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Wettbewerb bester Eigenfund 2016
amstallit:
2016 gelang mir ein sensationeller Fund des seltenen SEE-Sr Karbonates Donnayit-(Y) als Erstnachweis für Österreich. Bei mir um die Ecke wird das Aushubmaterial des sich im Bau befindlichen Semmering Basistunnels deponiert (Eisenbahntunnel). Anfangs gab es Metatuffite mit geringen Kupfervererzungen, Epidot und anderem. Ab November dann wurde ein Riebeckitgneis gefördert, der Stellenweise relativ mächtige Bereiche mit Strontianit und Fluorit aufweist. An einem schönen Tag im November war ich mit meinem 7 jährigen Sohn auf der Halde, nach mehreren Stunden ohne Funde wurde mein Sohn etwas unruhig und wir beschlossen zu gehen, ich sagte allerdings, dass ich noch einen Block aufschlage, bevor ich gehe. Nachdem ich meinen Rucksack abgestellt hatte, fiel mir ein Block mit vielen Hohlräumen auf, die mit Clacit und Pyrit ausgekleidet waren, mein Interesse war geweckt. Ich habe den Block gedreht und auf einmal haben mich leuchtend gelbe Kristalle angeleuchtet. Ich habe mir gedacht "geil, große Synchisite" und habe den gesamten Block zum Auto getragen. Wenige Tage später war ich dann im Naturhistorischen Museum Wien um den Fund analysieren zu lassen. Mittels SXRD wurden mehrere Kristallfragmente anaylsiert, die Daten haben aber nicht auf Synchisit gepasst. Wenige Tage nachdem ich die Stufen abgegeben habe, kam dann das Ergebnis, Donnayit-(Y), ein Erstnachweis für Österreich. Mein Freude war riesig, endlich habe ich nach vielen Jahren Durststrecke wieder etwas richtig seltenes gefunden.
Auf dem Foto ist eine der schönsten Stufen aus diesem kleinen Fund zu sehen. Donnayit-(Y) xx bis knapp 4 mm, angelöster, weißer Strontianit, blockige Calcit xx und erdiger, braunroter Limonit. Bildbreite des Fotos sind 9mm. Der Donnayit-(Y) ist mittesl SXRD und EDS von Dr. Uwe Kolitsch analysiert!
etalon:
Hallo zusammen,
na, dann mache ich doch auch mal mit... :D
Da ich ja erst seit etwa einem Jahr in der Grube Clara angefangen habe, Mineralien zu sammeln, konnte ich letztes Jahr selbige drei mal besuchen. Beim letzten Besuch der Großen Halde im September 2016 habe ich den ganzen Tag aus großen Steinen kleine Steine gemacht, und nichts gefunden. Sicher liegt das zum großen Teil an meiner Unerfahrenheit. Um so mehr habe ich mich dann gefreut, als ich gegen Nachmittag in einem Brocken Stinkspat, welcher einfach so am Boden herum lag, in einer kleinen Druse völlig ohne Lupe ein nadeliges, gelbes Uranmineral gefunden habe. Klar, das ist Uranophan... Zu Hause habe ich dann den Brocken klein gemacht, und die Büschel freigelegt. Leider war in dem ganzen Brocken Stinkspat sonst nichts mehr zu finden. Nachdem ich ein Foto davon hier eingestellt hatte, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass wohl nicht alles, was gelbe Nadeln hat und aus der Grube Clara kommt, Uranophan ist. Eine daraufhin veranlasste EDX-Analyse hat dann das Ergebnis gebracht, dass es sich hierbei tatsächlich um Sklodowskit handelt, welcher (leider) bis dato immer noch nicht von der Grube Clara beschrieben ist...
Damit war es keine Frage, welches mein schönster Fund 2016 war. Hier ist er ;) :
Sklodowskit xx aus der Grube Clara/Schwarzwald. EDX analysiert. Die Bildbreite beträgt ca. 8mm mit dem 2er Mitu:
Wettbewerb bester Eigenfund 2016
Grüße Markus
Kilo:
Hallo,
am 10.9. haben wir dieses Stück Bernstein in einer Sandgrube nördlich von Berlin gefunden. Es lag auf einem Haufen ausklassierter Steine obendrauf. Wir haben das Stück in der Bernsteinmanufaktur Ribnitz-Damgarten überprüfen und wiegen lassen, es ist tatsächlich echter Bernstein mit einem Gewicht von 180,4 Gramm. Das war der Fund unseres Lebens! Meine Frau hält ihn auf der Hand, sie hat ihn auch gefunden.
Gruß Kilo
Soenke:
Hallo zusammen,
ich hoffe, dass auch Stücke aus dem Ausland teilnahmeberechtigt sind? Wenn ja, möchte ich Euch gerne ein Stück aus meiner Sammlung zusammen mit der Fundgeschichte vorstellen:
Am 22. April 2016 besuchte ich zusammen mit befreundeten Wissenschaftlern und Sammlern aus England und Deutschland eine Tongrube bei Blockley, gelegen in den Cotswolds, "im Herzen Englands". Freundlicherweise hatten wir zur Durchführung der Exkursion eine Genehmigung der Ziegelei Northcot Bricks erhalten, wofür wir sehr dankbar sind. Bei der Exkursion konnte auch ein möglicherweise wissenschaftlich noch unbeschriebener Gastropode geborgen werden.
Die Tongrube erschließt Unterjura-Schichten, die hauptsächlich zur Ibex-Zone / Luridum-Subzone des Unteren Pliensbachiums zählen.
Am Tag unseres Besuchs wurde in der Grube bis mittags gearbeitet. Nachdem die Arbeiten in einem frisch abgebauten Bereich unweit einer markanten fossilreichen Schicht, dem sogenannten Pecten Bed, für uns freigegeben war, hofften wir dort auf Lesefunde von Ammoniten - leider (zunächst) vergeblich. So klopften wir mit Hämmern und Pickhacken im Anstehenden des Pecten Beds, in der Hoffnung im Anstehenden mehr Glück zu haben. Dabei kamen u. a. einige schöne Gastropoden zum Vorschein, ebenso die wunderschönen, in Blockley nicht selten doppelklappigen pectiniden Muscheln der Spezies Pseudopecten equivalvis, nach denen die Schicht benannt ist. Kurz bevor wir diesen Abbaubereich verlassen wollten, bückte ich mich noch nach einer Knolle, die schon länger - von keinem von uns bis dato beachtet - in der Nähe der von uns an einer trockenen Stelle deponierten Rucksäcke lag. Beim Aufheben zeigte sich, dass der Venter eines ortstypisch weiß beschalten Ammoniten der Gattung Liparoceras herausschaute - ich brauchte also nicht mal mehr darauf zu klopfen, wie ursprünglich beabsichtigt. Eine echte Überraschung, denn die Konkretionen von Blockley sind nicht gerade für ihren Fossilreichtum bekannt. Die Ammoniten liegen meistens isoliert im Ton und verfügen in der Regel nur im Nabelbereich über kleine "Konkretionshäubchen". Oft sind die Liparoceraten am instabilen Übergang von der Wohnkammer zum Phragmokon nicht hinreichend von Kalk umschlossen und daher eingedrückt, nicht so dieses gut geschützte Exemplar, wie sich auch bei der späteren Präparation bestätigte.
Diese wurde - wieder zu Hause - ausschließlich mit Druckluftsticheln durchgeführt und nahm einige Stunden in Anspruch. Dabei konnte die Bedornung des rund 8 cm großen Ammoniten weitestgehend bewahrt werden. Einige Stacheln mussten mit Sekundenkleber wieder angeklebt werden. Die Freilegung der Innenwindungen gestaltete sich in der harten Gesteinsknolle erwartbar zäh, gelang aber zu meiner Zufriedenheit. Auf das Einlassen mit Steinpflegemittel wurde verzichtet, obwohl die Innenwindungen dadurch sicherlich noch etwas ansehnlicher würden. Der empfindlichen weißen Schale im Bereich der Außenwindung würde eine solche Behandlung dagegen eher abträglich sein.
Neben vielen weiteren schönen Funden, gehört das Stück zu meinen persönlichen Funden des Jahres 2016.
Nochmals die Eckdaten zum Fossil im Überblick:
Fossil: Ammonit Liparoceras sp.
Fundschicht: Unterjura, Ibex-Zone, Luridum-Subzone
Funddatum: 22.04.2016
Fundort: Tongrube Blockley (Cotswolds, England)
Fund und Präparation: Sönke Simonsen
Schöne Grüße
Sönke
Conny3:
Hallo,
ich nehme meinen Dravitfund von Dobrova(TL) vom vorigen Sommer, den wir bei einer Erstexkursion dorthin gleich fanden.
Die Geschichte gibt es dazu hier:
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,42568.0.html
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