Mineralien / Minerals / Minerales > erledigte Bestimmungen / completed determinations
Welches Gestein? / Graphit
Blauhund:
Das kleine Stück (ca. 2x2x1cm) stammt von einem Acker mit vorgeschichtlichen Scherbenfunden.
Es fiel mir wegen der metallischen Anmutung auf.
Man kann damit gut auf Papier schreiben, man kanns auch relativ leicht anritzen. Daheim hab ich mal meine Sonde drübergeschwenkt, und es gibt kein Signal; metallisches ists schon mal nicht.
Manche gefundene Scherben sind graphitisiert. Kanns denn sein, dass aus solchem Gestein (die Gegend ist granitbestimmt) diese Art Oberflächenbeschichtung hergestellt wurde?
Wandervogel:
Kohle?
Uwe Kolitsch:
Graphit.
(Aus welcher Gegend?)
Blauhund:
Gegend ist Oberpfalz/Naabtal. Der Fluss ist in Sichtweite.
Hab mal eine Flamme an das spitze Ende des Stücks gehalten, es fängt nichts zu glühen an.
oliverOliver:
ja, typischer Grafitbrocken, wie er sich oft in prähistorischen Siedlungen findet -
man kann damit einerseits die Oberfläche von Keramik grafitieren (dann müssten sich Abriebspuren finden, bei starker Abnutzung sehen die Stücke dann wie "Glättsteine" aus),
anererseits kann es auch ein "Rohgrafitstück" für die Keramikmagerung sein - dafür werden die Brocken zerstoßen/zermahlen und dann dem Ton beigemengt (Erzeugung von Grafittonkeramik).
Oberflächengrafitierung gibts seit der ältesten Bandkeramik (also seit es in Meu Gefäßkeramik gibt),
Grafittonkeramik tritt z.B. in der späten Mittelbronzezeit auf, oder im späten Frühmittelalter/frühen Hochmittelalter,
ganz besonders aber in der LaTene-Zeit.
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