Das mit dem Pfropfen war ein Scherz

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Was die Infiltrationskanäle angeht ist das überhaupt so eine Sache. Jeder Mandelachat hat sie , viele Thundereggs auch. Und zwar mehrere ungleich große. Dabei ist die Frage, ob es sich überhaupt um Infiltrationen im Sinne des Wortes handelt, oder eher um Austrittsöffnungen. Ich tendiere eher zu letzterem, da bei einer Infiltration die Lagen des Achates im Kanal eigentlich in etwa genauso dick sein müssten wie im Inneren der Mandel. Das Gegenteil ist aber der Fall. Hier glaube ich, spielt jetzt der Innendruck eine Rolle.
Durch den Eintritt der Kieselsäure verengt sich der Hohlraum und eingeschlossenes Gas wird komprimiert. Und zwar so lange bis der Druck ausreicht um das Gas durch die noch nicht verfestigte Kieselsäure aus der Mandel zu pressen. Dabei sucht sich das Gas den Weg des geringsten Widerstandes. So weit, so gut. Aber wo strömt das Gas dann hin ? Auch hier kann man wieder mit mindestens zwei Varianten rechnen.
1.) Das die Blasel umgebende Gestein ist bereits verfestigt. In diesem Fall wäre es vorstellbar, das sich das Gas zwischen Gestein und Mandelmantel schiebt und so die Gelkapsel weiter komprimiert. Der Druck im Inneren der Mandel steigt wieder an und es kommt zu einem erneuten Gasaustritt an anderer Stelle. Das würde erklären, warum es mehrere Infiltrationskanäle gibt, und warum die Mandeln nur sehr selten eng mit dem Umgebenden Gestein verwachsen sind. Interessant wäre jetzt zu untersuchen, ob Mandeln die sehr fest vom Gestein umschlossen sind weniger Infiltrationskanäle aufweisen als andere. Gleichzeitig wäre es auch eine Erklärung für Deformationserscheinungen der Achatlagen, wenn nämlich die Kompression durch austretendes Gas nicht gleichmäßig auf die Gelkapsel wirkt.
2.) Das die Blase umschließende Gestein ist noch verformbar. Hier könnte es sein, das das austretende Gas sich nicht zwischen Gelkapsel und Gestein schiebt, sondern einen Weg in das benachbarte Gestein findet und hier neue Blasen bildet.
Gestützt wird das durch die Betrachtung von Gesteinen, die neben größeren Mandeln auch massenhaft mit Miniachaten durchsetzt sind. Diese sind nämlcih meist mehr oder weniger tropfenförmig ausgebildet. Außerdem sitzen die Mandeln in solchen Gesteinen relativ fest im umgebenden Gestein.
Die Theorie, das die Infiltrationskanäle vielleicht Austrittsöffnungen waren stammt übrigens nicht von mir, hab ich mal irgendwo gelesen. Allerdings ist sie m.W. nicht weiterverfolgt worden.
Hierbei möchte ich noch einmal zu einer regen Beteiligung an der Diskussion aufrufen. Keiner muß Angst haben, sich zu blamieren, tu ich ja auch

Wir sind halt meist keine Wissenschaftler. Das soll uns aber nicht abhalten eigene Gedanken zu entwickeln und gerade abstruse und auf den ersten Blick unmögliche Theorien haben schon oft den Weg zur Wahrheit geebnet.
Gruß
Ralf