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Autor Thema: Schleifpulver  (Gelesen 16069 mal)

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Offline Scaphit

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Schleifpulver
« am: 04 May 05, 10:53 »
Hallo zusammen!

Kann mir jemand einen Tip geben, wo ich für die Steinbearbeitung geeignetes Schleifpulver herbekommen kann? Wenn möglich natürlich recht günstig, denn ich möchte nicht die Apothekenpreise zahlen, die bei einigen Ausrüstungsshops dafür verlangt werden  ;)

Ich würde mich über Hinweise freuen...

Gruß,
Stefan

Offline Bernd G

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Re: Schleifpulver
« Antwort #1 am: 04 May 05, 12:48 »
http://www.bv-edelsteine-diamanten.de/files/ekf03.pdf


da kannste mal nachsehen . ich habe noch einen der verkauft privat ,aber nur ab 10 kg .

gruß bernd

Offline Krizu

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Re: Schleifpulver
« Antwort #2 am: 04 May 05, 16:07 »
Hallo,

vielleicht:
http://www.pieplow-brandt.de/german/katalog/schleiflapp/index.htm

Was suchst Du den genau?

MfG

Frank

Offline Scaphit

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Re: Schleifpulver
« Antwort #3 am: 04 May 05, 16:27 »
Hallo!

Erstmal danke für die ersten Antworten!  :)
Ich suche Pulver in verschiedenen Körnungen, um verschiedene Sedimente, meist Kalk, anzuschleifen und zu polieren. Manchmal kann aber auch schon was Härteres dabei sein. Habe gehört, dass SiC dafür ganz gut sein soll, stimmt das?

Gruß,
Stefan

Offline Bernd G

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Re: Schleifpulver
« Antwort #4 am: 04 May 05, 16:57 »
EDLE STEINE SCHLEIFEN 
 
 Edle Steine schleifen ist auch bei uns ein immer populärer werdendes Hobby. Dieses Buch enthält die Erfahrungen des Verfassers, die er als Experte vor allem bei technischen Fragen erworben hat. 
Aufl. 2002: 120 Seiten, Abb., Skizzen, Tabellen 
€ 17,00 (A)  Bestellen 

http://www.alpin-aktuell.at/catalog/47.html


glaube das wäre was für dich .gruß bernd

Offline Krizu

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Re: Schleifpulver
« Antwort #5 am: 04 May 05, 21:02 »
Ich suche Pulver in verschiedenen Körnungen, um verschiedene Sedimente, meist Kalk, anzuschleifen und zu polieren. Manchmal kann aber auch schon was Härteres dabei sein. Habe gehört, dass SiC dafür ganz gut sein soll, stimmt das?

Hallo,

meine Meinung zum Läppen:
SiC ist etwas brutal. Du hast kleine, harte Tafeln. Die rollen nicht schön ab beim Schleifen. Klar, Abtrag ohne Ende, aber auch schnell Ausbrüche usw. Hat mich mal in der alten Firma einige Saphire durch Spalten gekostet. Auch ist der "undercut", die Differenz zwischen Hartem und weichen Material größer als bei anderen Materialien.

Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Al2O3 (Edelkorund) gemacht. Die Körner sind zwar tafelig, aber dicker. Die Rollen leichter ab und du hast mehr schneidende Ecken mit stumpfen Winkeln.

Empfindliche Kristalle haben wir in der Uni mit Granat geschliffen. Das Material war nur 1-2 Stufen härter auf der Mohs-Skala und die Kanten der Kristalle brachen nicht aus.

Schnellsten Abtrag auf langsamer Scheibe (4µm/min bei 6x 2Zoll Saphir) war eine Mischung aus Al2O3 und Diamant auf Guss.

Struers/Logitech in Willich sidn vermutlich zu teuer, aber hochwertig.  Pieplow und Brand hatte ich vor kurzem in der "Partikel"-Meßmaschine zur Korngrößenverteilung. Die sah eigentlich gut aus.

Manchmal gibt es auch bei Strahlbetrieben (Sandstrahlen)  verschiedene Pulver, die sich als Schleifmittel eignen. Die habe ich aber nie probiert. "Wer-Liefert-was" hilft auch vielleicht.

Als Unterlage wolltest Du bestimmt Glas nehmen, oder? Mit Wasser + Tropfen Spüli? Das Buch klingt aber auch interessant!

MfG

Frank


Offline Profipräp

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Re: Schleifpulver
« Antwort #6 am: 06 May 05, 08:02 »
Hallo Scaphit,

für allgemeine Anwendungen, wenn Du also einfach polierte Handstücke haben willst würde ich doch SiC nehmen. Bei härterem Material schleifst Du von Hand nämlich sonst ewig. Nur ganz weiche, empfindliche Sachen mit Aluminiumoxid. SiC Körnungen, die empfehlenswert sind (bei gesägten Stücken): 120er fürs ganz grobe, 220er als normal grob, dann 400er, dann 800er-Pulver.
Bei 1200-Pulver hast Du schon eine Vorpolitur, musst aber ganz vorsichtig schleifen, sonst gibt es Kratzer. Auch ist grundsätzlich das Mischungsverhältnis Pulver/Wasser wichtig, um Kratzer zu vermeiden: Es muss eine dickliche Schlämpe sein. Ist zu wenig Schleifpulver, gibt es Kratzer, bei zuviel Schleifpulver saugt sich dein Teil fest. Du kannst ruhig die graue Qualität (enthält noch Reste von Kohlenstoff) nehmen, die grüne ist nämlich teurer. Meine Anbieter nützen dir wahrscheinlich nix, da ich immer 50kg Säcke nehme. Aber probiers mal bei Otto Eigner in Idar-Oberstein e-mail:otto.eigner@t-online.de
Zum Polieren empfehle ich dir Diamantine (kalziniertes Aluminiumoxid), das geht schnell und bringt gute Ergebnisse.
Gruß
profipräp

Offline Micha

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Re: Schleifpulver
« Antwort #7 am: 06 May 05, 12:37 »
Hallo Bernd,
hast du das Buch von Hartig? Lohnt sich der Kauf?? Ich bin ja nach wie vor am Überlegen, ob man zumindest für kleinere Stücke selbst trennen sollte, später auch polieren.

Offline Krizu

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Re: Schleifpulver
« Antwort #8 am: 08 May 05, 11:40 »
Bei 1200-Pulver hast Du schon eine Vorpolitur, musst aber ganz vorsichtig schleifen, sonst gibt es Kratzer. Auch ist grundsätzlich das Mischungsverhältnis Pulver/Wasser wichtig, um Kratzer zu vermeiden: Es muss eine dickliche Schlämpe sein. Ist zu wenig Schleifpulver, gibt es Kratzer, bei zuviel Schleifpulver saugt sich dein Teil fest.

Hallo,

Ich hatte als Richtwert immer 60g/l beim Maschinenläppen, lege ich aber gerade nicht meine Hand für ins Feuer. Bei Handpolituren würde  ich auch mehr nehmen.  Die Scheibe sollte duch die Plempe nicht erkennbar sein, aber noch eine flüssige Suppe.

Nach meiner Erfahrung beim Schleifen von Kristallen sind diese Kratzer auf meist drei Ursachen zurückzuführen:
1.) Überkorn im Material
2.) Kantenausbrücke
3.) unsauberes Arbeiten

Das erste lässt sich nur mit viel Aufwand finden (Partikelmeßtechnik). Das Zweite lässt sich durch Übung vermeiden (Verkanten) und durch ggf. passende Einbettung. Das Dritte glaube ich passiert nur am Anfang ;-) Falls Du dein Schleifkorn im Verdachtsfall vermessen lassen willst, melde dich bitte per PN.

Ich glaube beim Thema SiC kommen wir nicht zusammen. Der Unterschied in der Härte ist mit 9.6 zu 9 (Saphir) im Vergleich zu den meisten Gesteinen nicht so extrem. Da kommt wirklich nur die Kornform beim Abtrag durch. Es mag sein, dass die Schäden durch SiC bei den Handstücken nicht so durchkommen, aber die meisten Kristalle verzeihen SiC nicht einfach so.

Ansonsten stimme ich Dir zu.

MfG

Frank
(auch immerhin mehr als 10 Jahre berufliches Schleifen auf dem Konto :-)

Offline Profipräp

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Re: Schleifpulver
« Antwort #9 am: 09 May 05, 08:10 »
Hallo Krizu,
kar hast Du recht, was einzelne empfindliche Kristalle anbelangt, da würde ich auch kein SiC nehmen. Ich muss bei uns  aber auch keine Kristalle schleifen, da ich in der Paläontologie bin und überwiegend mit Kalken arbeite. Weil wir viel rissiges Material haben, wird fast alles mit Epoxidharz imprägniert, so dass wir keine Probleme mit Ausbrüchen haben. Ich denke aber, dass hier Handstücke ohne rotierende Scheibe geschliffen werden sollen und da reicht erfahrungsweise SiC aus.
Gruß
profipräp

Offline Krizu

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Re: Schleifpulver
« Antwort #10 am: 09 May 05, 10:07 »
Hallo,

gibt es da keine Probleme mit eingedrückten Schleifkörnern? Am Übergang von Fossil zu Gestein?

Mfg

Frank

Offline nautilus

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Re: Schleifpulver
« Antwort #11 am: 12 May 05, 22:33 »
Hallo

@Scaphit

Was brauchst Du denn genau? Von jeder Sorte ein Kilo, angefangen von 80ziger bis 1000sender Körnung? (80, 100, 200, 400, 600, 800, 1000) Mal zum ausprobieren wie es geht Ammoniten auf einer Glasscheibe anzuschleifen.
Ich glaube das ein Bekannter von meinem Bekannten (mein Bekannter ist Berufspräparator) noch Restbestände in seiner Garage hat. Er hatte mal eine Firma für Sammlerbedarf. Den könnte ich mal fragen.

Solltest Du mehr gebrauchen gibt es da eine Firma in Hamburg dessen Name mir im Moment nicht genau einfällt.(Ich glaube Erich oder so ähnlich).  Dort gibt es Silicium Carbid in grün und grau. Das grüne schleift besser, „hat mehr Biss“ ist aber auch teurer. Wenn Du größere Mengen brauchst dann nehme 50 kg Gebinde. Die sind im Verhältnis zu 25 kg nicht viel teurer.

@Krizu

bezüglich  <<gibt es da keine Probleme mit eingedrückten Schleifkörnern? Am Übergang von Fossil zu Gestein?>>
So ein großer Experte bin ich da nicht, aber bei meinen Anschliffen gab es keine Probleme mit eingedrückten Körnern. Was ich wohl Anfangs hatte waren Kratzer aber die werden mit ein bischen Übung weniger bzw. sind jetzt weg ;D

Ich habe mal zwei Bilder mit eingefügt. Das eine hat eine Bildbreite von 5 cm und das andere 15 cm . Beide Ammoniten stammen aus der Porta. Der kleinere ist ein Macrocephalus was das andere für einer ist weiß ich nicht.

schönen Gruß an alle
nautilus

Offline nautilus

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Re: Schleifpulver
« Antwort #12 am: 12 May 05, 22:33 »
Hier das zweite Bild  ;D

Offline Profipräp

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Re: Schleifpulver
« Antwort #13 am: 13 May 05, 08:07 »
Hallo Krizu,
ich würde mal gerne wissen, was du genau bearbeitest und ob du auch Dünnschliffe herstellst. Ich mache z.B. überwiegend  Großdünnschliffe für Fazies und große Fossilorganismen in der Größe von 50x50mm bis 100x150mm. Nach dem Sägen nehm ich auf der rotierenden Gußeisenläppscheibe normalerweise 120er oder 220er Pulver, dann 400er und als Abschluß 800er. Es kommen auch eine Läppmaschine (Logitech zum Handstücke Läppen und für Druckfreies Schleifen von 50x50mm Schliffen) und eine Flächenschleifmaschine (MPS 2) zum Einsatz. Porenraumfärbung und diverse Carbonatfärbemethoden kommen ebenfalls zum Einsatz. Meine  Chefs sind mit der Qualität meiner Schliffe äußerst zufrieden, auch unsere Gäste sind begeistert, was bei uns alles möglich ist. Meistens kriege ich auch von Materialien Dünnschliffe hin, bei denen andere Institute behaupten, das ginge nicht. Das einzige, was ich nicht mache, sind polierte Schliffe, weil dafür bräuchte ich eine spezielle Schliffpoliermaschine. Da wir das im Normalfall für paläontologische Schliffe nicht brauchen, hab ich das halt nicht.
Ansonsten: gut schleif.
Gruß
profipräp

Offline Krizu

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Re: Schleifpulver
« Antwort #14 am: 13 May 05, 10:05 »
ich würde mal gerne wissen, was du genau bearbeitest und ob du auch Dünnschliffe herstellst.

Hallo,

von 1988 bis ca 1997 waren es Kristalle für Laseranwendungen. Ekelhaft wg. planparallel, keine Wölbung und der besonderen Eigenschaften. Von weich bis Granat oder auch manchmal Metalle.

Dann Halbleiterkristalle, GaAs, Si, Schichtsysteme. Dicken Minimum war mal 8µm  ;D Normal bei Spahir 2Zoll mit der Verspannung von der Epitaxie 70 bis 90µm bis zum Hochglanz (chemisch-mechanisch). Jetzt eigentlich nur noch mal kleine Steine/Erze und Kristalle fürs mikroskopieren von Hand.

Von den Logitechs wurde ich auch immer begleitet  8) Dann aber mit den Kristallhaltern. Warst Du mal in Schottland beim Training? Oder in Willich?

Schöne Bilder  :o
MfG

Frank