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Fluoreszierender Uranophan???

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etalon:
Hallo Martin,


--- Zitat ---Ob der ganze Kristall dann eine einheitliche Phase ist, muss darüber hinaus abgeklärt werden.
--- Ende Zitat ---

Ja, das stimmt, aber das trifft auch auf andere gängige Analyseverfahren zu (z.B. EDX). Daher ja auch mein Ansinnen auf eine Strukturanalyse...  ;)


--- Zitat ---Deshalb auch meine eingangs geäußerte Skepsis bzgl der Analyse von Mineralien mittels UV-Vis Lumineszenzspektroskopie.

--- Ende Zitat ---

Wie gesagt, will ich ja auch keine Mineralienanalyse machen, sondern suche lediglich eine einfache und schnelle Unterscheidungsmöglichkeit von Uphan und Sklodowskit (Fundortspezifisch), notfalls mittels einer Referenzspektrendatenbank. Ich denke (hoffe), das kann man hinbekommen...  :-\


Jetzt habe ich die Uranophan-Spektren von Menzenschwand fertig gemacht. Das sah doch sehr unerwartet aus, daher habe ich die Messung noch einmal wiederholt, um Messfehler auszuschließen. Das sieht also tatsächlich so aus:

Uranophan von Menzenschwand/Schwarzwald, angeregt mit UV@365nm:

Fluoreszierender Uranophan???


Und wenn ich mir das so anschaue, dann glaube ich zunehmend, dass Wang et al die Messdaten für Sklodowskit und Uranophan vertauscht hat! Das würde dann auch die EDX-Messung bestätigen. Ich glaube ja durchaus, dass mal ein oder zwei meiner Minerale falsch beschriftet oder zugeordnet sind, aber so langsam lässt sich das nicht mehr durch Zufälle erklären...   ???
Ich habe am gestern auch einige Uphane und Sklodowskite von Ferdl bekommen, die Messreihe geht also weiter...

Grüße Markus

Lynx:
Hallo Markus,

Hmmm, das passt alles noch nicht so zusammen.

Die Uranophan-Referenz, die ich als sinnvoll erachte, ist das Lumineszenzspektrum eines synthetischen Uranophans bei Lehman 2008. Diese Daten passen nicht zu Wang 2005, könnten evtl. aber zu Sklodowskit bei Wang passen, wenn man so etwas wie 5nm Verscheibung zulässt..
Lehman 2008 (Uranophan) in nm: 484.5, 493.8, 512.3, 533.2,555.6,580.1
Wang 2005 (Sklodowskit) in nm: 496.6, 516.7, 538.7, 561.5
Wang 2005 (Uranophan) in nm:503.1, 525.5, 547.0, 570.5

Gorobets 1977 (Sklodowskit) : 532, 556, 579, (602) kaum strukturiert
Gorobets 2001 (via CISRO - luminescence database ): 520, 535, 550.

-Dein Uranophanspektrum aus #82 passt zu Uranophan (Lehmann), aber nicht zu Uranophan (Wang)
-Der Sklodowskit (Clara) passt nicht zu Uranophan (Lehmann) und hat im EDX kein Ca gezeigt, passt aber vielleicht zu Wang als Uranophan. Er passt aber auch nicht zu Sklodowskit (Wang) und auch nicht zu Sklodowskit Gorobets (1977 und 2001)
-Wenn Einigkeit in der Literatur besteht, dann bezügl dem, dass Sklodowskit wohl bei RT kein sinnvoll messbares Spektrum (Signal/Rauschen) ergibt.

Edit: Cunnane 1993 (siehe meine Antwort weiter unten) gibt ein RT-Spektrum zu Sklodowskit...


Ich bin auf die XRD-Ergebnisse gespannt!

Viele Grüße,Martin

etalon:
Hallo Martin,

ich finde schon, dass im Moment einiges darauf hinweist, dass die Daten von Uphan und Sklodowskit bei Wang (2005) vertauscht wurden (das passiert öfters als man denkt...). Dann würde nämlich (bei 5nm Toleranz) auch die Daten von Wang (2005) wieder zu Lehmann (2008) passen, und auch die Sklodowskit-Daten von Gorobets (1977) wären mit etwas Wohlwollen stimmig. Nur die Daten von Gorobets (2001) passen dann nicht auf Sklodowskit.

Von meinen Spektren würde dann der Sklodowskit (Clara) wieder ein Sklodowskit sein, was auch die EDX stützen würde, und alle gemessenen Uphane wären dann auch wieder Uphane, welche sonst dem Sklodowskit zugerechnet werden müssten, sollte Wang (2005) stimmen...

Die XRD-Ergebnisse werden wohl etwas dauern. Aber bis dahin werde ich auf jeden Fall noch einige Uphane und Sklodowskite vermessen. Dann werde ich ja sehen, ob die Spektren meine These stützen...

Was die grundsätzliche Fluoreszenz von Sklodowskit betrifft, so hatte ich bisher erst eine Stufe, welche keine Fluoreszenz gezeigt hat. Leider geht aus den ganzen Papern nicht hervor, woher die untersuchten Stücke stammen, so dass man da mal Vergleiche machen könnte. Wie gesagt, alle meine Stücke sind nicht strukturanalysiert, aber so langsam wären es doch der Irrungen etwas zu viel. Man muss auch mal die Stufen mit ihrer Kristallausbildung betrachten. Da habe ich bei der Stufe aus dem Kongo (#63) eigentlich keinen Zweifel, dass es sich um Sklodowskit handelt...

Grüße Markus

etalon:
Hallo zusammen,

the show must go on...  ;D

Uranophan aus Menzenschwand/Schwarzwald. EDX analysiert:

Fluoreszierender Uranophan???


Sklodowskit aus Shinkolobwe/Kongo:

Lynx:
Hallo ebenso-

ich hätte da noch eine Sklodowskit-Referenz ;-)  gemessen mit 364 nm Ar-Ionen Laser bei RT, Cunnane 1993 (also vor Wang 2005)
nach Digitalisierung der Daten von Fig 5.13 kommt man zu:

Cunnane 1993 (Skoldowskit) in nm: 505, 525,548,571   ........ und das sieht doch sehr nach Wang 2005 (Uranophan) aus.
Wang 2005 (Uranophan) in nm:503.1, 525.5, 547.0, 570.5
Wang 2005 (Sklodowskit) in nm: 496.6, 516.7, 538.7, 561.5
Lehmann 2008 (Uranophan) in nm: 484.5, 493.8, 512.3, 533.2,555.6,580.1

Gorobets 1977 (Sklodowskit) : 532, 556, 579, (602) kaum strukturiert
Gorobets 2001 (via CISRO - luminescence database ): 520, 535, 550.


Grüße, Martin

---
Cunnane, J. C., Gill, V. R., Lee, S. Y., Morris, D. E., Nickelson, M. D., Perry, D. L., & Tidwell, V. C. (1993). Uranium soils integrated demonstration: Soil characterization project report (No. FEMP/SUB--058). Fernald Environmental Restoration Management Corp., Cincinnati, OH (United States); Fluor Daniel Environmental Restoration Management Corp., Fernald, OH (United States).
http://www.iaea.org/inis/collection/NCLCollectionStore/_Public/26/033/26033657.pdf

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