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Autor Thema: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg  (Gelesen 9877 mal)

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Offline Schluchti

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Habe hier eine kleine Quarzstufe von der Grube Daniel, bei der sich in Klüften so grau-grünlich-bräunliche "Kugeln" befinden (Durchmesser etwa 2mm). Die "Kugeln" sind jedoch schichtartig aufgebaut. An Bruchstellen glänzt das Mineral dunkelgrün bis schwarz und hat stellenweise rote Reflexe.

Ich habe keine Ahnung, was das sein könnte. Evtl. Zinkblende oder eher Symplesit?

Der Symplesit soll ja auch grün bis grünlichschwarze kugelige, grobradialfaserige Aggregate bilden.
« Letzte Änderung: 01 May 05, 22:56 von Schluchti »

Offline McSchuerf

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #1 am: 02 May 05, 06:36 »
Hallo Schluchti,

also das sieht mir eher sehr wie Klinochlor aus (vermutlich bereits oberflächlich angewittert und daher matt bzw. überhaupt nicht glänzend), der auch so auftreten kann (gestapelt oder auch als 'kubische' xx)..ob auch von der Grube Daniel weiß ich nicht. Das andere Mineral (schwarz) dürfte Zinkblende sein.
Klinochlor gehört aber mit Sicherheit zu den 'Allerweltsmineralen' - also weltweit sehr verbreitet.

In mindat.org gibt es nur 2 Fotos von Symplesit (ich selbst habe auch noch keinen gesehen)

http://www.mindat.org/picshow.php?id=11155

Alle anderen 'Daniel-Mineralien' wie z.B. Hörnesit, Arseniosiderit, etc. schließe ich definitiv aus.

Gruß Peter

« Letzte Änderung: 02 May 05, 06:38 von McSchuerf »

Offline Erik

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #2 am: 02 May 05, 07:32 »
Hallo Schluchti,

Ich schließe mich dem Peter an, es handelt sich ganz sicher um Klinochlor.
Das schwarze Mineral meiner Meinung nach aber auch, das ist doch einfach eine aufgebrochene "Kugel"!

Gruß, Erik

Offline Schluchti

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #3 am: 02 May 05, 08:40 »
Danke für Eure Ideen!  :D

Ja, richtig, das dunkle, schwärzlich-grüne  ist nur eine aufgebrochene Kugel. 

Vom Aufbau der xx könnte es schon Klinochlor sein. Allerdings kommt Klinochlor zwar weltweit recht häufig vor, für Schneeberg habe ich es aber noch nie beschrieben gefunden.  Mmmh, daß ich da einen Neufund, noch dazu von Schneeberg habe, kann ich eigtl. nicht glauben. Was meint ihr ???

Die Bruchfläche sieht für mich exakt so aus, wie die von Erythrin, nur halt eben dunkelgrün bis schwarz... Mmmh, Habe leider auch keinen Vergleich mit Symplesit. Mein Parasymplesit von der Grube Daniel sieht auch wieder anders aus, was ja aber normal ist...




« Letzte Änderung: 02 May 05, 08:47 von Schluchti »

Offline uwe

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #4 am: 03 May 05, 08:50 »
Aggregate von Parasymplesit bzw. Symplesit sehen deutlich anders aus. Es könnte sich um um Chlorit handeln. Hinsichtlich Klinochlor habe ich Zweifel.

Glück Auf
Uwe

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #5 am: 03 May 05, 11:46 »
Eindeutig ein Mineral aus der Chloritgruppe (Klinochlor? Chamosit?).

Uwe Kolitsch

Offline Schluchti

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #6 am: 03 May 05, 15:12 »
Gut, also scheint einiges auf einen Vertreter der Chlorit-Gruppe hinzudeuten. Also "Chlorite" sind auch für den Schneeberger Raum ganz allgemein beschrieben, aber soweit für mich ersichtlich keine bestimmten Vertreter, wie Klinochlor oder Chamosit. Zudem bilden die ja offenbar noch eine Mischreihe. Na mal schauen, was noch dabei rauskommt. 

« Letzte Änderung: 03 May 05, 15:27 von Schluchti »

Offline Moni

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #7 am: 03 May 05, 21:47 »
Schluchti - Chamosit wäre wiederum kein Problem.

Gruß Moni

Offline Schluchti

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #8 am: 20 May 05, 09:30 »
So, die Ergebnisse der EDX-Analyse sind folgende:

-         Masseanteil %       Atomanteil %

Fe          32,59                     13,75
Si             8,80                       7,38
Al             9,0                         7,86
Mg           2,19                       2,12
P              1,38                       1,05
O           46,04                      67,84

gesamt 100                       100


Hab schon die halbe Nacht bei Webmineral verbracht, aber nix passendes gefunden. Besonders das Vorhandensein von P bringt mich ins Grübeln. Auch von den Mengenanteilen der anderen Elemente (Fe und Mg), dürfte Chamosit oder Klinochlorit eher nicht in Betracht kommen.

Wer hat eine zündende Idee?       

Offline Krizu

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #9 am: 20 May 05, 10:19 »
Hab schon die halbe Nacht bei Webmineral verbracht, aber nix passendes gefunden. Besonders das Vorhandensein von P bringt mich ins Grübeln. Auch von den Mengenanteilen der anderen Elemente (Fe und Mg), dürfte Chamosit oder Klinochlorit eher nicht in Betracht kommen.

Wer hat eine zündende Idee?       

Hallo,

Phosphor macht eine Linienüberlagerung mit:
- Gold (typsiche REM-Beschichtung!)
- Niob
- Zirkon

Weist Du, ob der Sauerstoff gerechnet oder gemessen wurde?

MfG

Frank




Offline uwe

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #10 am: 20 May 05, 12:18 »
Auf dem Fotor sieht es so aus, als wäre auf den Kristallen ein hauchdünner Belag. Bei dem in den Schneeberger Lagerstätten nicht seltenen Phosphor kann der P-Anteil auch aus dem Belag stammen.

Glück Auf
Uwe

Offline Krizu

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #11 am: 20 May 05, 14:25 »
Auf dem Fotor sieht es so aus, als wäre auf den Kristallen ein hauchdünner Belag. Bei dem in den Schneeberger Lagerstätten nicht seltenen Phosphor kann der P-Anteil auch aus dem Belag stammen.

Hallo,

dann macht eine etwas andere EDX-Analyse Sinn:
- zuerst mit etwa 5kV die leichten Elemente an der Oberfläche bestimmen (Fe fällt raus)
- dann mit 30kV in die Tiefe gehen und eine Gesamtanalyse machen. Sauerstoff fällt dann aber meist flach.

Wenn sich das Verhältnis von P zu z.B. Si ändert, ist das Material nicht homogen. Dann sollten eher Spaltflächen untersucht werden.

hth

Frank

Offline Schluchti

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #12 am: 21 May 05, 14:48 »
Könnte auch eine Überlagerung von P mit H in Betracht kommen? Weil H vermisse ich, würde aber mengenmäßig mit dem P-Anteil zu erwarten sein, bei Klinochlor etwa.

Ob der Sauerstoff gerechnet oder gemessen wurde, weiß ich nicht.  Auf den REM-Fotos steht auch was von 14kV, weiß nun aber nicht, ob das die Meßspannung war.

 

Offline Schluchti

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #13 am: 21 May 05, 18:39 »
Update:

Also die Meßspannung scheint tatsächlich 14 kV gewesen zu sein.

Das Nichtvorhandensein von H in den Messergenissen ist wohl durch das geringe Atomgewicht zu erklären, so daß der H nicht wahrgenommen wurde.

Die Werte sind allesamt gemessen worden. 

Offline wolfilain

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Re: Unbekanntes Mineral von der Grube Daniel - Schneeberg
« Antwort #14 am: 21 May 05, 19:36 »
Wenn ich mein Stück so betrachte würde ich auch sagen das das Phosphor von der Oberfläche kommt.
Andernfalls ist das so wenig das es eigentlich kaum eine rolle spielt.
Es verzerrt dann nur den Sauerstoffwert und eventuell einige sowieso auf die Art nicht messbare elemente.

Da ja Klinochlor auch in verschiedenen mengenanteilen Aluminium Eisen und Mangan enthalten kann ist das nicht so sicher.

Gibt es Eisenreichen Chamosit ?

grüße
« Letzte Änderung: 21 May 05, 19:41 von wolfilain »

 

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