Hallo Rosi,
schön, daß Du Dich an dieser Diskussion beteiligst. Hier sind alle gedanken erlaubt, und Wissenschaftler sind iwr - glaube ich - alle nicht.
Interessant ist Dein Ansatz mit der Rotation der Blasen. Darauf bin ich noch nicht gekommen ( sonst schon jemand ? )
Wäre auf jeden Fall ein Indiz, warum die Schichten im Achat so gleichmäßig abgesetzt sind und würde auch auf die Lagenbildung in der " ruhenden " Blase erklären. Was die Färbung angeht ist das so eine Sache. Ganz sicher wird der Achat von farbgebenden Mineralien " infiltriert ". Die Frage ist nur wann und ob diese bereits in der Kieselsäure gelöst sind, später von außen eindringen oder bereits im Inneren der Blase eingeschlossen wurden. M.E. spricht einiges dafür, das dies nach dem erhärten des Kieselgels erfolgt. Quasi hydrothermal.
Zum einen sind die Farbzonen fast immer an die Sphärolithe der jeweiligen Lage gebunden ( es gibt Ausnahmen ) . Zum anderen können diese Farben auch wieder verloren gehen. Z.B. die Achate aus den Moselgeschieben haben fast alle Ihre Farbe verloren. Letzteres weist darauf hin, daß die farbgebenden Stoffe nach dem Aushärten des Achates wandern können. Sicher spielt es auch eine Rolle, daß die einzelnen Schichten eine unterschiedliche Dichte haben. Je nach Dichte setzten sich einige Stoffe ab, andere nicht. Was gegen die Rotationstheorie spricht sind die Pseudomorphosen. Heißt, im inneren einer noch hohlen Blase sind zunächst Kristalle gewachsen, die später vom Achat eingeschlossen und umgewandelt wurden. Hier muß der Achat eindeutig nach dem Erkalten der Lava gebildet worden sein. Eine Rotation ist somit - zumindest in diesem Fall - ausgeschlossen. Das heißt aber nicht, das es grundsätzlich unmöglich ist. Ganz sicher passt es auch nicht auf die Gangachate, die ja nicht als Mandel, sondern als Schichten ausgebildet sind.
Die entstehung von Gangachaten und auch von Zwickelachaten sind m.M. nach ausschließlich auf hydrothermale Vorgänge zurückzuführen. Ich denke mit dieser Meinung stehe ich auch nicht alleine. Gleiches dürfte auch für die Sedimentachate gelten, die ja nicht vulkanischen Ursprungs sind. Bleiben noch die Pseudomorphosen. Dabei meine ich jetzt nicht die Pseudomorphosen in Mandeln, sondern z.B. die Pseudomorphosen von Achat nach Aragonit, wie sie z.B. aus dem Kongo bekannt sind. Hier sind Sinterbildungen aus Aragonit in Quarz und Achat umgewandelt worden. Also ganz sicher im Niedertemperaturbereich.
Last not least ist der Vorgang auch umgekehrt möglich, wie Pseudomorphosen von Calcit nach Achat - z.B. aus dem Steinbruch Juchem in Idar - beweisen. Hier wurde der Achat unter beibehaltung der Bänderungsstruktur vollständig in Calcit umgewandelt.
Vielleicht betrachten wir die ganze Genese auch viel zu kompliziert und alles ist viel einfacher.
Ralf