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Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?

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ManuelM:
Hallo Zusammen,

ich komme aus Zeitgründen und schwieriger Vereinbarkeit mit der Familie immer seltener zum Mineraliensammeln. Ich überlege jetzt, seltener, dafür aber "besser" Mineralien zu suchen - alle paar Jahre mal, dann aber richtig! Und hey, wenn ich fünf Jahre darauf warte und spare, wieso nicht gleich weltweit und mit hoffentlich schöneren Funden?
Ich sammle, was ich selbst gefunden habe. Dementsprechend habe ich leider einen sehr hohen Anteil Quarz, Olivin, Krusten und Krümel in der Sammlung. Als "Traumziel alle fünf Jahre" sollte es dann schon etwas "edles" sein, was vielleicht auch Laien ein Begriff ist. Und hübsch, also üblicherweise Kristalle, klar und farbintensiv. Und groß genug, dass man sich auch ohne Lupe daran erfreuen kann :-)

Jetzt ist es leider so, dass Edelsteine nicht einfach so rumliegen. Entweder sie wurden schon weggesammelt, werden professionell abgebaut und/oder bewacht, oder sind in Gegenden, wo ich als offensichtlich (für lokale Verhältnisse) reicher Tourist vermutlich schon am zweiten Tag überfallen werde.

Eingefallen sind mir bisher:

Smaragd: Habachtal
Da habe ich selbst gesehen, dass langjährige Sammler große, klare, prächtig gefärbte Smaragde finden. Für meine Begriffe museumsreif.

Hauyn: Eiffel
Hauyn ist einmalig intensiv blau, und mit der Eiffel gibt es das wohl beste Fundgebiet direkt in Deutschland.

Moldavit
Gut, fällt jetzt etwas aus der Rolle, da nicht kristallin, "nur" Glas und auch eher unscheinbar, die Entstehungsgeschichte ist aber einfach schön. Da muss man aber wohl sehr viel Durchhaltevermögen beim Suchen haben.

Opal: Australien
Opale werden wohl in Australien durchaus auch noch von Einzelpersonen professionell abgebaut. Da findet sich doch sicher ein Digger, der einem für eine Pacht und/oder Gewinnbeteiligung mal ne Woche in seinen Claim lässt. Es gab mal eine schöne Doku darüber.

Roter Beryl: Wah Wah Mountains, Utah
Da gibt es wohl insgesamt nur sehr wenige Fundstellen weltweit, und die beste ist wohl in Utah. "Nur einer auf 1000 Diamanten" wäre eine schöne Anekdote dazu. Wenn es auch wohl ausgeschlossen ist, einen Roten Beryll in der Qualität eines schönen Habachtaler Smaragden zu finden.

Diamant
Stichwort Diamant: Die Diamantenindustrie macht mich wütend, Diamant wäre als Selbstfund trotzdem ganz weit oben auf meiner Liste. Und ist wohl auch das aussichtsloseste Sammelziel.
Es gibt den "Crater of Diamonds State Park" in den USA, wo man mit nahe 0 Fundwahrscheinlichkeit auf einer Pipe buddeln darf.
Viele Größenordnungen mehr Aufwand wäre, einen "neuen" diamantführenden Schlot zu finden. "Dan Hausel" erklärt schon seit Jahrzehnten auf seinen Blogs, wo er in den USA dutzende solcher gefunden hat, noch hat wohl niemand das Projekt in Angriff genommen.
Und zu guter letzt, wenn man 16.000 Euro übrig hat: https://gcaptain.com/you-can-scuba-dive-for-diamonds-but - eine Tauchsafari vor Namibia, mit beinahe Fundgarantie, geschliffene Einkaräter als Durchschnittsertrag. Ob man anstelle des Brilliantrings auch den Rohstein mitnehmen dürfte..?

Wo würded ihr für zwei Wochen Sammelurlaub machen, wenn Ort, Anreise, Geld keine Faktoren wären?

Oder ist die ganze Idee zu naiv? Ist die Zeit der tollen Selbstfunde vor 50 Jahren abgelaufen? Ginge es nur noch mit Minenbetreiber-bestechen, Lebensgefahr und einem Bein im Knast? Ist zum Selbersammeln nur noch "Systematik" oder "mein Landkreis" realistisch?

Liebe Grüße,

Manuel


Blackminer:
Mal zu den Diamanten.
In Namibia und Südafrika ist es Privatpersonen verboten Rohdiamanten zu besitzen! Stichwort: Schmuggel aus den Minen und sog. Blutdiamanten aus Angola.
Es ist aber möglich mal nen Griff aufs Kimberlit-Förderband zu machen(wenn keiner hinguckt), bei ner Führung in einer Mine. ;D
Die in den Souvenirshops angebotenen Diamanten in Kimberlit sind alles geschliffene Steine, welche in den Kimberlit montiert wurden.

Die Ausfuhr von Mineralien aus o.g. Ländern ist auch nicht ohne. Ohne Permit vom Ministerium geht z.B. in Namibia gar nix. Könnte immernoch heulen, wenn ich daran denke, wie am Flughafen ne Tasche mit Fluoriten aus Okuruso beschlagnahmt wurde. :'(

Und die Opale... zuviel DMAX geguckt? >:D

giantcrystal:
Hallo aus Mittelfranken

@ Blackminer  : so wie du es beschreibst, ist es in Namibia nicht...

Ansonsten halte ich den Ansatz schon für naiv. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das es hunderte und wahrscheinlich auch tausende von Fundstellen gibt, in denen man hervorragende Minerale in sehr guten Stufen ohne besonders große Mühe finden und auch (mit mitunter etwas mehr Mühe) auch ausführen darf.

Nur macht sich eben kaum jemand die Mühe, solche Länder - ich nenne jetzt einfach mal die Türkei, den Iran, Albanien oder auch Sambia als Beispiele - zu bereisen ! Gerade eben kommen erst wieder Freunde von mir aus Tansania zurück und haben dort an einer wenig bekannten, aber in der älteren mineralogischen Literatur gut beschriebenen Fundstelle ganz hervorragend gefunden....

In diesem Sinne : Einfach mal - mit guter Vorbereitung - in weniger bekannte Fundgebiete fahren

Glück Auf

Thomas

Harzsammler:
Wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen und Fundgarantie gewünscht ist, dann melde dich doch mal hier:

https://www.mikon-online.com/shop/index.php/mikon_de/mineralienreisen

Blackminer:
@giantcrystal
Wie läuft es denn dort heute?
1999 war ich dort mit der TUBAF zur Exkursion (auch im Sperrgebiet). Am Flughafen "durften" viele Teilnehmer ihre Eigenfunde (incl. Sandproben aus der Namib) beim Zoll abgeben. Postpakete kamen problemlos in D an.

Im Anschluss gings nach Südafrika (eigene Orga), dort wurde uns das mit dem Besitzverbot von Rohdiamanten für Privatpersonen erzählt.
Lag warscheinlich daran, dass beide Länder noch "sehr eng miteinander verbunden" waren.

Der einzige "Lichtblick" waren die Kalahari-Manganerzfelder. Aber, die Preise waren für einen armen Studenten astronomisch.

Ein Jahr später waren Kollegen nochmal in beiden Ländern (incl. 11Monate Vorbereitung)
In der Wessels Mine durften sie sammeln und auch alles mitnehmen.
In Okuruso durften sie sammeln, aber am Werkstor wurde ihnen alles abgenommen. So ist das Leben...
Der Versand per Schiff war auch kein Problem.

Nächstes Jahr in den USA und Mexiko hatte der eine Kollege, bei der Vorexkursion+ Kontakte knüpfen, das zweifelhafte Vergnügen in einen Lauf Kal.12 zu gucken. Bei der Sammelexkursion durften dann, beide Koll., auf dem Claim am Pikes Peak suchen. Incl. gebratener Klapperschlange beim Claim-Eigner.

Solche Dia-Vorträge bleiben in Erinnerung....
Wie du schon schriebst:  "Eine sehr gute Vorbereitung ist alles! " 
GA
Raik

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