Die Verwendung von kalkfreiem Wasser als eine Voraussetzung bei der Anwendung von Oxalsäure ist gut und schön, wird aber ad absurdum geführt, wenn die zu reinigende Stufe selbst in der Lage ist, Calcium abzugeben. Das können auch Minerale sein, von denen man es nicht erwarten würde, wie das Beispiel Fluorit beweist. Apatit oder (angewitterte) Feldspäte können ebenfalls Calcium frei setzen, dass sich dann als weißer Schleier über die gesamte Stufe legt. Oft weiß man leider erst im nachhinein, dass solche Minerale doch irgendwo anwesend gewesen sein müssen.
Weiterhin sind selbstverständlich alle säureempfindlichen Minerale für die Reinigung mit Oxalsäure nicht geeignet. Dazu zählen neben den Karbonaten u.a. auch fast alle Sekundärminerale.
Angesichts dieser Kriterien bleiben nur recht wenige Stufen übrig, die risikolos eine Oxalsäurebehandlung vertragen. In den meisten Fällen würden solche Stufen auch Salzsäure überstehen, die ebenso effektiv wirkt und in der Lage ist auch große Mengen Limonit zu lösen. (Die bekannte und gefürchtete hartnäckige Gelbfärbung kann durch eine nachfolgende Dithionitbehandlung sicher vermieden werden)
Unter dem Strich ist daher, bis auf wenige Ausnahmen (evtl. einige Sulfide) Oxalsäure nicht das Mittel der Wahl. Mich persönlich stört auch, dass die Gesteinsmatrix zu stark gebleicht wird und ein unnatürliches Aussehen bekommt.
Übrigens übersteht nach meiner Erfahrung Fluorit ohne sichtbare Beeinträchtigung auch Salzsäure, wobei auch eine Freisetzung von HF in gefährlicher Menge im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung nicht zu befürchten ist. Bei Oxalsäure wäre dies zumindest theoretisch -und entsprechend lange Einwirkzeit vorausgesetzt- denkbar.