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Autor Thema: Bodenfund  (Gelesen 847 mal)

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Offline uk

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Bodenfund
« am: 07 Aug 18, 21:26 »
Hallo zusammen, mein Name ist Ulrich, bin 44 und auf diesem Gebiet absoluter Anfänger. Habe diesen
"Stein" beim gassigehen am Feldrand in einer Senke entdeckt. Größe: 100*70*35, Gewicht: 350 g. Das Material sieht aus wie versteinerte Samen(Nüsse ?), Halme und kleine Kiesel. Die Unterseite ist feinkörniger als die Oberseite.
Würde mich über ein paar Rückmeldungen freuen.
MFG Ulrich

Offline smaragd123

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Re: Bodenfund
« Antwort #1 am: 08 Aug 18, 07:48 »
Könnte in Richtung Turitella Kalk gehen.

Offline Detlef

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Re: Bodenfund
« Antwort #2 am: 08 Aug 18, 08:07 »
Hallo Ulrich,
das ist ein abgerolltes Stück Muschelkalk.
Es stammt aus der Trias. Leider nur Schotter,
Gruß Frank-Detlef Paul

Offline Angler

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Re: Bodenfund
« Antwort #3 am: 08 Aug 18, 15:27 »
Hallo Ulrich,
was Du siehst sind Schalenreste von Muscheln, Schnecken, Brachiopoden (Armfüßer) und evt. Ammoniten. Wenn die Farbe der Matrix braun bis braungrau ist, dann sollte Dein Fundstück ein Kelloway-Geschiebe(aus dem Dogger, Callovium) sein.

Leider ist Dein Bild nicht so gut, vielleicht kannst Du noch mal eins machen, wo man die Farben besser sehen kann und der Fundort wäre auch wichtig.

Wir denken nicht, dass es sich um einen Kalkstein(Muschelkalk, Turrittellen Gestein) handelt, sondern um einen Kalksandstein. Du kannst das einfach testen. Von Essig-Essenz (25%ig) oder besser mit Reinigungssalzsäure (25%ig) aus dem Baumarkt einen Tropfen auf den Stein, wo keine Schalenreste sind aufbringen, wenn die Matrix sofort deutlich aufschäumt ist es ein Kalkstein, wenn nicht Kalksandstein = Kelloway-Geschiebe.


LG von der Rentnerband aus Brandenburg


Michael 

P.S. Auf jeden Fall sind es viele verschiedene Fossilien, ein hübsches Fundstück!

Offline Harzsammler

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Re: Bodenfund
« Antwort #4 am: 08 Aug 18, 16:05 »
Hallo,

wo war denn diese Senke in der das Stück gefunden wurde?

Nach Germanischen Muschelkalk sieht es jedenfalls nicht aus.

Grüße,
Michael

Offline smoeller

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Re: Bodenfund
« Antwort #5 am: 08 Aug 18, 21:24 »
Hallo,

Eher Richtung Jura oder Tertiär. In Norddeutschland finden wir häufiger solche Stücke aus dem Miozän (ca. 20 Mio. Jahre), das sog.Holsteiner Gestein, aber auch aus dem Jura sind solche Stücke bekannt. Unterer Jura kommt in der Nähe von Eisenach vor. Evtl.mal schauen(Lupe!!), ob in dem Gestein kleine erbsenartige Kugeln vorhande sind, sog. Ooide. Das wäre ein guter Hinweis auf Jura.

Glück Auf!
Sebastian

Offline uk

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Re: Bodenfund
« Antwort #6 am: 11 Aug 18, 19:26 »
Hallo allerseits, habe Eure Beiträge mit großem Interesse gelesen und mir erstmal eine Lupe besorgt. Im Material sind tatsächlich kleine(ca 0,5 mm) fast durchsichtige Kugeln(ooide?). Auch den Test mit Essigesenz habe ich gemacht, keine Reaktion. Der Fundort liegt ca 20 km südlich von Eisenach(ca 1km von der barchfelder Sandgrube entfernt). Habe bei den Fotos leider immer wieder einen leichten Blaustich. Die Farbe der Matrix ist graubraun(ueberwiegend grau). Im Anhang findet Ihr zwei weitere Fotos. Einfach nochmal drüber schauen.
Danke im voraus
MFG Ulrich

Offline Conny3

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Re: Bodenfund
« Antwort #7 am: 11 Aug 18, 19:40 »
Hallo,

leider auch dieses Mal sind die Bilder nicht gut (unscharf). Jura denke ich nicht. Wäre von dort ein Ausnahmefund. Eher Triasgeschiebe (Muschelkalk).

Gruß Conny

Offline uk

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Re: Bodenfund
« Antwort #8 am: 11 Aug 18, 20:20 »
Scharfe Bilder gibts morgen abend(sorry billig-tablet).
MFG Ulrich

Offline Harzsammler

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Re: Bodenfund
« Antwort #9 am: 11 Aug 18, 21:34 »
Eher Triasgeschiebe (Muschelkalk).
... in der Form wie die Bilder erahnen lassen ist mir noch nie ein Stück Muschelkalk untergekommen (jedenfalls in Nordthüringen)
Und das bisschen Jura das Thüringen zu bieten hat sieht auch anders aus.

Das hier sieht aus wie Brachiopodenkalk aus dem Devon, siehe Anhang...

Übrigens, den Karbonattest macht man mit Salzsäure und nicht mit Essig, dann gibt das auch eine belastbare Aussage ;)

Grüße,
Michael

Offline Angler

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Re: Bodenfund
« Antwort #10 am: 11 Aug 18, 23:51 »
Hallo Michael,

Übrigens, den Karbonattest macht man mit Salzsäure und nicht mit Essig, dann gibt das auch eine belastbare Aussage ;)

Du hast natürlich wieder einmal Recht. Ich dachte nur, dass die meisten Laien eher Essig als Salzsäure im Hause haben und man viele Kalkarten – so auch Germanischen Muschelkalk - mit Essig in der Regel gut identifizieren kann. Was den betrifft, sind wir uns hier mal ausnahmsweise alle einig und ganz bei Dir. 8)
Leider sind auch die neuen Bilder wenig hilfreich, allerdings bestärken uns der Essig-Test und die Farbbeschreibung in unserer Einschätzung. Leider wissen wir nicht, ob soweit südlich Kelloway-Geschiebe bekannt sind. In Nord-Brandenburg finden wir sie immer wieder und auch aus Süd-Brandenburg – der Lausitz – sind uns derartige Funde bekannt.
Es ist sicherlich von allgemeinem Interesse zu erfahren, ob auch aus Thüringen solche Funde dokumentiert wurden. Es wäre toll, wenn sich die Geschiebe-Spezialisten hier dazu äußern wollten. ;)
Da wir hier eigentlich nur schöne Steine suchen, haben wir von unseren Kelloway-Funden keine Bilder gemacht und auch gerade keinen zur Hand. Deshalb habe ich einen Link zu einem typischen Vertreter eingefügt, damit alle einen Vergleich haben.

https://sammlung-online.stadtmuseum.de/Details/Index/472621http://

Allen ein schönes kühles und damit erholsames Wochenende wünscht die Brandenburger Rentnerband und

Michael

Offline uk

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Re: Bodenfund
« Antwort #11 am: 12 Aug 18, 22:33 »
Hallo zusammen, hier nochmal ein paar Fotos.
Mfg Ulrich

Offline Angler

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Re: Bodenfund
« Antwort #12 am: 13 Aug 18, 12:22 »
Hallo Ulrich,
ja die Bilder sind viel besser. Wie schon oben geschrieben sind Muschel- und Brachiopodenschalen identifizierbar und auch zwei Schneckenreste glauben wir zu sehen.
Du solltest Michaels Rat folgen und noch einen HCL-Test machen, um Kalkstein definitiv auszuschließen. Dann käme eigentlich nur noch Kelloway in Frage oder die Verschleppung eines Lokalgeschiebes - wie von Sebastian schon erwähnt - z.B. Holsteiner-, Sternbergergestein usw.. In diesem unwahrscheinlichen Fall würde nur über eine - besser mehrere - Art-Identifizierung einzelner Fossilien eine sichere Zuordnung möglich sein. >:(

VG von der Rentnerband

Michael

Offline nwsachse

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Re: Bodenfund
« Antwort #13 am: 13 Aug 18, 18:22 »
Hallo,

wenn Barchfeld-Immelborn bei Bad Salzungen gemeint ist, ist eine nordische Herkunft unwahrscheinlich.
Die dortigen Kiesgruben liegen in der Werraaue, demzufolge ist die Herkunft des Stückes, sofern es nicht anthropogen verschleppt wurde, eher im Einzugsbereich der Werra und ihrer Nebenflüsse zu suchen.

Geologische Karte der TLUG Jena:

http://antares.thueringen.de/cadenza/pages/map/default/index.xhtml;jsessionid=DC8F0A2AD6020770876B23E52E804F7B

Jörg N.


Offline Harzsammler

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Re: Bodenfund
« Antwort #14 am: 13 Aug 18, 19:05 »
.... stimmt.

In der Nähe liegen auch zahlreiche Zechsteinriffe.
Ob das Zechsteinkarbonat solche Stücke liefert weiß ich allerdings nicht.

Grüße,
Michael

 

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