Servus,
die Diskussion ist in der Tat interessant, aber dreht sich ein wenig im Kreis

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Nach Lektuere der Publikationen von Strunz et al. und Pazout et al. (nochmals Danke an Stefan) moechte ich folgende Fakten beitragen:
(1) Das Mineral
Refikit ist eine uneinheitliche Substanz und besteht aus zwei verschiedenen, chemischen Verbindungen, A und B, die sich um zwei Massenzahlen (zwei H-Atome unterscheiden). Das Verhaeltnis von A zu B im Kristall wurde m. W. nicht bestimmt.
(2) A und B unterscheiden sich lediglich in einem Substituenten (in rot bzw. blau) am Terpengeruest aus drei sechsgliedrigen Ringen. Besagter Substituent ist entweder eine Isopropyl -CH(CH3)2-Gruppe (blau) oder eine Methylvinylgruppe -HC=CHCH3 (rot).
(3) Die Methylvinylgruppe enthaelt eine C=C Doppelbindung, die im IR und Ramanspektrum charakteristische Banden aufweist (> 3000 cm-1, ca. 3020 - 3080 cm-1 sowie ca. 1640 - 1680 cm-1).
Die Isopropylgruppe zeigt ebenfalls typische schwingungspektroskopische Absorptionen (C-H Streckschwingung liegt bei Werten < 3000 cm-1, ist aber von den anderen CH Streckschwingungen kaum zu unterscheiden).
Je nach Verhaeltnis von A zu B in der Probe sind die C=C Schwingungen mehr oder weniger gut beobachtbar (es gilt auch hier das Lambert-Beer-Gesetz). Dies koennte m. E. zwanglos die Messergebnisse von Guenter erklaeren.
(4) A und B besitzen beide Carboxylgruppen - die CO Schwingung sollte im IR sehr gut zu sehen sein.
Die Auswahlregeln fuer IR und Raman sind komplementaer: eine Schwingung die mit der einen Methode schlecht beobachtbar ist, sieht man mit der anderen gut: z. B. CO (IR +++) Raman (--).
(5) Refikit hat nichts mit Fettsaeuren zu tun, sondern leitet sich von dem Kohlenwasserstoff Phenanthren her.
Fortsetzung folgt - falls erforderlich.
BG
Harald