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Allgemeine Fragen zu Mineralien aus meiner Region - vorderer Vogelsberg
smoeller:
Hallo Lars,
Vielen Dank für die Komplimente!!
Ich werde mich melden, wenn ich mal in der Region bin. Dieses Jahr bin ich wohl eher weiter im Südosten, in Nordbayern zum Sammeln. Wenn es dich mal dorthin verschlägt, könnten wir über Touren nachdenken. Bin aber immer nur 1-2 Wochen dort, wohne in Schleswig-Holstein. Hier gibt es auch Gesteine und Mineralien, aber fast nur im Geschiebe (am Strand oder in Kiesgruben, wo das Gestein von der Eiszeit hierher verfrachtet wurde). Da gibt es auch Basalte aus Südschweden mit Peridotitknollen. Sind gar nicht so selten.
Leider ist es so, dass in den meisten Steinbrüchen das Sammeln nicht mehr genehmigt wird. Meist aus versicherungstechnischen Gründen bzw. weil die dann gleich beim kleinsten Vorfall die Berufsgenossenschaft auf der Matte stehen haben.
Zur Auswahl des Mikroskops gibt es hier schon einige endlose Diskussionen. Ich persönlich habe ein Bresser Advance, das ist trinokular. Zum Fotografieren ist es schwierig, da braucht man ein teures Profigerät (Zeiss etc.), nur da bist du schon mal 2000 Euro los. Es empfielt sich, eine Kaltlichtleuchte (Schwanenhals oder Ringleuchte) dazu zu kaufen, da die Beleuchtung nicht die beste ist. Ansonsten kann man mit dem Bresser gut arbeiten. Günstiger waren vor einigen Jahren noch die alten russischen Mikroskope (MBS-10) aber die gibts heute immer weniger zu kaufen. Auch da empfiehlt sich eine Ringleuchte, die Halogenlampe an dem Gerät ist bald nur noch Schrott und zudem werden die verdammt heiß.
Glück Auf!
Sebastian
cmd.powell:
--- Zitat von: peryperypery am 30 Mar 17, 21:54 ---
--- Zitat von: IntronX am 30 Mar 17, 11:41 ---
...klingt vielleicht etwas unspektakulär, aber ich habe für mich beschlossen, erstmal regional zu suchen, und zu gucken, was meine Umgebung so her gibt. :) ...
--- Ende Zitat ---
Find ich nicht ;) Ich war auch noch nie weiter als 5km von meiner Haustür entfernt zum sammeln ...
Manchmal gibts die tollsten Dinge direkt vor der Nase :) Hat den Vorteil das man ein Fundgebiet mit der Zeit sehr gut kennt, jede Veränderung bemerkt und auch easy und spontan dorthin kann.
Viel Erfolg weiterhin!
--- Ende Zitat ---
Es gibt die tollsten Dinge direkt vor der Nase: Meine Abraumhalde! Ich habe bisher noch keinen Fund weniger als 5km von der Haustür entfernt gemacht. Das liegt im wesentlichen daran, das ich hier auf mindestens 10m Sand und Kies hocke, und das geht bis zum Horizont ringsherum so weiter - Hannover, auf Sand gebaut! Wie weit man fahren muss, um halbweg vernünftige Funde machen zu können, hängt leider sehr stark vom Wohnort ab - - - und Norddeutschland ist da leider nicht so der Bringer. Aber man lernt dafür auch die kleinen Dinge zu schätzen...
IntronX:
Gemoije!
Zu Sebastian:
Danke, für die schnelle Antwort! Nordbayern ist das neue Südosthessen :D Zum Glück nicht ganz, aber es ist lustigerweise, ein "Katzensprung". Da kann man sich bestimmt mal kurzschließen. :) Im Oktober geht's für mich 10 Tage nach Marokko - Essaouira, Tata, einige Tage ins Atlas-Gebirge und das Paradiestal ist auch eingeplant. Praktischerweise ist ende Oktober in München eine Mineralienmesse. Eventuelle Funde kann ich dann dort überblicken lassen. Bis dahin möchte und werde ich den Vogelsberg noch intensiver kennen lernen. Gehst Du auch im Spätherbst sammeln? Da wäre ein guter Zeitpunkt, gemeinsame Sammel- und Exkursionspläne zu schmieden.
Über die geschobenen Steine habe ich schon gelesen. Finde ich auch sehr interessant. Meine Freundin hat sich ein Buch über Steine an Deutschlands Küsten gekauft. Da steht auch einiges darüber drin.
Danke auch für die kurze Übersicht bezüglich der Mikroskope. Eine Endlosdiskussion hätte mir gar nicht geholfen. Lieber ein paar gängige Eckdaten, so kann ich den Markt durchforsten. Optimal!
Mich ärgert es immer noch ein wenig, dass er mich nicht an "seine" Peridote ranlässt. Aber so finde ich schneller neue Stellen. ;) Dank guter Literatur bin ich da auf sicherem Wege. Am praktischsten wäre, wenn man sich einfach nen Berg zu kaufen, leisten könnte. :D
Ich habe gelesen, Chromdiopside sind Indikatoren für Diamantvorkommen. Ist da was dran und ist es wirklich die Regel?
Zu Markus:
Ich musste auch erst nach Marokko reisen, damit meine Leidenschaft für Mineralien geweckt wurde. Trotz des Vogelsbergs vor der Haustür. So ist es eben manchmal. Hätte ich 15 Jahre früher mit Sammeln begonnen. Gäbe es wohl jetzt ein Edelsteinzentrum, hier bei Lich. :D Leider sah ich den natürlichen Reichtum, vor lauter Natur gar nicht. Bzw, ich hatte einfach andere Interessen. Den Blick auf anderen Dingen. Dafür steige ich direkt als Systemsammler ein. Auch nicht schlecht! Ich wohne im Randbezirk des Vogelsbergs, hin zur Wetterau. Da sieht es auch wieder ganz anders aus, mit Funden. Und weiter südlich kommt dann die Grube Messel, bei Mainz. Interessant für Fossilien ect. Man muss dann halt umdenken, aber zu finden gibt es überall etwas. Da bleibt es aber selbst bei mir nicht aus, 100km Fahrt in Betracht zu ziehen. Mein Spot hier ist aber wirklich ein Eldorado. In Gießen, meine Kreisstadt, trifft der Vogelsberg auf die Hessische Senke - eine geologische Anomalie. Keine 20km von mir entfernt. Angefangen habe ich online zu recherchieren. So kam ich Schritt für Schritt den Gegebenheiten auf die Spur. Wo ein Wille ist... Aber manchmal hat man wohl einfach kein Glück! Dafür hast Du es nicht so weit ans Meer. Ich muss dafür mindestens 450km fahren. So hat man einen gewissen Ausgleich. ;)
Bis demnächst, wenn ich mich mit neuen Funden wieder melde! :) Bis dahin, Glück auf - und genießt das schöne Wetter!
cmd.powell:
--- Zitat von: IntronX am 05 Apr 17, 09:45 ---Dafür hast Du es nicht so weit ans Meer. Ich muss dafür mindestens 450km fahren. So hat man einen gewissen Ausgleich. ;)
--- Ende Zitat ---
Naja, weit ist relativ. "Um die Ecke" ist die Nordsee von Hannover aus ja auch nicht wirklich. Mein einziger "Lichtblick" ist und war immer der Harz, ansonsten wird es echt weit zu fahren.
Als Systematiksammler steige ich übrigens mehr oder weniger gerade aus. Als ich angefangen hatte, gab es noch teils fotogene Systematikstufen im MM- bis KS-Bereich zu humanen Preisen. Inzwischen ist mir dieses Gebiet zu abgedreht. Ok, mit der Zeit werden die Ansprüche ja auch höher, aber wenn ich sehe, was vergleichbare Stücke heute kosten... ne, ne, der Zirkus ist mir zu bunt geworden. Ich bin jetzt mehr auf der Selberfindeschiene, und das nur für den Norddeutschen Raum (1 bis 1 1/2 Stunden Fahrzeit um Hannover), da bleibt wenigsten noch für längere Zeit Luft in den Regalen :D
IntronX:
Hi Markus,
da gebe ich dir recht. Selbst wenn man mal eine (kleine) ästhetische, klassische Fluoritstufe ersteigern möchte, kommt man auf 50-70€. Ich habe aber gemerkt, dass es mich viel mehr, und auf längere Sicht, mitreißt, wenn ich selber etwas finde. Die gekauften Stufen, sind eben wie sie sind - meist natürlich ästhetisch. Aber bei einer selbst gefundenen hat man immer wieder das Interesse, sich damit zu befassen und weitere Spuren zu verfolgen. Für mich viel spannender. Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass deine Regale doch gut gefüllt werden! :) Es ist ja so oder so toll, selbst wenn man mal keinen Fund macht, so war man doch meist an schönen Orten, draußen aktiv. Und früher oder später stolpert man eh über etwas interessantes, wenn man erstmal den Blick dafür hat.
MfG
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