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Autor Thema: Hat jemand eine Idee um welche Minerale es sich handelt?  (Gelesen 3348 mal)

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Offline IntronX

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Guten Abend!

Habe am Sonntag diesen Basaltstein entdeckt. Die Mineralien, die darauf sitzen, habe ich so noch nicht gesehen. Hat jemand, anhand der Fotos, eine Idee um was es sich handelt? Gefunden habe ich das Stück im Basaltbruch Gonterskirchen, im Vogelsberg.

Edit: Mit einer "Juwelier-Lupe" (60x) habe ich Chabasit auf der Oberfläche identifiziert. Bin mir leider jedoch nicht ganz sicher, laut Google sieht es aber sehr danach aus. In Form von würfelähnlichen Kristallen im MM-Format. Es gibt noch andere Zeolithe. Leider reicht mein Licht nicht in die kleinen Hohlräume, dort sitzen kugelförmige MM. Dafür braucht man aber wohl am besten ein Mikroskop.
Ich versuche, bei Tageslicht, bessere Bilder zu machen.


Glück auf!
« Letzte Änderung: 16 May 17, 01:50 von IntronX »

Offline giantcrystal

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Re: Hat jemand eine Idee um welche Minerale es sich handelt?
« Antwort #1 am: 16 May 17, 10:57 »
Hallo aus Mittelfranken

scheint sich um eine hydrothermale Nachphase / Umwandlung im Basalt zu handeln. Ich würde mal vorsichtig auf Epidot tippen. Falls sehr weich, käme auch ein neugebildetes grünes Tonmineral in Frage, zum Beispiel Nontronit

Glück Auf

Thomas

Offline IntronX

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Re: Hat jemand eine Idee um welche Minerale es sich handelt?
« Antwort #2 am: 16 May 17, 19:44 »
Hi Thomas!

Danke, für deine Einschätzung! Leider komme ich mit den Möglichkeiten der Fotografie an meine Grenzen. Habe jetzt nochmal Bilder gemacht, ob sie hilfreich sind ist fraglich. Ich werde das Stück demnächst mit auf ein Treffen eines Mineralienfreunde-Vereins nehmen, dort kann bestimmt näheres gesagt werden.
Das grün/gräuliche Mineral ist weniger hart, als das oben sitzende, milchig-weiß, kalkig-raue Mineral. Das Lupenbild zeigt die, meiner Meinung nach, Chabasit-Kristalle.


MfG

Offline smoeller

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Re: Hat jemand eine Idee um welche Minerale es sich handelt?
« Antwort #3 am: 17 May 17, 22:54 »
Hallo,

Gut möglich, dass es ein Teil eines sog. Xenolithes ist, also ein Einschluss eines Fremdgesteins (Umgebungsgestein oder auch Kieselstein, der von der Schmelze beim Aufstieg mitgerissen wurde). Das helle erinnert mich an Quarz, der einer Hitzeeinwirkung ausgesetzt wurde. Habe ich in den Basalten der Oberpfalz und der Eifel (ähnliche Bildungsbedingungen und +/- gleiches Alter) auch schon gesehen.

Das weiche grüngraue ist sicher ein Tonmineral, aus der Oberpfalz ist mir in dieser Form u.a. Saponit bekannt, ansonsten kann es auch Montmorillonit sein. Nontronit ist auch möglich.

Glück Auf!
Sebastian

Offline IntronX

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Re: Hat jemand eine Idee um welche Minerale es sich handelt?
« Antwort #4 am: 18 May 17, 11:00 »
Hi Sebastian,

ich wette, Du durftest in der Schule selten etwas sagen, weil, Du ein Thema auf den Punkt bringst und dann alles gesagt ist. :P Wirklich gut, danke! Deine Beurteilung ist absolut nachvollziehbar.

 - Mir kam auch zuerst Quarz in den Sinn - dafür spräche auch die Härte.
 - Montmorillonit wird literarisch erwähnt, bezogen auf den Bruch in Gonterskirchen. Obwohl mir Saponit, wegen der Seltenheit, lieber gewesen wäre.

Ich bleibe dran, denn, für diesen Bruch gibt es einen interessanten Vermerk: "...sowie einige noch nicht identifizierte Arten." beim Thema Mineralogie (Vorkommen) in GoKi.
Es wird wohl noch viel Ausdauer brauchen, dem Stein alle Geheimnisse zu entlocken. So weit aber, vielen Dank, für die bisherigen Antworten!


Glück auf!

Offline IntronX

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  • Fluorit "Mahodari, Indien"
Re: Hat jemand eine Idee um welche Minerale es sich handelt?
« Antwort #5 am: 09 Jun 17, 12:29 »
Hallo!

Auch wenn dieser Fund nicht besonders ist, hat er mir doch keine Ruhe gelassen. Letztens war ich in Marburg, im Mineralogischen Museum der Philipps-Universität. Bei der Gelegenheit bat ich den zuständigen Professor, sich den Stein mal anzusehen. Im Grunde kam er zu selbigem Ergebnis wie hier auch schon vermutet wurde.

Es handelt sich um ein Nebengesteinsfragment, welches beim Aufstieg des Basaltmagmas in der Kruste inkorporiert wurde. Vermutlich fand die Aufnahme in einem relativ hoch gelegenen Krustenstockwerk statt, da die kontaktmetamorphe Überprägung relativ gering ist.
Es handelt sich vermutlich um ein sehr Quarz-reiches Nebengesteinsfragment, dass an zwei Stellen teilweise aufgeschmolzen ist, was an einigen rundlichen Blasen zu erkennen ist.
Die im Millimeterabstand, parallel zum Kontaktstein auftretenden, gelblichen Veränderungen, weisen auf eine Neubildung eines Minerals hin.
Weiterhin sind zwei unterschiedlich gefärbte Kontaktzonen zu erkennen. Eine grünliche, zum Xenolith gehörende und eine violette, die dem Basalt zuzurechnen ist. Hier hat ein diffusiver Stoffaustausch zwischen beiden Partnern stattgefunden.

Um genaueres sagen zu können, bedarf es jedoch eines Dünnschliffs. Die Bestimmung geschah makroskopisch.
Dieses Thema ist hier somit abgeschlossen.


Gruß und Glück auf!

 

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