Hallo Markus,
Die Abb. 11 im Beitrag 17 (Ulrichsberg) ist recht klein geraten. Im Originaldruck kann man die Details vermutlich besser erkennen als in dem eingescannten PDF. Ich habe mir das Foto nochmal genau angeschaut (in 500% Ansichtgröße). Leider sind nur vereinzelte Seitennerven im PDF klar erkennbar. Es spricht zumindest nichts gegen
oreopteridia!
Die Fiederchen haben die durchschnittliche Größe und Form (sofern der Maßstab 10mm ist, es steht nicht dran), sie sitzen leicht schräg an und stehen dicht. Die Seiten-Nervatur ist relativ locker. ..und soweit erkennbar gabeln sie immer basal. Ich kann nirgendwo eine zweite höhere Gabelung einzelner Gabeläste erkennen.
oreopteridia passt also!

Auch die Beschreibung "
höchstens einmal dichotom geteilt" passt. Das Fritz und Boersma offenbar auch einfache ungegabelte Adern zu erkennen glauben - ist ein regelrechter "Klassiker" und spricht für
oreopteridia. Die unmittelbar basale Gabelung ist erhaltungsbedingt nicht immer eindeutig zu erkennen - dann glaubt man auch einfache ungegabelte Seitennerven zu sehen. Nur excellent erhaltenes Material zeigt das dies nie wirklich der Fall ist.
Achte in der Abb. 11 mal auf das erste vollständige Fiederchen unten rechts. Da sieht man, nahe der Fiederchenspitze, eine geringfügig höhere dichotome Gabelung. In den Spitzen der
oreopteridia-Fiederchen (und nur da!) kommt es gelegentlich vor das man diesen kurzen "Stiel" sieht.
Bei
oreopteridia enden die Seitennerven am Fiederchenrand fast immer in einer kleinen Drüse (Hydathode). Schau Dir mal das von mir eingestellte Foto vom Sperbersbach an - da sind die kleinen Verdickungen am Ende der Seitennerven ungewöhnlich deutlich zu erkennen. Bei Funden wo die Hydathoden nicht zu erkennen sind liegt es vmtl. nur an der Erhaltung. In dem PDF (Abb. 11) kann ich zwar keine eindeutigen Hydathoden erkennen (dafür müsste man das Original unter dem Bino anschauen) - aber an einigen Stellen (z.B. drittes Fiederchen oben links) enden die Seitennerven am Fiederchenrand in einer ganz schwachen "Kerbe" - vielleicht ein Hinweis auf die Hydathoden??
Wieauchimmer.. Ich sehe keinen Anlass an der Bestimmung als
oreopteridia zu zweifeln.
Kritischer sehe ich die Verwendung des Artnamens
Pecopteris schlotheimii (Sternberg, 1825) bei Fritz & Boersma - der nur ein (überflüssiges!) Synonym von
cyathea ist! Aber das ist ein anderes Thema..

LG
Stephan