Mineralien / Minerals / Minerales > erledigte Bestimmungen / completed determinations
Welches Gestein? / Graphit
Harzsammler:
--- Zitat von: Blauhund am 04 Sep 18, 15:31 --- Daheim hab ich mal meine Sonde drübergeschwenkt, und es gibt kein Signal; metallisches ists schon mal nicht.
--- Ende Zitat ---
... selbst das "Seben Tiefenwunder" würde bei Graphit, Kohle, Koks ein Signal geben .
Blauhund:
--- Zitat von: Harzsammler am 04 Sep 18, 16:26 ---
--- Zitat von: Blauhund am 04 Sep 18, 15:31 --- Daheim hab ich mal meine Sonde drübergeschwenkt, und es gibt kein Signal; metallisches ists schon mal nicht.
--- Ende Zitat ---
... selbst das "Seben Tiefenwunder" würde bei Graphit, Kohle, Koks ein Signal geben .
--- Ende Zitat ---
Die xp in der Wohnung angemacht reagiert auf alles, aber auf den Brocken gibt keinen Mucks. Liegt vielleicht an der Einstellung......
Blauhund:
--- Zitat von: oliverOliver am 04 Sep 18, 16:12 ---ja, typischer Grafitbrocken, wie er sich oft in prähistorischen Siedlungen findet -
man kann damit einerseits die Oberfläche von Keramik grafitieren (dann müssten sich Abriebspuren finden, bei starker Abnutzung sehen die Stücke dann wie "Glättsteine" aus),
anererseits kann es auch ein "Rohgrafitstück" für die Keramikmagerung sein - dafür werden die Brocken zerstoßen/zermahlen und dann dem Ton beigemengt (Erzeugung von Grafittonkeramik).
Oberflächengrafitierung gibts seit der ältesten Bandkeramik (also seit es in Meu Gefäßkeramik gibt),
Grafittonkeramik tritt z.B. in der späten Mittelbronzezeit auf, oder im späten Frühmittelalter/frühen Hochmittelalter,
ganz besonders aber in der LaTene-Zeit.
--- Ende Zitat ---
Mersi für die interessante Erklärung!
Demnach dürfte es sich um ein 'Rohgraphitstück' zum Zerstossen handeln.
Blauhund:
Nachtrag:
Hab mir einen momentan verfügbaren Scherben mit möglichst glatter Aussenfläche geschnappt und mit dem Graphitstück berieben.
Funktionert einwandfrei, und es entsteht ein ungemein metallisches Design.
Bisher fand ich relativ wenige Scherben von Gefäßen aus feinem Ton und sehr glatt verstrichener Oberfläche. Die waren seinerzeit sicher bevorzugte 'Verchromungs'objekte.
So ein behandeltes Gefäß alltäglich anzulangen würde aber jedesmal etwas dreckelige Hände und stetige Minderung des shiny Effekts bedeuten. Ob Nachtemperung oder vielleicht einschmieren mit zb. Fett praktiziert wurde..... . Oder solche Objekte waren quasi Artikel des gehobenen Wohnaccessoiresegments mit untergeordneten Gebrauchswertes und standen nur gutaussehend rum.
Bei flackernder Kienspanbeleuchtung sah so ein Teil sicher super aus.
Blauhund:
Ich hab mal geschaut, was es hier in nächster Nähe an Graphitabbau gibt und bin auf Hauzenberg/Bayerischer Wald gestossen. Deren (über internet bestellbare) Brocken haben einen Graphitgehalt von bis 30 Prozent im Roherz (aus ihrem Zweigwerk in Sri Lanka gäbs Ware bis 99 Prozent). Damit kann man wohl keine gebrannten Scherben graphitieren.
Von wo könnte mein vorliegendes Stück stammen, das einen recht hohen Graphitanteil hat; praktisch nahezu Bleistiftminenqualität. Gibts in Bayern weitere Graphitminen (ehemalige/historische)? Böhmische Minen? Neben der Recherche im web stelle ich diese Fragen praktischerweis auch hier bei den Expertens.
Denn, wenns möglich ist, würd ich mir von dort Material besorgen, und bei Gelegenheit ein Tongefäßduplikat (nachgebildet mit Hilfe eines originalen Scherbenprofils) graphitieren.
Scheinbar ist das Stück das bisher einzigste seiner Art gefundene hier im weiteren Umkreis. Es könnte auch als Beigabe in einem Grab gedient haben.
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