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Die weltweit besten Fundstellen zum selbersuchen?
Steinjäger:
Hallo!
"Und die Opale... zuviel DMAX geguckt?"
Warum auch nicht, ist ja grundsätzlich keine schlechte Informationsquelle! Vor ein paar Jahren hat mich die Sendereihe "Goldrausch in Australien" (auch auf DMAX!) so begeistert daß ich mich für einige Monate selbst auf die Goldsuche auf die WA Goldfields begeben habe - ein kleiner Bericht darüber findet sich hier im MA. Ein schönes Abenteuer war es in jedem Fall und etwas gelbes Metall gab es auch :). Opale habe ich damals auf der Lease eines australischen Freundes ebenfalls suchen (und finden!) können, allerdings Feueropale, keine "bunten" wie auf den bekannteren Opalfeldern in South Australia und NSW. Jener Freund besitzt aber auch einen Claim in Coober Pedy und hat mir glaubhaft versichert daß auch heute noch Funde möglich sind. Einfach und problemlos ist die Suche nach Edelsteinen eigentlich nie, aber ein solches Abenteuer erlebt zu haben ist wertvoller als jeder Stein. Wichtig erscheint mir vor allem vor Ort Kontakt mit den einheimischen Suchern aufzunehmen, daraus ergeben sich eigentlich immer Möglichkeiten. Also Manuel, lass dich nicht entmutigen, gehe (d)eine Sache an (australische Opale sind sicher schon mal eine Reise wert) und wir freuen uns schon jetzt auf einen schönen Bericht darüber hier im Forum.
Viel Erfolg und Glück auf!
Uwe
ManuelM:
Vielen Dank für eure Einschätzungen und Berichte!
Ja, das mit dem "sehr gute Vorbereitung" ist halt wieder eine Frage von Zeit und Kontakten. In Lapis und Mineralienatlas stehen die Geheimtipps nun mal nicht :-)
Zu Australien und den Opalen: In der Doku (DMAX gab es damals noch nicht?) sah die Landschaft aus wie ein schweizer Käse, inklusive Warnschildern und Unfällen, bei denen Leute in die Löcher gestürzt sind.. Ein monströses Bohrgerät bohrt ein etwa 1 Meter weites Loch in den Boden, der Digger lässt sich abseilen, und schaut nach, ob es beim wenig cm dünnen Opalhorizont irgendwo glitzert. Dann mit Hammer rauspicken, und/oder gleich zum nächsten Bohrloch.
AUstralien scheint toll für Gold und Opal zu sein, sicher auch, weil es so ewig weitläufig, wüstenhaft und menschenleer ist.
Nordamerika hat sehr viel verschiedenes zu bieten, da gibt es aber sicher auch mehr Sammler. Was im Zweifelsfall, für Hobbyisten, mehr hilft als schadet.
..und beide mit diamantführender Tektonik, im Gegensatz zu Europa.
Südamerika und Afrika scheint mir nur in einer langjährig organisierten Struktur (Mikon?) sinnvoll und risikominimiert genug zu sein.
Aber was ist mit Fernost? Wo von vielen der edelsten Steine die meisten oder gar die besten herkommen? Myanmar, wo sich politisch viel tut? Indien, ein quasi Kontinent mit legendären (antiken) Fundstellen, und mit friedfertigen Menschen? Thailand, touristisch zu 120% erschlossen?
Es gibt sie aber offenbar, die Exkursionen zu kaum bekannten Fundstellen, und die professionell geplanten Exkursionen inklusive Zugang zu aktiven Minen. Vielleicht läuft es bei mir also darauf hinaus, an "regulären" Exkursionen wie von Mikon (danke, Harzsammler) teilzunehmen, oder in Vereinen und hier nach Exkursionen zu fragen, wo man sich anschliessen dürfte.
Irgendwann stellt sich natürlich die Frage, wie viel Aufwand man für den Beipackzettel "selbstgefunden in XY" betreiben will. Für mich ist es die Ganz-oder-Garnicht-Frage zum Mineralienhobby.
Oder doch gleich in die Vollen, und ein einschlägiges Geologen- o.Ä. Studium dranhängen? :P
Ich sehe schon, ich stelle hier langfristige Weichen..
Manuel
Collector:
Hallo Manuel
ich kann mich der Antwort von Thomas Krassmann zu 100% anschließen: Dein Ansatz ist - ohne die geringst Absicht, Dir auf die Füße treten zu wollen - leider sehr naiv. Es gibt, wie Thomas schon schrieb, hunderte, wenn nicht tausende von ergiebigen Fundstellen; allerdings nur von Interesse für engagierte Mineraliensammler und nicht für total Unerfahrene, die von Diamanten, Smaragden, Opalen und Moldaviten träumen (Apropos, Moldavite sind Gesteine und keine Mineralien). Bei diesen genannten Mineralien wirst Du wohl weltweit kein Glück haben, etwas selbst zu finden, außer einem evtl. Glücksfund im Habachtal.
Aber - müssen es denn Diamant, Smaragd, Opal und Moldavit sein ? Hier dürfte es wirtschaftlich sinnvoller sein, wenn Du dir im Schmuckladen Brillanten kauft oder am Flughafen von Bogota ein kleines aber feines Smaragdcollier.
Für echte Sammler (d.h., Leute, die außer Diamanten, Smaragde, Opalen etc. noch die anderen 4000 Mineralien sammeln, gibt es fantastische Fundmöglichkeiten für Selbersammler:
In Namibia wasserklare Topase, gut ausgebildete Kassiterite, schöne blaue Lepidolithe, Granatkristalle, Zeolithe etc etc
In Marokko Hämatite als Glasköpfe und als Spiegelglanz, Malachit, Azurit, Vesuvian, Epidot, Pyrolusit, Fluorit, Mikroklin etc etc.
In Ägypten Top-Wüstenglas (tw. schöner als Moldavite), Hämatitkonkretionen etc.
Die mineralreichen Minen in Myanmar sind für Sammler unzugänglich und Thailands Bergbau ist schön so lange zu Ende, dass die Halden (u.a. mit super Stibnit-Fluoritstufen) vom Urwald überwuchert sind.
In Indien gibts, mit entsprechender Vorbereitung, gute Zeolithfunde, schöne Granate, wunderbare Quarze und große Rubinkristalle
In Pakistan kannst Du, direkt neben Deinem Hotel, exzellente Rubine in weißem Marmor finden, etwas weiter Aquamarine (zusammen mit Führern) sowie eine Vielzahl der schönsten Kristalle der Welt
In Sri Lanka kannst Du mit Bergleuten in die Mondsteingruben untertage steigen, sowie im Zentrum cm-lange Titanite, Spinelle und Zirkone fínden.
In Vietnam kannst Du mit lokalen Bergleuten untertage Spinelle klopfen.
Und so könnte man die Liste immerweiterführen.
Was Du - neben den notwendigen finanziellen Mitteln - unbedingt benötigst, ist, je nach Region, mindest ein geringes Maß and Gebrauchs-Englisch- oder französisch. Deutsch versteht außer in Österreich und evtl. Luxemburg niemand. Auch ein gewisses geologisches Wissen zu der besuchten Region oder einem bestimmten Vorkommen ist sehr hilfreich. Ganz wichtig ist jedoch, dass Du ohne Vorbehalte gegenüber den Menschen, Sitten, Gebräuchen und Religion bist; das ist wichtiger, als das beste Mineralienwissen.
Das heißt, wenn Du abenteuer- und unternehmenslustig bist, wenn Du keine Angst untertage hast (meist und oft in sehr primitiven Minen) und keine Probleme mit Höhen über 3.500 m - dann solltest Du mal an ein Projekt herangehen.
Im übrigen: Selbstverstänlich kann "man" oder "Frau" auch mit Mikon nach Mexikon und Namibia fliegen - die Meinungen dazu sind geteilt; es gibt aber auch andere, echt erfahrene Leute, die Mineraliensammlerreisen durchführen (einer davon ist Mitglied hier im Atlas):
Ich selbst habe, neben mehr als hundert Sammelreisen in der gesamten Welt, ein einziges Mal an einer geleiteten Exkursion auf die Halbinsel Kola in Russland unternommen. Unsere kleine Gruppe europäischer Sammler wurde geführt von 3 echten russischen Geologen, einem Mineralogen, einer Proessorin für Mineralogie und einer Dolmetscherin. Es waren 14 außergewöhnlich erfolgreiche und super-super gastfreundliche Sammeltage, jeder von uns schickte (wohlorganisiert) mehr als 200 kg Mineralien vom allerfeinsten nach Hause.
Manuel, wenn Du Dich in einer Gruppe wohler fühlst als individuell Reisender - such Dir eine gute Tour, vor allen Dingen eine, welche keinen Teil für Verkaufsaktivitäten beinhaltet.
Gruß
collector
ManuelM:
Hallo Collector,
nun ja, ich fühle mich schon etwas auf die Füße getreten. Als ganz so blutigen, naiven Sammler sehe ich mich nicht. In meiner selbstgefunden-Sammlung bin ich knapp vor "Sammlungsstück 100", mit Granat, Schörl, Topas, Smaragd von Minnesund und Habachtal, Aktiniloth, Chromdiopsid, Forsterit, Korund, einem halben Dutzend anderen, und den restlichen Quarz und Olivin (diese seit ich 6 Jahre alt bin). Ja, sicher lächeln die "richtigen Sammler" über so eine putzige Sammlung, zumindest aber bin ich nicht in der Eso-Ecke, oder ein "ich sammle alles funkelnde vom Straßenrand, und träume von Brillianten und Riesenklunkern". Meinen 1 cm Habachtaler Glücksfund habe ich schon, und werde auch sicher nochmal dort mein Glück versuchen. Meinen Norwegen-Diamantfund habe ich um wenige Wochen verpasst, die Fundstelle war dann schon abgebaggert. Und "kauf dir doch was am Flughafen", na, dann kann ich das Hobby auch ganz sein lassen. Mit den Mehrkosten, mit denen ich Ausflüge und Urlaube auf "Mineralien" getrimmt habe, hätte ich auch tollen geschliffenen Edelsteinschmuck kaufen können. Unerwartet, das in einem Mineralienforum empfohlen zu bekommen.
Gut, woher soll man wissen, wer im Forum wie an das Hobby rangeht, und mit welchem Ziel. Und nein, ich habe kein Problem mit Gelegenheits-Straßenrandsammlern. Und ja, ich habe sogar Bernstein in meiner "Mineralien"-Sammlung, und auch ein Moldavit oder andere Tektite würde trotzdem mit reinkommen :P
Wie gesagt, ich möchte mein Hobby intensivieren, mein Zeithaushalt geht dem aber entgegengesetzt. Meine Idee in diesem Thread war dann eben meine Exkursionen zu professionalisieren, und im Zweifelsfall einfach mehr Geld und erfahrene Mitsammler, Mitreisende auf meine Situation zu werfen.
Da ist deine Aufzählung Gold wert! Bei der Liste bekomme ich schon glänzende Augen und kribbelnde Finger! Natürlich müssen es nicht nur die "Top 4" Diamant, Smaragd, Rubin, Saphir etc sein. Ein gut auskristallisierter Spinell wird schöner sein als alles, was ich realistischerweise von den "Top 4" jemals aufsammeln werde. Vermutlich wird jeder einzelne gute Fund von den aufgezählten Fundstellen meine bisherige Sammlung in den Schatten stellen. Mehr kann ich mir nicht wünschen.
Englisch ist bei mir nah an meinem Deutsch, und mit Menschen komme ich gut klar - ob "fremd" oder nicht. Nur, ohne erfahrene Menschen vor Ort oder als Gruppe stehe ich halt ahnungslos im Wald. Mir macht es auch mehr Spaß mit Gleichgesinnten zusammen die Reise, das Abenteuer und Funde zu erleben und zu teilen.
Wie "üblich" sind solche ernsthaften, zielgerichteten Mineralienexkursionen? Eine Gruppe, die mehrere Wochen mit dem alleinigen Ziel in die Welt fährt, Mineralien zu sammeln? Hier im "Verabredungen" Forum ist wenig los, und dann fast alles innerhalb Deutschlands. Wo finde ich Anschluss an die großen Exkursionen?
Sobald ich mehr regelmäßige ZEit habe, möchte ich zum z.B. VFMG oder anderen lokalen Gruppen Anschluss suchen, aber auch da ist es ja eher Glücksasche, wer welche Kapazitäten und Sammelinteressen hat. Davon abgesehen natürlich, dass ich eh wieder Anschluss an Gleichgesinnte suche (nach meinem Umzug nach Leipzig).
Ich schweife ab.
Collector, vielen Dank für die konkrete Liste, aber auch für die weitergehenden Tipps, und die Ermutigung, dass doch noch viel mehr Möglich ist, als ich anfangs befürchtet habe!
Wenn es soweit ist, hätte ich Bedarf an konkreterer Unterstützung zu vorab-Planung, und vielleicht sogar Exkursionsdurchführung bzw Begleitung. Wer eröffnet ein Mineralienreisebüro? Oder, da sich ja jetzt jeder "Consultant" nennt, eine direkte Beratung für Exkursionswillige? Ich buche schonmal Pakistan, nochmal Indien, Namibia und Australien ;D
(in den nächsten 20 Jahren)
Manuel
lichtenauer:
Hallo Manuel,
Deine Anfrage ist zwar schon etwasher, aber ich habe sie erst heute gelesen. Eine immer noch (und heute besonders) fündige Region sind die Granitbrüche von Strzegom (Striegau) in Polen. Dort stehen z. Z. ca. 30 Brüche im Abbau, man kommt zwar nicht in alle rein, aber wenn man sich einer Gruppe anschließt, die dort hinfährt, sind die Fundmöglichkeiten in der Regel gut. Auch besteht ab und zu die Möglichkeit, von Steinbrucharbeitern gute Stücke u bekommen. Ich war selbst schon fünfmal dort und bin nie leer ausgegangen.
Glück Auf!
Jörg Mathusek
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