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Autor Thema: Grieseligkeit bei NIKON DLSR  (Gelesen 7529 mal)

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Offline Micki

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Re: Grieseligkeit bei NIKON DLSR
« Antwort #15 am: 29 Oct 17, 22:27 »
Hi,

NEF ist das sogenannte RAW, also im Prinzip die angepassten Rohdaten vom Sensor, gewissermassen das digitale Negativ. Angepasst deshalb, weil natürlich beim Speichern in dem Rohformat schon Anpassungen vorgenommen wurden - das ist die Expertise des jeweiligen Kameraherstellers. Man ist also einen Schritt vor dem JPEG. Man kann noch Belichtungsanpassungen machen, ohne das zu Abrissen im Histogramm kommt, man kann die Farbe anpassen, nachschärfen etc.
JPEG ist hingegen schon einen Schritt weiter, Belichtugsanpassungen selbst kann man nicht mehr machen, nur Helligkeit etc.. Und dabei im Vergleich z. B. zu tif ist jpeg - das ist ja auch schon einen Schritt weiter - nicht verlustfrei. Das heisst, das jedesmal, wenn man die Datei als jpeg speichert, man Informationen verliert. Wenn  man das zu oft macht und/oder eine zu niedrige Qualität nimmt, bekommt man sogenannte JPEG-Artefakte im Bild.

LG Micki

Offline harzgeist

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Re: Grieseligkeit bei NIKON DLSR
« Antwort #16 am: 30 Oct 17, 12:57 »
Hallo Micki,

Zur von dir angesprochenen Problematik zum Spektrum der Lichtquelle gab es mal vor längerer Zeit eine ausführliche Diskussion auf Mindat (ich finde jetzt den Link nicht). Das Ergebnis war jedenfalls, dass die Frage des Spektrums oft überbewertet wird. Beispielsweise und bekanntermaßen ist das Spektrum des Sonnenlichtes alles andere als kontinuierlich. Wichtig ist nur, dass Anteile im Spektrum enthalten sind, die den Sensor auf allen drei Farben zum Ansprechen bringen. Je gleichmäßiger desto besser.
LEDs zeigen (noch) ein deutliches Defizit im grünen Bereich. Mit einem individuellen Weißabgleich ist das aber in den Griff zu bekommen, wenigstens bei guten neueren LEDs. Die Standerdeinstellungen der Kamera passen aber meist nicht.
Dass sich bestimmte Farben nicht naturgetreu darstellen lassen, liegt nicht am Licht, sondern am Farbmodell, bzw. der Zerlegung in die drei Grundfarben überhaupt. Ein bekanntes Beispiel ist die Farbe von Dioptas.

Thomas

Offline uwe

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Re: Grieseligkeit bei NIKON DLSR
« Antwort #17 am: 31 Oct 17, 08:36 »
Die besten Farbergebnisse habe ich bei Tageslicht und bedeckten Himmel an einem Nordfenster erzielt. Das Licht ist etwas schwach, aber da sich Stufen nicht bewegen, kann man eine längere Belichtungszeit wählen. OK, diese Art der Ausleuchtung ist nicht professionell, aber sehr preiswert.

Gruß
Uwe

Offline Harald Schillhammer

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Re: Grieseligkeit bei NIKON DLSR
« Antwort #18 am: 01 Nov 17, 08:43 »
Die besten Farbergebnisse habe ich bei Tageslicht und bedeckten Himmel an einem Nordfenster erzielt. Das Licht ist etwas schwach, aber da sich Stufen nicht bewegen, kann man eine längere Belichtungszeit wählen. OK, diese Art der Ausleuchtung ist nicht professionell, aber sehr preiswert.

Gruß
Uwe

Was heisst hier nicht professionell? Jeder Profi oder versierte "Amateur" wird dir bestätigen, dass die weiche gleichmäßige Ausleuchtung von "northern light" durch keine Kunstlichtanordnung erreicht werden kann - ausser du willst Durchlichteffekte erzielen. Auch bei Mikros ist diese Methode nur begrenzt einsetzbar. Sieh dir mal die Fotos von Robert Brandstetter in den Lapisheften an, dessen Fotos sind fast alle so entstanden.

lg

Offline Micki

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Re: Grieseligkeit bei NIKON DLSR
« Antwort #19 am: 01 Nov 17, 12:05 »
Hi Thomas,

im Prinzip widersprechen sich unsere Ansichten nicht wirklich. Ich habe ja geschrieben, dass in dem Fall, dass nicht neutral gefiltert werden kann, bei der Lampe, oder sagen wir besser Lichtquelle, anzusetzen ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wenn problemlos neutral gefiltert werden kann, die Lichtquelle bezüglich der Farbwiedergabe ausreicht.  Auf Mindat bin ich derzeit nicht registriert, vielleicht mache ich das doch jetzt noch. Die Diskussion würde mich interessieren.

Mich stört in der ganzen Diskussion in diesem Thread, dass über neue Optiken und dergleichen gesprochen wird, aber das naheliegende, die Lichtquelle, und die damit bedingten Einstellmöglichkeiten bei der Kamera mehr oder weniger außer Acht gelassen werden. Und das, obwohl der Punkt nun wirklich finanziell einen Bruchteil von neuen Optiken ausmacht - wenn man natürliches Licht nutzen kann, natürlich umso besser. Wenn a) nicht genügend Licht vorhanden ist, ist man gezwungen auf ein höheres ISO zu wechseln, oder entsprechend eine sehr lange Belichtungszeit zu wählen, zumal man ja die Blende nutzt, um die anvisierte Tiefenschärfe zu erhalten. Wenn dann noch b) massiv beim Weißabgleich angepasst werden muss und die Lampe per se ein eher problematischen Spektrum hat, darf man sich nicht wundern, wenn es rauscht und die Farbwiedergabe suboptimal ist. Ein Weißabgleich ist natürlich das Mittel der Wahl, um möglichst gut neutral zu filtern, aber der kann auch nicht hexen, auch wenn wir oft glauben, dass digital fast alles möglich ist. Wie oft ich auf Messen Leute hatte, die die Farbe in ihren Bildern angepasst haben, ohne den Monitor zu kalibrieren, mit den entsprechenden Folgen, oder wie wild an ihrem Histogramm rumgedreht haben, das regelrechte Löcher entstanden (Philip, deswegen macht man auch seine Anpassungen bevorzugt in RAW und/oder konvertiert das RAW nach 48bit nicht 24bit, wenn man nachher noch anpassen möchte), kann ich nicht mehr zählen. Ich bin da ein gebranntes Kind.
 
Bzgl. der Sonne und ihrem Spektrum möchte ich anmerken, dass die Sonne natürlich kein Plankscher Körper und zudem abhängig von der Durchlässigkeit der Atmosphäre ist. Allerdings liegt ihre Farbart mittags bei bedecktem Himmel ungefähr bei der Plankschen Kurve. (Diese Lichtart wird demnach D65 für 6500K genannt). D65 ist zugegeben eine rechnerische Lichtart, bezogen auf die Möglichkeiten eine entsprechende künstliche Lichtquelle zu schaffen. Hier geht ein kleiner Gruß an die Nutzer von Tageslicht bei bedecktem Himmel und Nordfenster.  Das ist natürlich super, aber den richtigen Platz dafür muss man natürlich erstmal haben. Ich gehe mal davon aus, dass wir nicht von Bildern in der Abenddämmerung reden. :-)

Ich habe mal „Farbmetrik und Farbfernsehen“, Lang, Heinwig, 1978 hervorgezogen. Dort sind die einzelnen Aspekte und Herausforderungen bei der Farbwiedergabe sehr gut und verständlich erläutert, finde ich. Ob bewegtes oder stilles Bild ist da erstmal unerheblich. Ich habe zum Teil direkt zitiert (in Anführungszeichen), manche Dinge kann man einfach nicht besser beschreiben.  Wen es interessiert, der lese bitte weiter, oder auch nicht. Dies soll als ein wenig Hintergrund für meine Bemerkung dienen:
Erstmal ist sicherlich ist für die Farbempfindung entscheidend, dass nicht derselbe Farbreiz (Lichtstrahlung, die eine Farbempfindung auslöst) auf dem Bildschirm oder wo auch immer erzeugt werden muss, sondern lediglich ein gleichaussehender. Dabei kann für jeden Farbreiz ein gleichaussehender aus drei Grundfarben nachgemischt werden.
Die Farbreizfunktion, also die spektrale Strahldichte, die ein Objekt physikalisch kennzeichnet, ist zudem keine Eigenschaft des Objektes. Sie ist „Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen der auf den Körper auffallenden Strahlung und seiner Oberfläche. Die auffallende Strahlung rührt von einer ( oder mehrerer) Lichtquellen her. Die Farbe eines Gegenstandes ist also durch drei Einflussgrößen bestimmt:…Art der Beleuchtung, ..Eigenschaft seiner Oberfläche, das auffallende Licht wieder in die Umgebung zurückzustrahlen, und … der Fähigkeit des Auges, diese Strahlung nach drei verschiedenen spektralen Empfindlichkeitskurven zu bewerten. Daß wir trotzdem im Alltag mit der Vorstellung, die Farbe sei eine Eigenschaft des Gegenstandes alleine, Erfolg haben, liegt zum Teil an der Fähigkeit der Umstimmung“, gewissermaßen der Weißabgleich des Auges, „, durch die der Einfluss der Lichtquelle bis zu einem gewissen Grad kompensiert werden kann. Zum Teil liegt es daran, dass wir als Lichtquellen für Beleuchtungszwecke im Allgemeinen nur solche akzeptieren, die… ganz bestimmte spektrale Eigenschaften haben“.
(Kleiner Einschub von meiner Seite: Dies hat  meines Erachten heutzutage deutlich abgenommen, glaubt man doch oft, dass man alles schon digital wieder korrigieren kann. Hinzukommt, dass auch Profiphotographen in der kreativen Photographie gerne auch unkonventionelle Beleuchtungen verwenden, um einen bestimmten Effekt zu erreichen. Die wiederum wissen in der Regel, was sie  warum tun.)

Zum Thema „Einfluss der Beleuchtung auf die Körperfarben“: „…..zwei bei Tageslicht bedingt gleiche (metamere) Körperfarben, die zwar in ihren Farbwerten, nicht aber in ihren Farbreizfunktionen übereinstimmen, zeigen bei einer anderen Beleuchtungsart...einen Farbunterschied …Andererseits ergeben sich im allgemeinen zwei verschiedene Farbarten, wenn man ein und dieselbe Oberfläche, charakterisiert durch einen bestimmten spektralen Strahldichtefaktor, mit zwei Lichtquellen beleuchtet, deren Farbart gleich ist, die aber unterschiedliche spektrale Strahlungsverteilungen haben. Wir verdeutlichen dies an einem extremen Beispiel…“ (Das Beispiel kann ich bei Bedarf nachliefern, aber dann muss ich den Teil des Artikels scannen) „…dieses Beispiel soll zeigen, dass z.B. eine Leuchtstofflampe, deren Lichtart sehr gut mit der des mittleren Tageslichtes übereinstimmen, wegen der kräftigen Spektrallinien in ihrem Spektrum zu deutlichen Farbverschiebungen der beleuchteten Objekte gegenüber natürlichem Tageslicht führen kann. Man sprich deshalb auch von der Farbwiedergabe einer bestimmten Lichtquelle“.

Natürlich ist jetzt - unter anderem - noch nicht der Aspekt des Farbabstandes berücksichtigt, aber ich denke als grobe Erläuterung/Unterstützung, was ich sagen wollte, reicht das.

LG Micki

Offline Micki

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Re: Grieseligkeit bei NIKON DLSR
« Antwort #20 am: 02 Nov 17, 18:54 »
Hallo zusammen,

kleiner Nachtrag zum Thema Photographieren mit Tageslicht. Da ich tagsüber keine Zeit habe,  habe ich das schlichtweg bei meiner ersten Antwort gar nicht in Erwägung gezogen. Mea culpa. Danke an Uwe und Harald für den mehr als berechtigten  Einwand. Es ist tatsächlich auch ein Standardtipp, Portraits einfach in Schatten bei bedecktem Himmel zu machen, wenn möglich mittags.

Ich habe also heute mittag um 12:00 mal gemessen - Home office sei Dank - und mein Handbelichtungsmesser zeigt bei ISO 200 und 1/2 sec Belichtungszeit eine Blende von 16.4 direkt unterm Dachfenster mit östlicher Ausrichtung und mittelstarker, aber dichter Bewölkung. Heute abend dann das gleiche Spiel mit einer Müller Licht LED-Energiesparlampe (15W, 2700K, 1300 Lumen), bei 50cm Abstand hatte ich dann vergleichbare Werte - mit entsprechend harten Schatten, müsste man noch mit einem Zelt kombinieren oder bei der geringen Ausbeute, wahrscheinlich besser ein Styroporiglu bauen.
Mein "Tageslicht"-Lampenset, sprich 2 Lampen, je eine links und rechts, brachte es im Vergleich zum echten Tageslicht im Zelt auf k=22.5, ich könnte also gerade mal auf 1/4 sek verkürzen.

Soviel zu der nicht zu unterschätzenden Qualität des Originals :-) Man muss halt mittags Zeit haben.

LG
Micki

 
« Letzte Änderung: 02 Nov 17, 20:20 von Micki »

 

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