Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals

Mineralien - warum der Fundort wichtig ist

<< < (3/3)

Mabu:
Hallo Enrico,

noch mal kurz zur Frage, warum der Fundort so wichtig ist:

Viele Informationen über eine Mineral-Stufe sind entweder noch nachträglich abrufbar (z. B. um welches Mineral es sich handelt; bei seltenen Mineralien kann eine genauere Analyse auch schon einmal zu der Erkenntnis führen, dass man ein anderes Mineral hat, als man bisher angenommen hatte), oder aber sie können im Lauf der Zeit variieren oder mehr oder weniger willkürlich festgelegt werden (z.B. der Wert einer Stufe).

Es gibt aber auch Informationen, die wirklich für eine Stufe spezifisch sind und im Nachhinein nicht mehr ermittelt werden können. Wenn man sich nicht notiert, wie viel man für eine Stufe bezahlt hat, wer sie gefunden hat oder von wem man sie erhalten hat, kann man das meistens nach einigen Jahren auch nicht mehr herausfinden.

Dasselbe gilt für den Fundort. Manche Stufen lassen sich zwar rein optisch mit ziemlicher Sicherheit zuordnen, aber bei vielen ist das unmöglich. Wenn man diese Information also nicht hat, kann man sie auch nicht mehr mit 100&iger Sicherheit nachträglich herausfinden. Und von wissenschaftlicher Seite aus betrachtet ist für eine Stufe vor allem der Fundort wichtig, da das zweite genauso wichtige Kriterium, nämlich um welche Mineralien es sich handelt, jederzeit neu bestimmt werden kann.
Allein das Wissen um den Fundort kann später in vielen Fällen auch die Bestimmung des Minerals erleichtern.

Es kommt noch etwas hinzu:
Das Mineral auf einer Stufe kann an einem Fund sehr häufig vorkommen und nichts besonderes sein. An einem anderen Fundort dagegen mag es nur extrem selten vorkommen oder vielleicht gerade zum ersten mal gefunden worden sein. In Fachzeitschriften und Datenbanken würde dann aufgeführt werden, wenn ein Mineral neu an einem Fundort gefunden wurde. Davon hängt also auch der wissenschaftliche Wert einer Stufe ab und das kann auch stark beeinflussen, für wie viel Geld eine Stufe verkauft wird (Mal ein Beispiel: Eine kleine Stufe mit guten Krokoiten von Tasmanien wird im allgemeinen weniger kosten als eine optisch gleichwertige von Callenberg in Sachsen, da in Tasmanien einfach mehr gute Stufen gefunden wurden und im Gegensatz zu Callenberg auch noch immer gefunden werden).

Noch ein Tip zum notieren der Mineralstufen-Informationen:

Wenn man ein Computerprogramm nutzt, kann das Vorteile haben. Man kann dann Informationen schneller sortieren und filtern. Auch die Weitergabe ist im Fall der Fälle einfach. Falls man Angst hat, dass die Daten auch komplett verloren gehen könnten, kann man ja von Zeit zu Zeit die neu dazu gekommenen Einträge ausdrucken. Am Anfang könnte man Excel oder vergleichbare Programme nutzen. Es gibt für umfangreichere Mineraliensammlungen auch professionelle Programme zur Sammelverwaltung; oft in Form einer Datenbank.

Ich hoffe, das hilft etwas weiter...

Gruß
Marko


Gicko231:
Danke für die sehr ausführliche Antwort Skibbo. Ich glaube auch das ich später schon meinen Weg gehen werde. Werde in Zukunft auch nur noch Mineralien mit Fundort kaufen, da ich auch die Erklärungen sehr plausibel fande und schon den Sinn darin sehe.

Allgemein danke für alle Leute die sich die Zeit genommen haben und mir geantwortet haben.

mfg
Enrico

Alcest:
Hallo Enrico,

ich fing 2011 im Rahmen des Geostudiums mit der Sammlerei an. Anfangs ging es mit "Buntit" los. Irgendwelche Berylle, Pyrit aus Spanien, Vanadinit aus Marokko, Antimonit... Dann ging es relativ fix an das harte Zeug - Uranminerale und alles, was mit Arsen zu tun hat. Heute sammle ich relativ restriktiv primäre Nickelerze, vorwiegend Arsenide und gern auch derb. Zeug, wo wohl viele Sammler angesichts der nicht vorhandenen bzw. winzigen Kristallen nur den Kopf schütteln können. Ich verkaufe auch Material, was nicht mehr in meine Sammlung passt. Natürlich nicht professionell.

Ich finde es nicht verwerflich, anfangs "alles" sammeln zu wollen. Vielleicht entwickelt sich das schnell und wenn nicht ist es auch nicht schlimm. Hauptsache dir macht das Hobby Spaß! Anfangs kaufte ich nur über das Internet, heute auch einiges über Börsen oder längerfristige Kontakte. Speziell die Börsen sind immer wieder Highlighte.

Zur Fundortthematik: selbst zu meiner Anfangsphase waren die immer bei. Von diesem Material sind wohl 95% verkauft. Bei mancher Stufe war ich sehr erstaunt, was im Verkauf herumgekommen ist. Ohne Fundort undenkbar, sofern es kein 100%ig charakteristisches Material ist.

Ohne schleimen zu wollen: ich finde es gut, wie du dich ausdrückst. Gebildeten Nachwuchs, bei dem ich beim ersten Lesen alles verstehe, sieht man leider viel zu selten. Aus dir wird noch ein großer Sammler ;) Auf Börsen bekommst du bestimmt auch Sonderrabatte. Junge Menschen, die nicht nur auf Schmuck abfahren, sind sehr gern gesehene Käufer!

Aus deiner Suche kann ich zunächst nichts Interessantes bieten. Vielleicht später!

LG
Jan

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln