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Schleifpulver

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Krizu:

--- Zitat von: Scaphit am 04 May 05, 16:27 ---Ich suche Pulver in verschiedenen Körnungen, um verschiedene Sedimente, meist Kalk, anzuschleifen und zu polieren. Manchmal kann aber auch schon was Härteres dabei sein. Habe gehört, dass SiC dafür ganz gut sein soll, stimmt das?

--- Ende Zitat ---

Hallo,

meine Meinung zum Läppen:
SiC ist etwas brutal. Du hast kleine, harte Tafeln. Die rollen nicht schön ab beim Schleifen. Klar, Abtrag ohne Ende, aber auch schnell Ausbrüche usw. Hat mich mal in der alten Firma einige Saphire durch Spalten gekostet. Auch ist der "undercut", die Differenz zwischen Hartem und weichen Material größer als bei anderen Materialien.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Al2O3 (Edelkorund) gemacht. Die Körner sind zwar tafelig, aber dicker. Die Rollen leichter ab und du hast mehr schneidende Ecken mit stumpfen Winkeln.

Empfindliche Kristalle haben wir in der Uni mit Granat geschliffen. Das Material war nur 1-2 Stufen härter auf der Mohs-Skala und die Kanten der Kristalle brachen nicht aus.

Schnellsten Abtrag auf langsamer Scheibe (4µm/min bei 6x 2Zoll Saphir) war eine Mischung aus Al2O3 und Diamant auf Guss.

Struers/Logitech in Willich sidn vermutlich zu teuer, aber hochwertig.  Pieplow und Brand hatte ich vor kurzem in der "Partikel"-Meßmaschine zur Korngrößenverteilung. Die sah eigentlich gut aus.

Manchmal gibt es auch bei Strahlbetrieben (Sandstrahlen)  verschiedene Pulver, die sich als Schleifmittel eignen. Die habe ich aber nie probiert. "Wer-Liefert-was" hilft auch vielleicht.

Als Unterlage wolltest Du bestimmt Glas nehmen, oder? Mit Wasser + Tropfen Spüli? Das Buch klingt aber auch interessant!

MfG

Frank

Profipräp:
Hallo Scaphit,

für allgemeine Anwendungen, wenn Du also einfach polierte Handstücke haben willst würde ich doch SiC nehmen. Bei härterem Material schleifst Du von Hand nämlich sonst ewig. Nur ganz weiche, empfindliche Sachen mit Aluminiumoxid. SiC Körnungen, die empfehlenswert sind (bei gesägten Stücken): 120er fürs ganz grobe, 220er als normal grob, dann 400er, dann 800er-Pulver.
Bei 1200-Pulver hast Du schon eine Vorpolitur, musst aber ganz vorsichtig schleifen, sonst gibt es Kratzer. Auch ist grundsätzlich das Mischungsverhältnis Pulver/Wasser wichtig, um Kratzer zu vermeiden: Es muss eine dickliche Schlämpe sein. Ist zu wenig Schleifpulver, gibt es Kratzer, bei zuviel Schleifpulver saugt sich dein Teil fest. Du kannst ruhig die graue Qualität (enthält noch Reste von Kohlenstoff) nehmen, die grüne ist nämlich teurer. Meine Anbieter nützen dir wahrscheinlich nix, da ich immer 50kg Säcke nehme. Aber probiers mal bei Otto Eigner in Idar-Oberstein e-mail:otto.eigner@t-online.de
Zum Polieren empfehle ich dir Diamantine (kalziniertes Aluminiumoxid), das geht schnell und bringt gute Ergebnisse.
Gruß
profipräp

Micha:
Hallo Bernd,
hast du das Buch von Hartig? Lohnt sich der Kauf?? Ich bin ja nach wie vor am Überlegen, ob man zumindest für kleinere Stücke selbst trennen sollte, später auch polieren.

Krizu:

--- Zitat von: Profipräp am 06 May 05, 08:02 ---Bei 1200-Pulver hast Du schon eine Vorpolitur, musst aber ganz vorsichtig schleifen, sonst gibt es Kratzer. Auch ist grundsätzlich das Mischungsverhältnis Pulver/Wasser wichtig, um Kratzer zu vermeiden: Es muss eine dickliche Schlämpe sein. Ist zu wenig Schleifpulver, gibt es Kratzer, bei zuviel Schleifpulver saugt sich dein Teil fest.

--- Ende Zitat ---

Hallo,

Ich hatte als Richtwert immer 60g/l beim Maschinenläppen, lege ich aber gerade nicht meine Hand für ins Feuer. Bei Handpolituren würde  ich auch mehr nehmen.  Die Scheibe sollte duch die Plempe nicht erkennbar sein, aber noch eine flüssige Suppe.

Nach meiner Erfahrung beim Schleifen von Kristallen sind diese Kratzer auf meist drei Ursachen zurückzuführen:
1.) Überkorn im Material
2.) Kantenausbrücke
3.) unsauberes Arbeiten

Das erste lässt sich nur mit viel Aufwand finden (Partikelmeßtechnik). Das Zweite lässt sich durch Übung vermeiden (Verkanten) und durch ggf. passende Einbettung. Das Dritte glaube ich passiert nur am Anfang ;-) Falls Du dein Schleifkorn im Verdachtsfall vermessen lassen willst, melde dich bitte per PN.

Ich glaube beim Thema SiC kommen wir nicht zusammen. Der Unterschied in der Härte ist mit 9.6 zu 9 (Saphir) im Vergleich zu den meisten Gesteinen nicht so extrem. Da kommt wirklich nur die Kornform beim Abtrag durch. Es mag sein, dass die Schäden durch SiC bei den Handstücken nicht so durchkommen, aber die meisten Kristalle verzeihen SiC nicht einfach so.

Ansonsten stimme ich Dir zu.

MfG

Frank
(auch immerhin mehr als 10 Jahre berufliches Schleifen auf dem Konto :-)

Profipräp:
Hallo Krizu,
kar hast Du recht, was einzelne empfindliche Kristalle anbelangt, da würde ich auch kein SiC nehmen. Ich muss bei uns  aber auch keine Kristalle schleifen, da ich in der Paläontologie bin und überwiegend mit Kalken arbeite. Weil wir viel rissiges Material haben, wird fast alles mit Epoxidharz imprägniert, so dass wir keine Probleme mit Ausbrüchen haben. Ich denke aber, dass hier Handstücke ohne rotierende Scheibe geschliffen werden sollen und da reicht erfahrungsweise SiC aus.
Gruß
profipräp

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