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Autor Thema: Präparation von Orthocerenkalk  (Gelesen 8224 mal)

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Offline Goldschnecke

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Präparation von Orthocerenkalk
« am: 31 May 05, 09:22 »
Hallo alle zusammen.

Ich habe an der Küste Rügens mehrere Stücke grauen Orthocerenkalkes gefunden und möchte sie nun präparieren. Das Gestein scheint ziemlich massig zu sein und ich habe angst das ich dabei mehr kaputt mache als ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen. Kann mir jemand Tips dazu geben. wie ich das am besten hin bekomme.
 Könnte auch Tips zu Präparation von Echinosphärithen gebrauchen.

Viele Fragen und ich hoffe viele Antworten.

Gruß Sascha.

Ps: Meine Präparationsausstattung ist auf ein Minimum beschränkt. ( kein Pressluft Stichel). keine Kohle :'(

amaltheus

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Re: Präparation von Fossilien in hartem Kalk
« Antwort #1 am: 31 May 05, 10:23 »
Wenn an "allen Ecken und Enden" etwas hapert,
dann stell Dir doch Deine Präparationsstichel selber her.
Die kosten fast nichts und sind unverwüstlich.

Gutes Werkzeug ist erste Voraussetzung für ein gutes
Präparationsergebnis.

Siehe folgenden Beitrag:
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php?SCPHPSESSID=c8b3567478ad5ab15b9bba781b9d2939&topic=2357.0
oder geh auf www.steinkern.de in den Bereich, wo es um Präparation geht.

Mach nur nicht den Fehler und fang mit großem Werkzeug an zu präparieren.
Grobes Werkzeug .... für die Grobpräparation, feines Werkzeug für den "Rest".

Sinnvoll ist auf jedenfall die Anschaffung eines Trennschleifers.
Den gibts bei Aldi manchmal für unter 20 Euro.
Damit kannst Du dann überflüssiges Material wegschneiden
anstatt wegzuklopfen. Das ist schonenender für das Fossil d.h.
es geht nicht so schnell kaputt. Nur must Du halt auf Deine
Finger aufpassen !

Ansonsten kann man nicht viele Tipps geben.
Präparieren lernt man durch viel Übung !

- Thomas -



Offline Goldschnecke

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Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #2 am: 31 May 05, 10:51 »
Hallo Thomas

Danke für deinen Tip.
Winkelschleifer ist vorhanden.
Habe nur angst das die Schale beim ranarbeiten an das Fossil weg platzt.

Gruß Sascha.

amaltheus

  • Gast
Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #3 am: 31 May 05, 11:09 »
Klar, weiter ran wie 1 - 0,5cm geht man nicht weil sonst die Gefahr besteht,
dass durch die Vibrationen sich zwischen Fossil und Schale Spannungen ergeben,
die dann bewirken, dass bei der anschließenden mechanischen Präparation sich
das ganze schlagartig trennt (Positiv-Negativ). Manchmal ist der Effekt aber
gewünscht wenn man von vornerein weiß, dass man die Schale ohnehin nicht
retten kann. Dann hat man wenigstens einen schönen Calzitkern.
Ob sich die Schale überhaupt behalten läßt, mußt Du erst noch rausfinden.
Das hängt auch vom Verwitterungsgrad des Steins ab.
Da mußt Du erst mal testen.

Andererseits kann ich Dir sagen, dass es zum schwierigsten gehört,
Fossilien mit Schale aus einem sehr harten Gestein rauszupräparieren ...
wenn man die Schale behalten will. Da steckt man dann schnell mal sehr
viele Stunden rein die sich manchmal rentieren, manchmal auch nicht.

Am einfachsten geht das noch mit Druckluftsticheln weil die teilweise einen
so feinen Schlag haben die das Fossil bzw. dessen Schale fast nicht erschüttern.

Viel schwieriger ist da die mechanische Präparation mit "Hammer u. Meißel" !!


- Thomas -





Aber


Hallo Thomas

Danke für deinen Tip.
Winkelschleifer ist vorhanden.
Habe nur angst das die Schale beim ranarbeiten an das Fossil weg platzt.

Gruß Sascha.

Offline Goldschnecke

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Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #4 am: 01 Jun 05, 07:42 »
Hallo Thomas

Mal ne kurze Frage. Wie schleifst du deine Präpariermeißel an? Auf einer Seite wie ein Stechbeitel oder richtig wie ein Meißel?

Gruß Sascha.

amaltheus

  • Gast
Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #5 am: 01 Jun 05, 09:43 »
Zu Deinen Fragen:

1. Ich schleife die Meißelspitzen / Schneiden mit einer Diamant-Schleifscheibe die auf einem
Schleifbock sitzt. Die habe ich benötigt, um meine Druckluftstichel zu "schärfen". Die kann man
nur mit so einer Scheibe bearbeiten.

Bei den Sägeblättern (die nicht so hart sind wie die Druckluftstichel) genügt sicherlich auch
ein handelsüblicher Schleifbock mit einem feinen Schleifstein. Die Dinger kosten im Baumarkt
ca. 20 Euros. Da halte ich die Meißel ran und tauche diese zum Abkühlen immer wieder in
einen Wassertopf.
Von Hand an einem Wetzstein ... oder an einem Abziehstein ... das geht nicht.
Da bekommst du auch mit viel Aufwand praktisch keine scharfen Schneiden und
Spitzen an den Stahl hin.


- Die Meißelchen haben bei mir viele verschiedene Formen die ich je nach Geschmack einsetze.
3 Grundformen schlage ich vor:

- eine robuste 4-kant Spitze deren Spitze etwas flacher zuläuft. Die setzte ich für etwas grobere
Arbeiten ein. Dazu sollte der herausgeflexte Meißel nicht allzu dünn sein damit man diesen
auch richtig halten kann wenn man mit einem etwas dickeren Hammer draufschlägt.

- eine feine 4-kant Spitze deren Spitze schön lang gezogen ist. Die ist für´s feine und sollte immer
absolut spitz sein bei der Arbeit. Im absoluten Feinbereich setze ich diesen auch ohne Hämmerchen,
also nur mit Handkraft ein.

- zuletzt noch einen Flachmeißel ... wobei ich die Schneide nicht an die breite Seite des Meißels
schleife sondern an die schmale. Dann hast Du praktisch eine Schneide die nur so breit ist wie
das Sägeblatt ursprünglich dick war - also ca. 2mm. Das ist zwar nur eine Mini-Flachmeißel,
aber wenn der scharf ist, dann kannst Du nur durch den Druck mit der Hand Material vom
Stein abschaben. Natürlich kannst Du auch mit einem kleinen Fliesenlegerhämmerchen draufklopfen !
Mit diesem Mini-Flachmeißel glätte ich am Ende der Präparation das Gestein ums Fossil bzw. mach
Schlagspuren und sonst. Kratzer weg.

- Thomas -






Hallo Thomas

Mal ne kurze Frage. Wie schleifst du deine Präpariermeißel an? Auf einer Seite wie ein Stechbeitel oder richtig wie ein Meißel?

Gruß Sascha.

Offline Goldschnecke

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Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #6 am: 01 Jun 05, 15:29 »
Danke für die Tips.

Wie sieht das denn eigentlich mit Schab Werkzeugen aus?
Benutze dafür zur Zeit Einwegskalpelle und finde das die sich bei weichem Gestein ganz gut machen.
Damit komme ich aber bei meinem Orthocerenkalk nicht sonderlich weit. ;D

Gruß Sascha

amaltheus

  • Gast
Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #7 am: 02 Jun 05, 08:45 »
Denke ich auch,
außerdem ist es auf Dauer billiger, die Schaber - auch aus Sägeblättern - herzustellen.
Viele Sammler die z.B. Holzmaden präparieren (und da ist auch viel Schaben angesagt)
basteln sich Ihre Schabwerkzeuge aus Flachstahl ... wie z.B. alten Sägeblättern.
In Hölzer eingesetzt .. und in jeder gewünschten Größe ... sind das ideale und billige
Werkzeuge für weiche Gesteine u. Schiefer.

- Thomas -

Danke für die Tips.

Wie sieht das denn eigentlich mit Schab Werkzeugen aus?
Benutze dafür zur Zeit Einwegskalpelle und finde das die sich bei weichem Gestein ganz gut machen.
Damit komme ich aber bei meinem Orthocerenkalk nicht sonderlich weit. ;D

Gruß Sascha

Offline erbse

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Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #8 am: 02 Jun 05, 22:54 »
übrigens kann man mit anschleifen und polieren bei den weniger tollen Stücken Orthocerenkalk auch ganz interessante Ergebnisse bekommen.
gruß, erbse

Offline Goldschnecke

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Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #9 am: 03 Jun 05, 07:43 »
Hallo Erbse

sieht echt nicht schlecht aus.
Aber auf schön getrimmte Fossilien sind nicht mein Ding.

Nich Böse sein Sascha.

Offline erbse

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Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #10 am: 04 Jun 05, 16:18 »
Hallo Sascha,
ich bin nicht böse, zum Diskutieren ist dieses Forum doch da, oder ?
Ich kann Deine Meinung aber nicht nachvollziehen.
Wenn überhaupt, würde ich eher die "äußerliche" Präparation als auf "schön getrimmt bezeichnen".
Dabei entstehen ja die attraktiven Vitrinenstücke.
Und wie sonst, als durch einen Anschliff, willst Du den inneren Aufbau eines Orthoceras kennenlernen?
Was im übrigen häufig auch für eine genauere Bestimmung des Fossils bedeutsam ist.
Grüße, erbse

Offline Goldschnecke

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Re: Präparation von Orthocerenkalk
« Antwort #11 am: 13 Jun 05, 10:57 »
Hallo Erbse

Bei meinem Stück ist ein Orthocerat sehr schön rausgewittert. Man sieht die Ansätze der Kammerscheidewände und den Sipho. Mir ist er zum Anschleifen einfach zu Schade.
Problem dabei ist das genau dahinter ei größerer Orthoceras liegt. den würde ich gerne raus Präparieren.

Gruß Sascha

 

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