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Autor Thema: Kleine Quarzstufe mit 2 Goldnestern in historischer Sammlung, aber ...  (Gelesen 12154 mal)

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Offline Harzsammler

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... man beachte unbedingt die Größe der Reichmannsdorfer Goldfunde im Gegensatz zu den hier zur Diskussion stehenden Stücken.

Grüße,
Michael

Offline Alfred Langhammer

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Das Gold sieht nicht so aus, als sei es auf natürlichem Wege auf die Stufen gekommen.

Ich halte mal dagegen, es gibt in historischen Sammlungen genügend Belege. Genügend Belege für Berggold. Auch gibt es Stufen mit wesentlich mehr Gold auf Quarz.
Z.B. In der Sammlung vom Schloss Heidecksburg. Selbst in privaten Sammlungen gibt es schöneres.

Die Stufen könnten auch aus Russland stammen, oder aus Rumänien, Bulgarien  - oder Amerika....

Offline neuron

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Zu Reichmannsdorf habe ich noch bei Goldsucher.de gefunden (Beschreibung Lehrpfad am Goldberg):

1. Beginn des Lehrpfades (Gehzeit 30 Minuten). - 2. Weg zur touristischen Goldwäsche (auf Vorbestellung). - 3. Halde des Stollens “Mit Gebeth und ARbeit” (abgelagertes Gesteinsmaterial aus bergmännischer Tätigkeit). - 4. Mundloch des Stollens “Mit Gebeth und Arbeit” (Länge ca. 200 m), begehbar, bergmännisch behauen, diente dem bergmännischen Abbau goldhaltigen Gesteins). - 5. Nebengestein Phycodenschiefer (Schiefergestein mit Abdrücken von Fossilien). - 6. Gangart “Quarz” (gesteinsbildendes Material, weiß, zuweilen durch Fremdeneinflüsse farbig, Leitgestein für Goldeinschlüsse). - 7. Duckelbergbau auf Gold ( dicht nebeneinanderliegende kurze Schächte). - 8. Wetterschacht de Stollens “Mit Gebeth und Arbeit” (diente der Belüftung des Stollens). - 9. Pingen (trichterförmige Vertiefung, entstanden durch oberflächennahen Abbau, im Mittelalter weit verbreitet). - 10. Erzvorkommen: Eisen und Gold.

Das würde die rötliche Färbung des Quarzes erklären und den Hämatit.

heiße Spur ... ;)

Offline Sebastian

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Tut mir leid, das ist keine heiße Spur.
Quarz und Hämatit sind keine heißen Spuren.
Das ist Wunschdenken. Manchmal muss man sich etwas bremsen und ein bisschen Wahrscheinlichkeitsrechnung im Kopf betreiben.
Grüße Sebastian

Offline Alfred Langhammer

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Das ist aber eine Spur um in die Mineralogie einzusteigen.
P.S. es gib in Thüringen noch einige andere Fundstellen für Gold. - die Paragenese spricht jedoch für...
« Letzte Änderung: 21 Apr 17, 23:04 von Alfred Langhammer »

Offline neuron

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sorry, kann keine Wahrscheinlichkeitsrechnung ...  ::)

hier noch zu den "Fundumständen":

(1) Holzkoffer von aussen

(2) (3) so sah es aus beim ersten Mal öffnen. Hälfte der Stücke mit Nummern, hälfte nicht. Alle Zettel in einem Fach gestapelt. Zettel auch von Nummern, die nicht im Koffer sind/waren. Teils mehrere Stücke in einem Fach.



Offline neuron

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(4) einige Zettel, der älteste von 1897

(5) einige von den Zuordnungen, die ich machen konnte. Andere sind oben im Thread.



Offline Alfred Langhammer

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das ist eine Schulsammlung

Offline helgesteen

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Hallo nochmal,

da ist eben "Schwarzwald" als möglicher Fundort in die Diskussion geworfen worden. Das ist ganz bestimmt nicht der Fall, Schwarzwald scheidet definitiv aus. Solche Stücke wurden dort niemals gefunden, weder in der Art noch in der Größe.

Auf dem Foto von dem kleinen Stück aus Reichmannsdorf ist das Gold sehr deutlich in den Quarz eingewachsen. Man erkennt das daran, dass es entlang der Quarz-Korngrenzen angereichert ist. Bei den Stücken aus der alten Sammlung sind es dagegen "Placken", die strukturlos auf dem Quarz aufliegen. Wie bereits von anderer Seite angemerkt wurde, sind weder Alter, noch Fundumstände noch die Erwähnung von Gold aus einer bestimmten Fundstelle Indzien dafür, dass diese Stufen authentisch sind. Ich habe einige Zinnstein-Stufen aus Cornwall aus dem 19. Jahrhundert in meiner Sammlung, bei denen die schönsten Kristalle mit dunkelbraunem Wachs auf die Matrix geklebt wurden. Ich finde diese Stufen trotzdem toll, da sie eben Belege dafür sind, dass solche Stücke schon damals begehrt waren.

Viele Grüße,
Helge




Offline raritätenjäger

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Hallo,

da möchte ich zumindest mal Sebastian zustimmen: Quarz mit Limonit- oder Hämatiteinlagerungen als Matrix kann kein signifikanter Hinweis auf eine bestimmte Goldfundstelle sein. Ich habe dutzende historische Proben in der Hand gehabt, die zum Teil aus abenteuerlichen Gegenden kamen, die haben alle mehr oder minder so ausgesehen.

Gruß
Andreas

Offline neuron

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Danke nochmal für die rege Teilnahme am thread. Gegen reichmannsdorf scheint zu viel zu sprechen, da verwerfe ich den Gedanken erstmal.

Eine Bitte noch an Alfred: Du hast erwähnt, dass es um 1920 in Reichmannsdorf Probegrabungen gab, und daß Deine Einschätzung war, das die dort geborgenen Stücke ähnlich den meinen waren. Ich schließe daraus, daß Du diese Stücke zu Gesicht bekommen hast bzw. Bilder davon gesehen hast ? Wenn das so stimmt, kannst Du mir bitte sagen, wo ?

Gruß,
Swen

Offline neuron

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Bild:

Deutschland/Thüringen/Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis/Reichmannsdorf
Kleine Quarzstufe mit 2 Goldnestern in historischer Sammlung, aber ...


nochmal zu diesem Bild aus dem Forum, mit der Bitte um Deutung. Wo seht Ihr denn da, daß das Gold eingewachsen ist ? Ich sehe hellen Quarz, rötliche, wahrscheinlich eisenhaltige Adern und Flächen und dunklen wahrscheinlich Limonit oder Hämatit.

Sehe ich das falsch ? Das Gold sitzt doch deutlich auf den dunklen und roten Flecken, ich zumindest sehe keine Stelle, wo das Gold von Limonit oder Hämatit überzogen ist. Oben rechts die große Goldanreicherung die aussieht wie aufgetropft, sitzt doch auch auf dem Quarz auf ?

Danke für Nachhilfe ...
« Letzte Änderung: 24 Apr 17, 14:06 von neuron »

Offline helgesteen

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Hallo Swen,

ich versuche mal zu erklären, an was ich hier deutlich erkenne, dass das Gold nicht zufällig auf dem Stück sitzt, sondern in den Quarz eingewachsen erscheint.

Auf der angehängten Grafik habe ich einige Linien gezogen, die etwa der Lage der Goldkörner folgen. Durch diese Linien wird ein großer Teil von ihnen agedeckt. Die Linien folgen gleichzeitig den wichtigsten Korngrenzen des Quarzes, die durch eine etwas dunklere, teils durch Hämatitspuren leicht rote Farbe auszumachen sind. Das Gold ist entlang dieser Linien im Quarz eingewachsen. Ich denke, dass das Goldaggregat rechts oben ursprünglich auch in der nach oben laufenden Korngrenze eingewachsen, nach "abbröseln" der dort umgebenden Quarzkörner aber umgebogen ist. Es liegt jetzt flach auf dem Quarz. Würdest Du mit einer Nadel versuchen, darunter zu stochern, würde es sehr wahrscheinlich nicht abfallen (Gold ist nämlich sehr weich und gut biegbar), sondern quasi in Verlängerung der roten Linie abstehen, da es mit weiterem, im Quarz noch eingewachsenem Gold zusammenhängt. Die meisten sichtbaren Goldaggregate dieses kleinen Stücks sind irgendwie abgerollt oder umgebogen,  und nehmen daher mehr Fläche ein als die ursprünglich eingewachsenen "Goldbänder". Lediglich rechts unten ist eine Zone, wo das Gold relativ frisch ausgewittert erscheint.  Links unten sind zwei goldführende Korngrenzen freigelegt, daher ist hier relativ viel Gold direkt außen an dem Stück erkennbar.

Das Ganze ist natürlich in echt komplexer, da die Korngrenzen und damit die Goldanreicherungen nicht zwei-, sondern dreidimensional (also räumlich) ausgebildet sind und sich im Raum schneiden.

Ich hoffe, das ist irgendwie verständlich geschrieben...

Viele Grüße,
Helge




« Letzte Änderung: 24 Apr 17, 21:42 von helgesteen »

Online loismin

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Hallo Sven.

Was ist eigentlich das Problem hier ?
Einmal mit einem Binokular drüberschauen und du weißt, ob das Gold nur draufliegt oder mit angewachsen ist .
Dann siehst du neämlich in der Vergrößerung den eingewachsenen Teil überwachsen, aber durch den Quarz durchleuchten .
Das ist doch nicht so schwer !
Im Bild sieht das aus wie ersteres und läßt dann natürlich vermuten, daß es ursprünglich nicht dorthingehörte !


Loismin

Offline neuron

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Hallo Helge

vielen Dank für die Mühe, die Du Dir gemacht hast, den Sachverhalt zu erklären. Top ! Ich sehe, daß das von Dir beschriebene bei meinen Stufen nicht zutrifft. Also Reichmannsdorf als mögliche Quelle erstmal verworfen.

Generell: Gibt es keine Lagerstätte für Berggold (in Thüringen, Deutschland, Welt) bei der der Quarz erdgeschichtlich zuerst von einem eisenhaltigen Mineral überwachsen wurde, und dann erst sich das Gold darauf bildete. Wenn sich das eisenhaltige Mineral dann mit der Zeit in Goethit/Limonit umgewandelt hätte, dann würde damit auch die Stabilität des aufgewachsenen Goldes drunter leiden und die Stufe evtl. so aussehen wie bei mir, inkl sich ablösender Goldplättchen.

loismin: leider kein bino und wenig Golderfahrung, da mir solche Stücke nicht so oft über den Weg laufen ...

Grüße,
Swen


 

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