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Fragen zu einem eigenartigen Prasem-Vorkommen
Collector:
Hallo
aus einem Neufund in Spanien stammen diese eigenartigen "Aggregate" aus total wirr und kreuz-und quer liegenden oder stehenden hellgrünen Quarzkristallen, welche im Durchschnitt zwischen 4-8 cm lang und bis zu 1o mm dick sind.
Die Quarze (bzw. Prasem) befinden sich in einem limonitisierten silikatischen Sediment, aus welchem sie mittels HCL ausgesäuert wurden.
Nicht wenige Kristalle sehen wie gebrochen aus oder es scheint, als wenn die Spitzen gebrochen sind. Dies ist niemals der Fall, alle Bruchstellen sind natürlich verheilt, bzw. rekristallisiert. Nicht wenige Kristalle sind perfekt.
Der Habitus ähnelt Muzo ( d.h. ein Kristall, der nicht sechs, sondern drei sehr steile Prismenflächen zeigt. Der obere Teil eines solchen Kristalls kann perfekt dreiflächig sein, während der untere Teil meist sechsseitig bleibt. Die Kristalle sind langgezogen und ungestreift.)
Auf einigen der Prismenflächen sitzen winzige elfenbeinfarbene Mikroklinkristalle.
Das Vorkommen sind triassische Sedimente (mittlerer bis oberer spanischer Keuper) mit kristallinen Blöcken aus dem Paläozän.
Eine ausgeprägte Tektonik fand im Oligozän statt.
Frage: Wie können solche Quarze, resp. dieses Vorkommen, entstanden sein?
Danke für Eure Antwort(en).
Im übrigen: Dies ist das einzige bisher bekannte Vorkommen in Spanien und so gut wie ausgebeutet.
giantcrystal:
Hallo Peter
Nur anhand der Bilder der ausgesäuerten (= nachträglich veränderten) Stufen wird man nicht in der Lage sein, vernünftige Aussagen über deren Genese zu machen. Hierzu wären mindestens Informationen über die ursprünglichen Verhältnisse notwendig : Was wurde weggeätzt ? Wie sieht die umgebende Geologie genau aus etc..
Glück Auf aus Mittelfranken
Thomas
Brodi69:
Lieber Peter
In der Tat sehr interessante Stücke. Ob die Bezeichnung Prasem passt, ist mir etwas schleierhaft, nach der Definition im Mineralienportrait müssten Aktinolith-Einschlüsse für die Grünfärbung verantwortlich sein, was hingegen mit der Fundlage in basischen Sedimente schwierig in Einklang zu bringen wäre, wenn da nicht kristalline Blöcke wären. Dies könnte auf eine alte Bildung hinweisen, die durch Zersetzung des ursprünglichen Wirtgesteins im Paläozän (analog der Kristallvorkommen in gewissen Kaolinen) in die Sedimentation eingebracht worden sein könnten. Der gute Erhaltungszustand bei starken tektonischen Bewegungen widerspricht dieser Theorie allerdings.
Tendenziell vermute ich daher eher andere Einschlüsse die für die Grünfärbung verantwortlich sein könnten. Wie auch in alpinen Klüften, kann Quarz in verschiedenen Materien auskristallisieren. Solange der Wachstumsdruck der Kristallisation grösser ist als der umgebende. Daher stelle ich mal die Vermutung in den Raum, dass in der Zeit tektonischer Bewegungen vielleicht lokal durch höhere Temperaturen (150-200 ° C würden genügen und den Kalk nicht verändern) ehemals autigene Quarzkeime rascher zu wachsen begannen. Bekannt ist das Phänomen, dass Quarz bei Einschluss feiner Partikel die Tendenz aufweist, langprismatische Ausbildungen anzunehmen sprich auch schneller wächst (vgl. Rickard, Phantomquarze etc.). An alpinen Quarzen, die im Chlorit gewachsen sich, beobachte ich auch häufiger die Tendenz zu Muzzo-Habitus und dreiseitigen Romboederendflächen; auch dies würde soweit passen.
Soweit einmal eine erste wilde Theorie auf Basis der zur Verfügung stehenden Informationen ... mals sehen, was ihr dazu meint...
Grüessli
Christian
Collector:
Hallo Thomas und Christian
Die Quarze stammen aus einem sehr großen Diapir aus Gips, Salzbrekzien (Ton, Mergel, teilweise verwitterten Ophiten, Dolomit) und allochtonen Gesteinen. Der Diapir entstand in der Trias (Keuper); die kristallinen Gesteine sind paläozoisch.
Die Ophite sind dunkelgrüne, körnige bis dichte Gesteine aus Plagioklas und uralitischer Hornblende mit hellem Augit, Hornblende, Ilmenit und bisweilen Diallag, auf den Klüften mit gelbgrünem Epidot und Hämatit, begleitet und vergesellschaftet mit grauem und ziegelrotem Gips, eisenschüssigen, bunten Tonen und violetten, roten, grünen oder grauen Mergeln.
Die allochtonen Gesteine sind magmatisch (Granit) und / oder metamorph (Gneis, Glimmerschiefer, Grünschiefer, Quarzit, metamorphisierter Kalkstein (Marmor) mit großen Aggregaten Aktinolith)
Die Quarze kommen in limonitisierten Mergel-Tonschichten vor, aus welchen sie ausgesäuert wurden.
Der Begriff "Prasem" wurde aufgrund der grünen Färbung der Kistalle vom Erstfinder vergeben. Christian, Dein Einwand bzgl. Aktinolith ist gerechtfertigt; allerdings (s.o.) kommt ebendieser Aktinolith recht deutlich in den allochtonen Gesteinen vor. Im übrigen könnte Deine Einschätzung richtig sein, nämlich dass die Quarze durch Zersetzung des ursprünglichen Wirtgesteins im Paläozän in die Sedimentation eingebracht worden sein könnten. Das würde zumindest die heutige Lage der Quarzkristalle in den Sedimentschichten klären.
Wie allerdings die Quarze entstanden sind, durch welche geologischen Vorgänge die Kristalle zerbrachen und wieder verheilten und das ständige Begleitmineral Mikroklin - alles offene Fragen.
Danke erstmal für die Denkanstöße.
Gruß Peter
loismin:
Hallo Peter.
Mir erschließt sich nicht ganz, warum du diesen Fundort so geheim hältst, glaubst du wirklich , wegen diesen Quarzen entsteht da ein Run auf die Fundstelle ?
Ich finde diese Geheimhaltung einfach nicht gut, du willst dazu was wissen, dann mußt du halt meiner Meinung nach auch etwas preisgeben.
Oder du kämpfst für dich alleine rum !
Aber das ist natürlich nur meine Meinung, und da werde ich hier sicher wieder ganz alleine dastehen.
Das ist nämlich allmählich schon der Sinn dieses Forums !
Und glaub mir, ich fahre da bestimmt nicht hin !
Lois
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