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Autor Thema: Kalkstein aus Geschiebe  (Gelesen 3226 mal)

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Offline Angler

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Kalkstein aus Geschiebe
« am: 30 Jan 17, 14:21 »
Hallo liebe Gemeinde,

wende mich heute mit zwei Fragen an Euch:

1.Wie erklärt sich der „satte dunkelbraune Farbton“ des Kalksteins?
2.Wie erklärt sich, dass bei Schnitten (m. Diamantscheibe) und dem Anschleifen mit Sandpapier (120er), die Schliffe sich anschließend hellgrau verfärben?

Zum Gegenstand: Kalkstein (kleine Bruchstücke werden von 25%iger Essigsäure problemlos aufgelöst), Abmessungen etwa  15 x 10 x 22mm (BxTxH), Gewicht 4g, Dichte rund 1,6 g/qcm, Farbe: nach einfacher Säuberung im Fundzustand allseitig ein helles „schmutziges“ Gelb, bis auf die Rückseite, an der schwärzliche Stellen deutlich sichtbar waren (siehe 1.Foto, schoko-7), an der Bruchstelle (nach Hammerschlag) und außerhalb der angewitterten Randzone eine satte schokoladenbraune Farbe (siehe Foto2, schoko-5). Fundort ist eine Kiesgrube nahe Berlin.

Dann habe ich den Stein hinter der Bruchstelle mit einem Dremel durchgeschnitten, um eine ebene Fläche für einen Scan zu erhalten. Bereits nach dem Diamantschnitt war diese plötzlich hellgrau („typisches“ Kalkgrau). Anschließendes Schleifen der Schnittfläche mit Sandpapier (auch nass) änderte die Farbe nicht mehr (siehe Foto3, schoko-3). Nur die mechanisch unbelasteten Bruchstellen des Steins zeigen noch immer die schöne dunkelbraune Farbe (siehe Foto4, schoko).

Ich habe schon einige Tage gesucht, aber leider keine wirkliche Erklärung hierfür gefunden. Nun hoffe ich, dass Ihr mir wieder einmal helfen könnt. ???

Viele Grüße
Michael

P.S.: Habe versucht, die Bilder so klein wie möglich zu bekommen, dabei hat leider die Schärfe etwas gelitten. Hoffe, Ihr könnt trotzdem noch genug erkennen.

Offline Angler

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Re: Kalkstein aus Geschiebe
« Antwort #1 am: 30 Jan 17, 14:24 »
hier noch das vierte Bild!

Online oliverOliver

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Re: Kalkstein aus Geschiebe
« Antwort #2 am: 30 Jan 17, 15:48 »
die dunkle Farbe ist nicht vom Kalkstein selbst, sondern da haben sich in Rissen (entlang denen der Stein dann zerbrach) Mn- und/oder Fe-Oxide angelagert.

Offline Angler

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Re: Kalkstein aus Geschiebe
« Antwort #3 am: 30 Jan 17, 16:55 »
Hallo Oliver,

ist es denkbar, dass diese Metalloxide durch Wärmezufuhr (Trockenschnitt mit Diamantscheibe) und/oder Zufuhr von Silikaten (Sandpapier) wieder vom Kalk trennen?

MfG
Michael

Online oliverOliver

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Re: Kalkstein aus Geschiebe
« Antwort #4 am: 30 Jan 17, 18:33 »
nein, daran liegts nicht -
du schreibst ja, dass du den Stein hinter der Bruchstelle geschnitten hast -
dort ist eben homogener Kalkstein ohne Oxide. Diese bilden ja nur einen ganz dünnen Überzug/Belag, und das auch nur dort, wo entlang haarfeiner (und oft von außen garnicht sichtbarer) Risse Wasser eindringen konnte, in welchem die entsprechenden Stoffe enthalten waren.

Offline Angler

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Re: Kalkstein aus Geschiebe
« Antwort #5 am: 30 Jan 17, 20:05 »
Ah, jetzt verstehe ich. Dann vielen Dank für die Aufklärung und beste Grüße ins schöne Österreich.

MfG
Michael

Offline stoanklopfer

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Re: Kalkstein aus Geschiebe
« Antwort #6 am: 31 Jan 17, 06:41 »
Eine Verwitterungs-"Kruste", die von feinen Rissen ausgeht, die Lösungen (Sickerwasser z.B.) transportiert haben. Die Kruste entsteht auch an der Oberfläche, hier meistens dicker, da stärker exponiert.

Offline Angler

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Re: Kalkstein aus Geschiebe
« Antwort #7 am: 31 Jan 17, 15:32 »
Hallo Volkmar,

ja, Ihr habt natürlich beide 100%ig recht. Nach dem Aufschlagen bin ich als Laie unwillkürlich davon ausgegangen, dass die „Schokolade“ als homogene Masse nur vom hellen Kalk umgeben (als „Rinde“) ist. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, mal an der „Schokolade“ zu kratzen.

Nach den Hinweisen von Oliver habe ich das sofort nachgeholt und siehe da, nur eine ganz dünne Schicht. Dass der Stein beim Draufhauen entlang seiner schon vorhandenen Risse zerbricht, ist auch nur logisch.

Man ist als Mineralien-Laie auch wirklich manchmal zu dämlich (ich meine mich). Aber noch mal wird mich kein Kalksteinchen aus meiner Kiesgrube so leicht hinter die Fichte führen, also zumindest nicht mit diesem „Trick“. ;D

Danke nochmals für Eure Hilfe, habe wieder was gelernt!

MfG
Michael