Hallo,
Ich habe v.a. Interesse an Fundorten, wo ich auch selber hinfahren kann, wo ich dann auch eine Beziehung zu habe. Das sind dann v.a. deutsche Fundorte. Es ist mit etwas Glück durchaus möglich, auch in D sehr schöne Stücke zu finden, die sich mit ausländischen messen können. Letztes Jahr gab es z.B. in Bayern einige schöne Fluorite zu finden, ist allerdigs mittlerweile alles zugeschüttet. Amethyste hab ich z.B. in Sachsen und auch im Schwarzwald (Grube Clara) gefunden, Stücke mit helleren Kristallen bis über einen cm. I Idar-Oberstein haben sie Amethystdrusen gefunden, die den brasilianischen schon recht nahe kommen. War ich allerdings nur mal vor dem Zaun zum Schauen, war nur kurz wegen Vorstellungsgespräch dort unten. Gehört aber viel Glück dazu. Achate hab ich sogar schon an der Ostsee gefunden, aber meist dann nur wenige cm groß. Kommen ab und an in dem Material vor, das die Gletscher aus Skandinavien mitbrachten.
Freie Kristalle sind in SH seltener, sieht man mal von den Markasiten von Lägerdorf ab. Aber in den eiszeitlichen Ablagerungen lassen sich über 50 verschiedene Mineralien finden oft allerdings eingewachsen im Gestein. Ab und an gibts mal ein paar Rauchquarze, so bis 1 cm. Auch am Strand. Oder Granat, aber immer eingewachsen. Hab hier ein Stück mit einem Kristall von ca 2 cm.
Auf kleineren Börsen gibt es in der Regel viele Sammler, die Stücke verkaufen. In Hamburg, wo der Meter Stand mehrere hundert Euro kostet, findet man die eigentlich kaum bis gar nicht. Bei Sammlern kann man sich recht sicher sein, dass sie wissen, ob die Stücke behandelt oder sonstwie bearbeitet sind. Zudem kennen sie meist die genauen Fundorte. Eine Sache, die wichtig ist, denn Mineralien ohne genaue Fundortangabe sind schwer wieder zu verkaufen, solten sie später mal nicht mehr gefallen. Zudem: Oft sind die Sücke beim Sammler um einiges günstiger als beim Händler. Natürlich nicht immer. Auch kleinere Händler haen nach meiner Erfahrung oft niedrige bis moderate Preise (2-50 Euro/Stück je nach Art und Qualität des Minerals). Das kriegt man nicht, wenn Miete für Ladengeschäft und Standmieten auf großen Börsen fällig werden.
Ist halt auch so, dass die kleineren Börsen oft von Sammlervereinen organisiert werden, in SH vor allem von uns von der Geo-AG Kiel. Da wird dann darauf geachtet, dass gefälschtes Material entweder gar nicht erlaubt wird oder aber mit einem Hinweis auf die Behandlung versehen wird. Das lässt sich auf einer überschaubaren Börse auch gut gewährleisten. In HH ist es halt so, dass das auch kontrolliert wird, aber in der Regel ist dann eine Handvoll Leute für 3-4 Messehallen verantwortlich. Im Zweifelsfall die Stücke am Gutachterstand vorlegen (gibts jedes Jahr auf der Börse in HH) oder Gutachter bitten, die Stücke am Stand in Augenschein zu nehmen. Der Anteil an fragwürdigen Stücken ist erfahrungsgemäß auf großen Börsen mit internationalen Ausstellern einfach größer als auf kleinen regionalen Börsen, wo zudem meist unter den Ausstellern jeder jeden kennt.
Ansonsten: Es gibt im Lexikonteil hier im Mineralienatlas eine Seite mit Fälschungen.Einfach den Begriff Fälschung eingeben. Da sind einige der häufigeren Fälschungen gezeigt.
Und: Hände weg, wen die Farben unnatürlich grell sind, wenn es abenteuerliche Beschreibungen zur Herkunft oder angeblichen Wirkung gibt oder vermeintlich einfache Stücke zu sehr hohen Preisen gehandelt werden. Entscheidend ist auch ein Blick auf die Matrix, der Teil Gestein, dem die Kristalle aufsitzen.Bei künstlicher Färbung ist das Gestein oft mit gefärbt. So sitzen Achate oft in schwarzem oder braunem Basalt, häufig kommt auch eine grünliche Rinde aus Seladonit dazu. Die Farbe ist eher ein dunkles, gedecktes, erdiges graugrün.Niemals ein grelles blau oder pink, auch wenn es durchaus natürliche blaue oder pinke Achate gibt. Marokkanische Quarzdrusen sehen von außen aus wie Kartoffeln, oft mit einer hellbraunen, beigen oder erdfarbenen Rinde. Niemals sind sie in der Natur außen neonfarben, ebenso nicht die natürlicherweise weißen Kristalle im Innern.
Glück Auf!
Sebastian