Mineralien / Minerals / Minerales > Fluoreszenz, Lumineszenz / Fluorescence, Luminescence
Fluoreszierender Uranophan???
etalon:
Hallo Martin,
na Gott sei Dank! Dann bin ich doch noch nicht ganz verblödet... ;D
Das macht es auch ein wenig einfacher, was die Validierungsanalysen betrifft. Denn dann sollten auch EDX-Analysen reichen. Mg und Ca lassen sich über dieses Verfahren zumindest punktuell unterscheiden...
Ich werde die Tage gleich mal einen Probenträger fertig machen.
Grüße Markus
etalon:
Hallo Martin, hallo Georg,
ich habe mir das Fluoritspektrum von Georgs Fluorit noch mal angesehen.
--- Zitat ---Zunächst zum Fluorit - hallo Georg -:
Nachdem ich nochmal in der Literatur gelesen habe, würde ich Sm2+ als Aktivator ausschließen und F2 (M)-centers als Leuchtzentren benennen. Das passt insgesammt besser zusammen.
--- Ende Zitat ---
Dabei finde ich auch, dass die F2 (M)-centers sehr gut passen. Allerdings stammen zumindest die kleinen Peaks bei 435nm, 595nm und 648nm wohl von Tb3+ (Panczer et al 2005). Den Peak bei 469nm habe ich noch nicht sinnvoll verräumt bekommen.
Wenn das damit geklärt sein sollte, dann werde ich die Stufe wieder an Georg zurück schicken?
Weiterhin habe ich gestern endlich mal den 405nm Laser bekommen, musste aber mit erschrecken feststellen, dass dieser auch deutlich über 420nm noch emittiert. Das hatte ich bei einem Laser so eher nicht erwartet. Mag sein, dass es daran liegt, dass es ein Produkt aus Fernost ist, aber so viele Hersteller von den verbauten Laserdioden wird es wohl nicht geben. Das macht eine Anwendung für mich recht schwierig, da ich meine Messungen von 430nm weg mache. Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten: Entweder ich rege weiterhin mit 365nm an, oder ich filtere den Laser recht aufwendig auf 405nm. Ob ich zu letzterem Lust habe, weiß ich noch nicht so recht (entsprechende Filter bekommt man nicht für´n Appel und ´n Ei). Ich habe noch mal zwei andere 405nm Lasermodule bestellt, um das zu vergleichen, aber so richtig zuversichtlich bin ich nicht...
Grüße Markus
guefz:
--- Zitat von: etalon am 03 Aug 17, 12:33 ---Möglicher weise kann man auch mit einem vernünftigen Raman-Spektrum weiter kommen?
--- Ende Zitat ---
Für beide Minerale gibt es Referenzen, ein Artikel von Ray Frost macht auch den direkten Vergleich der Spektren (Journal-of-Raman-Spectroscopy, Ausg. 37, 2006, S. 538-551).
Günter
etalon:
Hallo Günter,
sorry für die späte Antwort, war im Urlaub...
Auf Deinen angegebenen Artikel habe ich leider keinen Zugriff. Hast Du den als PDF parat? Das würde mich wirklich interessieren...
Was die Unterscheidung von Sklodowskit und Uphan mittels Raman betrifft, so habe ich mal die entsprechenden Spektren auf RUFF (532nm) verglichen, und halte es für ziemlich ambitioniert, da eine Unterscheidung anhand selbiger durchzuführen. Hast Du Dir das mal angesehen?
Leider gibt es da nicht mehrere Vergleichsspektren von Proben unterschiedlicher Fundorte. Es würde mich interessieren, in wieweit sich die Spektren allein aufgrund natürlicher Verunreinigungen und Gitterdefekten (anderes Schwingungsverhalten der Moleküle?) variieren...
Grüße Markus
etalon:
Hallo zusammen,
ich möchte heute mal eine kleine Zusammenfassung meiner aus diesem Projekt erwachsenen, bescheidenen Erkenntisse beisteuern. Als erstes habe ich mich noch mal um die Referenzen gekümmert. Nach eigener Validierung und Kontrolle durch andere wissenschaftliche Abhandlungen halte ich es für erwiesen, dass die angeführten Peaklagen für Uranophan und Sklodowskit bei Wang et al (2005) vertauscht worden sind. Das im Hinterkopf, passen die Peaklagen von Wang et al (2005) und Cunnane (1993) im Rahmen der Messgenauigkeit hervoragend zusammen, und können auch durch eigene Messungen bestätigt werden. Bei den Uranophan-Daten weichen die Daten von Wang et al (2005) zu den Daten von Lehmann (2008) mit zunehmender Wellenlänge immer stärker von selbigen ab (ca. 3nm-6nm), was z.B. eine ungenügende Kompensation der nichtlinearen Dispersion des Spektrometers durch eine unzureichende Wellenlängenkalibrierung des Spektrums als Ursache haben kann.
Sklodowskit (nm):
505,0 / 525,0 / 548,0 / 571,0 *
503,1 / 525,5 / 547,0 / 570,5 **
Uranophan (nm):
484,5 / 493,8 / 512,3 / 533,2 / 555,6 / 580,1 ***
/ 496,6 / 516,7 / 538,7 / 561,5 / ****
* Cunnane (1993)
** Wang et al (2005)
*** Lehmann (2008)
**** Wang et al (2005)
Die oben aufgeführten Werte als Referenz betrachtend, habe ich einige Uranophane/Sklodowskite spektrometriert. Die meisten (aber nicht alle) Spektren habe ich hier im Verlauf ja schon gepostet (Achtung: Der Text in den Spektren gibt die Informationen von dem Sammlungszettel der jeweiligen Stufe wieder, nicht meine daraus gewonnene Erkenntnis. Sonst wäre das Spektrum für mich im Nachhinein nicht mehr zu zuordnen). Nun habe ich alle Stufen auch noch mal mittels EDX analysieren lassen. Die Ergebnisse der Sammlungszettel, Fluoreszenzanalysen und EDX-Analysen soll folgende Tabelle zeigen (dabei wurden 5nm Toleranz akzeptiert):
Sammlungszettel / Fluoreszenzanalyse / EDX-Analyse
Uranophan (Großschloppen) / Uranophan / Uranophan
Sklodowskit (Shinkolobwe) / Uranophan / Uranophan
Sklodowskit (Grube Clara) / Sklodowskit / Sklodowskit *
Sklodowskit (Musonoi) / Uranophan / Uranophan
Uranophan (Shinkolobwe) / Uranophan / Uranophan
Uranophan (Großschloppen) / Uranophan / Uranophan
Uranophan (Menzenschwand) / Uranophan / Uranophan
Uranophan (Menzenschwand) / Uranophan / Uranophan
Uranophan (Menzenschwand) / Uranophan / Uranophan
Uranophan (Menzenschwand) / Uranophan / Uranophan
Uranophan (Grube Clara) / Uranophan / Uranophan
Uranophan (Grube Clara) / Uranophan / Uranophan
* Der Sklodowskit ist durch zwei unabhängige EDX-Analysen in verschiedenen Labors bestätigt worden.
Wie man sehen kann, habe ich bei meinen Fluoreszenzspektren eine 100%ige Übereinstimmung mit den EDX-Spektren. Daraus haben sich einige Überaschungen ergeben, z.B. dass der einzige tatsächliche Sklodowskit mein Fund aus der Grube Clara war. Selbst bei der Stufe aus Musonoi, wo ich entgegen der Daten des Fluoreszenzspektrums der Überzeugung war, dass es sich um Sklodowskit handeln müsse, wurde ich eines Besseren belehrt. Spektren lügen nicht... >:D
Nach momentanem Stand kann ich also feststellen, dass mein Ziel, eine schnelle und einfache Unterscheidungsmöglichkeit für Uranophan und Sklodowskit zu haben, funktioniert (und zwar besser, als ich dachte). Allerdings muss das Verfahren noch mit ein paar Sklodowskiten weiter validiert werden. Da bin ich aber dran...
Weiterhin habe ich an dem Spektrometer weiter gebastelt. Leider habe ich festgestellt, dass eine konfokale Anregung durch das Objektiv nicht funktioniert, da sowohl die Beschichtungen als auch Substrate des Strahlteilers und der Mikroskopoptik eine sehr breitbandige Eigenfluoreszenz unter 365nm und 405nm Anregung aufweisen, welche das Messsignal überlagert. Daher werde ich wieder extern anregen.
Bis hier hin bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden und werde weiter berichten...
Soweit für heute,
Grüße Markus
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