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Autor Thema: Walchia aus Oberdorfelden  (Gelesen 1533 mal)

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Offline Lexikon

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Walchia aus Oberdorfelden
« am: 18 Sep 18, 01:46 »
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Deutschland/Hessen/Darmstadt, Bezirk/Main-Kinzig-Kreis/Schöneck/Oberdorfelden
Walchia aus Oberdorfelden
« Letzte Änderung: 08 Jun 23, 16:32 von oliverOliver »

Offline Fliegenklatsche

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  • Beiträge: 27
Walchia
« Antwort #1 am: 18 Sep 18, 01:46 »
Hallo Oliver,

ich habe gerade dieses Foto von Oberdorfelden entdeckt.  Dazu ein paar Bemerkungen:

Die als "weibliche Zapfen" im Foto beschrifteten Abdruck-Fossilien sind definitiv keine weiblichen Walchiaceen-Zapfen!  ..sondern nur "ganz normale" sterile Walchien-Zweige in Abdruck-Erhaltung ("Walchia imbricata"-Aspekt).
Walchia imbricata ist keine Art - sondern nur ein Erhaltungszustand.  ..der übrigens nicht nur Koniferen ("Walchien") sondern auch isolierte Sporophyllähren von Sphenopsiden ("Schachtelhalmgewächsen") wie Calamites gigas umfasst. (siehe Barthel & Rößler, 1994)
Isolierte Walchien-Zweige sind von isolierten Calamites gigas-Sporphyllähren (Metacalamostachys dumasii)  in Abdruck-Erhaltung ("imbricata-Aspekt") leider nicht zu unterscheiden!  Beide täuschen in dieser Erhaltung "Scheinspiralen" mit 60-70° vor.
Bei den Calamiten-Sporophyllähren sitzen die Brakteen in Wahrheit wirtelig an - aber "auf Lücke".  Im "imbricata-Aspekt" täuschen sie daher "Scheinspiralen" von ca. 60-70° vor.
Bei den Walchia-Zweigen sitzen die Nadelblätter "flachspiralig" (um 30°) an - aber sie sitzen im Umlauf natürlich auch "auf Lücke".  Im "imbricata-Aspekt" täuschen sie daher ebenfalls "Scheinspiralen" von ca. 60-70° vor.

Nur bei größeren/zusammenhängenden Funden kann man sie, auch in Abdruck-Erhaltung sicher unterscheiden:  Die Sporophyll-Ähren der "Schachtelhalme" sitzen wirtelig am Ast an - während die Zweige an den Seitensprossen der Walchiaceen "wedelartig" in einer Ebene ansitzen!

Daher ist schon mal sicher, dass es sich bei Deinem Foto eindeutig um eine Walchia handelt !!!
..aber es sind definitiv keine weiblichen Zapfen  ..die sehen völlig anders aus!

Es gab bei der Forschungsgrabung Oberdorfelden 2014 tatsächlich mindestens einen sicheren Fund eines weiblichen Walchiaceen-Zapfens.  ..den ich natürlich selbst gemacht hatte. ;)
Leider gibt dieser Fund nicht viel her. Entscheidende Details, wie z.B. die Anzahl der Samenanlagen pro Kurztrieb, sind erhaltungsbedingt nicht zu erkennen.  Daher bin ich auch außerstande den Fund näher zuzuordnen.
Ich kann gerne Fotos davon hier einstellen - nur wäre es viel sinnvoller, besser erhaltene, weibliche Walchiaceen-Zapfen aus Thüringer Fundstellen zu zeigen. Da sind die anatomisch wichtigen Merkmale oft besser erkennbar!


Das als "männlicher-Zapfen" im Foto markierte Ding ist tatsächlich ein männlicher Walchiaceen-Zapfen!  Terminal an einem Walchienzweig - der Fall ist eindeutig.  Beinahe noch eine "Knospe".  
Wäre dieser männliche Zapfen etwas besser erhalten, würde ich mich sehr dafür interessieren. Wir haben 2014 nämlich auch keine wirklich verwertbaren männlichen Walchiaceen-Zapfen gefunden!

Viele Grüße,
Dein Stephan

Offline oliverOliver

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Re: Walchia
« Antwort #2 am: 18 Sep 18, 16:47 »
hallo Stephan,
ich hab das Foto von der website des "Kinzingtaler Mineralienclubs" übernommen/übernehmen dürfen, kann also die im Bild eingefügte Beschriftung nicht ändern, werde aber deine Erklärung zu den "weiblichen Zapfen" in der Bildbeschreibung einfügen -
herzlichen Dank für die Richtigstellung und die sonstigen Informationen!
lg
oliver

 

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