Moin
Quarz hat eine andere Oberflächenbeschaffenheit als Silikatsinter, darauf beruht die Möglichkeit, Silikatsinter mittels starker Laugen (NaOH) von Quarz zu ätzen. Allerdings sind dieser Methode natürlich auch ihre Grenzen gesetzt, da auch immer etwas Quarz gelöst wird. Ich selber habe bisher nur Erfahrungen beim entfernen von Silikatsinter von Benitoit/Neptunit gemacht, wobei ich gekaufte Benitoit/Neptunit-Stufen zunächst mit konz. HCl von Natrolith befreit habe. Die Salzsäure zersetzt den Natrolith zu einem in der Säure praktisch farblosen Glotter, der erst nach dem herausnehmen deutlich sichtbar wird und nach dem Trocknen fast weiß wird. Dieser Silikatglotter lässt sich vergleichsweise leicht mit rund 10% Natronlauge bei 80°C lösen (dauert ca. 20 bis 30 Minuten). In der Zeit werden weder der Benitoit noch der Neptunit sichtbar angegriffen. Bei Quarz dürfte eine ähnliche Stabilität in der gleichen Zeitspanne bei gleichen Parametern gegeben sein, jedoch sollte man mit Vorversuchen sicher gehen. Fraglich jedoch, ob sich der Sinter, der wahrscheinlich deutlich kompakter ist als zersetzter Natrolith, in der kurzen Zeit auflösen lässt. Der zersetzte Natrolith ist quasi Silikagel und hat eine entsprechend große Oberfläche, welche die Natronlauge gut angreifen kann. Die Oberfläche von Silikatsinter ist zwar noch deutlich größer als die von Quarz, aber die Einwirkzeit wird sicher länger sein. Am Besten wäre es, einen hochglänzenden Quarzkristall durchzubrechen und ein Bruchstück längere Zeit mit Natronlauge zu behandeln. Dann kann man nachher gut im direkten Vergleich mit dem unbehandelten Bruchstück sehen, ob und wie stark die Natronlauge den Quarz angegriffen hat.
Achso, bei 80°C verdampft das Wasser der Natronlauge recht schnell und man muss regelmäßig nachfüllen, da sich sonst die Natronlauge aufkonzentriert und konzentrierte Natronlauge ätzt den Quarz eher als 10%ige.