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Autor Thema: Reinigung von Mineralienstufen mit einer kalten Oxalsäure-Lösung  (Gelesen 7514 mal)

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Offline HBreuer

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Welche Mineralienarten lassen sich hiermit reinigen ? Hat jemand Erfahrungen gesammelt ?

Ich habe bislang eine Lösung verwendet aus ca. 50ml reiner Oxalsäure (pulverig) auf ca. 3ltr. kaltes Wasser und darin meine verschmutzten Baryt- / Fluoritstufen (mal mit mal ohne Galenit) für ca. 1 Tag, max. 2 Tage hineingelegt. Deckel drauf und fertig. Danach in sauberes Wasser für einige Stunden gelegt, dann unter fließend Wasser gesäubert. Rückstände evtl. mit dem Druckreiniger und/oder Ultraschallreiniger gelöst und dabei gute Erfahrungen gemacht.  Ebenso bei Baryt-Stufen mit Goethit-Einschlüssen.
Haematit-Stufen, Pyrit-Markasit-Stufen scheint die kalte Lösung auch nicht anzugreifen. Mit heißer Lösung habe ich keine Erfahrung, habe dazu auch nicht die Möglichkeit (meine Frau würde mich in die Verbannung schicken).


Bei Malachit, Pseudomalachit, Chrysokoll, Kupferkies traue ich mich nicht, solch eine Lösung anzuwenden. Wer hat da Erfahrungen ?

Gruß, Herbert

Offline Maibolte

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Hallo,

erste Erfahrung: lass den Fluorit aus der Oxalsäure! Habe mir eine Berbes Stufe vernichtet.
Diese ist matt geworden.
Also: Die Srufe 24 Std. wässern, dann in eine warme Lösung mit Oxalsäure legen.
Ich nehme 80g/l Oxalsäure, das geht ganz gut. UND: Die Lösung mit dest. Wasser ansetzen,
denn das Calcium im Leitungswasser kann zu unschönen und schwer entfernbaren Belägen
führen. Die Behandlung kann u.U. mehrere Tage dauern. Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist
wieder wässern und spülen, aber alles mit dest Wasser.

Das ist für dich eine kleine Hilfe, aber hier kommt bestimmt noch mehr. Gebe mal Oxalsäure in die Suche ein,
da wirst du bestimmt fündig.

Gruß Dirk

Offline HBreuer

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Hallo Dirk, danke für den Hinweis. Ich verwende für die Oxal-Lösung Regenwasser, kalt ! Weicher geht's wohl nicht. Bislang habe ich noch keine negativen Erfahrungen damit gemacht beim Fluorit. Vielleicht sollte ich mal besser vorher und nachher beobachten und die Fluorite auf ihren Glanz prüfen. - Und was hälst Du vom Säubern per Hochdruckreiniger ?  Klar gehen dabei die ohnehin schon etwas lockeren Teile verloren, andererseits kann ich damit aber die größeren Kristalle davon befreien.
Herbert

Offline Axinit

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Servus,

fuer die Reinigung von Malachit  (Pseudomalachit), Chrysokoll ist Oxalsaeure nicht geeignet.

GA

Harald

Offline Maibolte

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Hallo Herbert,

mit einem Hochdruckreiniger habe ich keine Erfahrung, aber ich denke das härtere
Minerale, wie Quarz, das schon abkönnen.
Wenn du mit deinem Regenwasser keine negativen Probleme hast ist es ja gut.

Da würde mich aber interessieren: Haben hier andere Kollegen ähnliche Erfahrungen?
Wie sieht das aus mit Regenwasser?

Gruß Dirk

Offline Harzsammler

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Da würde mich aber interessieren: Haben hier andere Kollegen ähnliche Erfahrungen?
Wie sieht das aus mit Regenwasser?

Ich nehme für alle Ansätze zur Mineralienreinigung Regenwasser, auch zum verdünnen von Säuren.
Das geht wunderbar, ist umsonst, ist bei mir immer greifbar und wie gesagt, weicher geht es kaum.

Grüße,
Michael


Offline Maibolte

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Da würde mich aber interessieren: Haben hier andere Kollegen ähnliche Erfahrungen?
Wie sieht das aus mit Regenwasser?

Ich nehme für alle Ansätze zur Mineralienreinigung Regenwasser, auch zum verdünnen von Säuren.
Das geht wunderbar, ist umsonst, ist bei mir immer greifbar und wie gesagt, weicher geht es kaum.

Grüße,
Michael

Hast du die Wasserhärte mal gemessen? Nur so aus Neugier.
Gruß Dirk

Offline HBreuer

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Zur Wasserhärte von Regenwasser:  Habe ich nicht gemessen. Aber Seife geht nur schwer ab, also ist es weich.
Herbert

Offline Harzsammler

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Die Härte von Regenwasser hab ich auch nicht gemessen, von der Logik können aber keine Metallionen drin sein.
Der pH-Wert liegt bei mir um die 6, es ist also leicht sauer.

Grüße,
Michael

Offline Fabian99

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Hallo,

da im Regenwasser in der Regel keine Salze sind, fehlt auch das pH Puffersystem. Die Löslichkeit des CO2 aus der Luft reicht dann für einen pH-Wert um 6. Anders ist es, wenn es über Dachrinnen aufgefangen wird, da können Stäube etc leichte Änderungen machen.

Lg

(Ein Aquarianer - aber mit Umkehrosmose)

Offline harzgeist

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Die Verwendung von kalkfreiem Wasser als eine Voraussetzung bei der Anwendung von Oxalsäure ist gut und schön, wird aber ad absurdum geführt, wenn die zu reinigende Stufe selbst in der Lage ist, Calcium abzugeben. Das können auch Minerale sein, von denen  man es nicht erwarten würde, wie das Beispiel Fluorit beweist. Apatit oder (angewitterte) Feldspäte können ebenfalls Calcium frei setzen, dass sich dann als weißer Schleier über die gesamte Stufe legt. Oft weiß man leider erst im nachhinein, dass solche Minerale doch irgendwo anwesend gewesen sein müssen.

Weiterhin sind selbstverständlich alle säureempfindlichen Minerale für die Reinigung mit Oxalsäure nicht geeignet. Dazu zählen neben den Karbonaten u.a. auch fast alle Sekundärminerale.

Angesichts dieser Kriterien bleiben nur recht wenige Stufen übrig, die risikolos eine Oxalsäurebehandlung vertragen. In den meisten Fällen würden solche Stufen auch Salzsäure überstehen, die ebenso effektiv wirkt und in der Lage ist auch große Mengen Limonit zu lösen. (Die bekannte und gefürchtete hartnäckige Gelbfärbung kann durch eine nachfolgende Dithionitbehandlung sicher vermieden werden)

Unter dem Strich ist daher, bis auf wenige Ausnahmen (evtl. einige Sulfide) Oxalsäure nicht das Mittel der Wahl. Mich persönlich stört auch, dass die Gesteinsmatrix zu stark gebleicht wird und ein unnatürliches Aussehen bekommt.

Übrigens übersteht nach meiner Erfahrung Fluorit ohne sichtbare Beeinträchtigung auch Salzsäure, wobei auch eine Freisetzung von HF in gefährlicher Menge im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung nicht zu befürchten ist. Bei Oxalsäure wäre dies zumindest theoretisch -und entsprechend lange Einwirkzeit vorausgesetzt- denkbar.

Offline cmd.powell

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  • Calcit vom Winterberg, Harz
Moin

Sofern ihr euer Regenwasser nicht mit einem speziellen Sammeltrichter direkt "aus der Wolke" fangt, dürfte dort allerlei "Dreck" vom Dach, der Dachrinne etc. drin sein (nicht zu vergessen der unumweichliche Kondensationskeim, um den sich einst der Regentropfen gebildet hat, in Deutschland meistens irgendein Staubkorn). Hinzu kommt der mehr oder weniger niedrige pH-Wert, der nicht nur vom CO2, sondern auch von SO2 und NOx stammt, sprich Schwefelsäure und Salpetersäure. Ich weiß natürlich nicht um eure finanziellen Verhältnisse und vielleicht muss der eine oder andere ja sparen wo er kann, aber hier im Raum Hannover kostet der 5l-Kanister deionisiertes Wasser in einem beliebigen Baumark um die 2 Euro, das ist mir die "Gesundheit" meiner Stufen wert...

 

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