscheiben von Mitbewerbern getestet die nach ein paar Schnitten stumpf waren. ( manche sogar beim Zweiten). Aber wenn du dir eine teure Scheibe kaufst wirst du fast immer viele Jahre Freude damit haben und unterm Strich billiger gekauft haben. Zum Abschluss noch der Hinweis dass natürlich für deine Zwecke nur metallgebundene Scheiben in Frage kommen. Abgesehen von den "mechanisch gebundenen" die in der Industrie keine Rolle spielen und ich daher nicht kenne.

LG
Andreas

Harzsammler:
Hallo Andreas,

bei meiner oben gezeigten Scheibe habe ich das Problem dass sich nur eine dünne Schicht mit Diamantkörnern auf dem Stahl befindet.
(In der Art wie auf den galvanisch gebundenen Diamantschleifpads)
Diese hat sich nun nach kurzen Gebrauch stirnseitig teils abgearbeitet und das Blatt schneidet jetzt auf dem blanken Stahl, was natürlich so nicht funktioniert. Angepriesen war das Blatt jedoch als mit gesinterten Schneidrand, was es aber definitiv nicht ist, so dass ich hier quasi beschissen wurde.

Jahrelang habe ich ein kostengünstiges Blatt mit gesinterten Schneidrand in Bronzebindung (Durchmesser 250mm x 1,5mm) gefahren was mir recht viel Freude bereitet hat.
Da dieses Blatt sich nach langen Einsatz abgearbeitet hatte, habe ich nun die Säge etwas vergrößert und ein 350mm Blatt eingesetzt mit oben gezeigten Ergebnis.

Kostenmäßig soll die Sache natürlich im Rahmen bleiben und Achate o.ä. schneide ich sehr selten. Für mich ist ein gesintertes Sägeblatt völlig ausreichend, aber es sollte halt dann schon einen vollen Sinterrand haben und nicht nur mit ein paar Diamanten überzuckert sein.

Kann ich bei diesen Angeboten davon ausgehen, dass die Sägeblätter einen vollen Sinterrand haben?...

http://www.ebay.de/itm/261873605504?_trksid=p2060353.m1438.l2649&var=561218073340&ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT

http://www.ebay.de/itm/162108941939?_trksid=p2060353.m1438.l2649&var=461070220084&ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT

Grüße,
Michael

dendrocopos:
Hallo Michael,
ohne hier Schleichwerbung machen zu wollen kann ich Dir folgende Adresse emfehlen: http://www.vdiamant.de/ Die Firma gehört Herrn Vollstädt. Den älteren Sammlern aus dem Osten Deutschlands sollte er durch verschiedene mineralogische Publikationen bekannt sein. Also jemand, der weiß was bei Hobbyschneidern benötigt wird. Du kannst dort anrufen und genau Dein Blatt bekommen. Als mir mal ein Blatt zu Bruch gegengen ist, wurde es kommentarlos umgetauscht. Problematisch sehe ich allerdings deine Fliesenschneidemaschine. Diese hat eigentlich viel zu hohe Umdrehungen um Minerale zu schneiden. Speziell bei Quarzen und handgeführten Stücken führt dass zwangsläufig zu raschen Unwuchten im Blatt.

Glückauf!
Frank

Harzsammler:
Hallo Frank,

danke für den interessanten Link!

Und keine Angst, ich nutze keine Fliesenschneidmaschine.
Es ist ein robustes Gerät, das aktuell mit 900U/min läuft und direkt in den Schneidspalt gekühlt wird.

Grüße,
Michael

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