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Autor Thema: Wissenschaftliches zu der Achatgenese  (Gelesen 72087 mal)

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Offline Ralf

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #30 am: 16 Nov 05, 06:49 »
@ Rosi

Keine Angst bezgl. der Achatfälschungen. Fast alle sind mit ein wenig Augenmerk gut zu erkennen. Die Finger sollte man von besonders knalligen Farben lassen. Hier insbesondere pink, tiefblau und grün. Diese kommen zwar auch in der Natur vor, aber nicht so grell. Ein weiteres Indiz ist der Mantel des Achates. Hier finden sich oft noch Farbreste, genau wie in den Zwickeln evtl. vorhandenem grobkristallinen Quarz. Weiter sind die Bänden oft nicht scharf abgegerenzt, sondern gehen mehr oder weniger ineinander über. Schwierig ist´s bei schwarz/weiß. Da bin ich um Haaresbreite selbst einmal auf die sog. Tuxedo-Achate hereingefallen, die ein bekannter Amerikanischer Händler anbietet. Es handelt sich aber um gefärbte Achate aus Aouli / Marokko.

@ Bernd

Wenn man Deine Frage zu Ende denkt, müsste sie lauten ob sich Achat überhaupt im Hochtemperaturbereich bildet. Die Bildung im Niedertemperaturbereich ist unumstritten. Denk nur an die Sedimentachate ( z.B South Dakota, Dryheads etc. ) oder die in Achat umgewandelten Sinterbildungen aus dem Kongo. Auch verkieselte Hölzer und vor allem Opal können sich nicht im Hochtemperaturbereich bilden.
Es könnte ja auch sein, das sich Achat nur im Niedertemperaturbereich bildet. Was spricht denn für eine Bildung im Hochtemperaturbereich ?

Ralf

Offline Bernd G

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #31 am: 16 Nov 05, 06:57 »
@ ralf
ja dann wäre das aber hinfällig Interessant ist Dein Ansatz mit der Rotation der Blasen. Darauf bin ich noch nicht gekommen ( sonst schon jemand ? ) Zitat  Ralf

denn das kann ja nur im hochtemperatrurbereich auftreten. sonst gibts ja keine rotation .

Offline Ralf

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #32 am: 16 Nov 05, 07:46 »
Stimmt :)

Macht aber nix, zuerst gehts ja darum alle möglichen Ideen zu sammeln und Fragen aufzuwerfen. Brainstorming sozusagen.

Ich find das läuft ganz gut. Würde mir aber wünschen, daß sich noch mehr Leute daran beteiligen.

Ralf

Offline Stone Women

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #33 am: 16 Nov 05, 10:24 »
:)

Hmmmmmmm, Ich glaube das wir da was trennen müßen. Zum einen gibt es ja sowohl  fein kristallinen Sio2 als auch grob kristallinen. Gehe ich mal vom grob kristallinen aus (z.B. Amethyst) sind das doch zumeist Blasen. Also ich schätze mal Hochtemperatur. Und gehe ich weiter davon aus das Sio2 eigentlich feinkristallin ist, wäre es doch möglich das die blasen erst grobkristallin werden! Durch die Bewegung die eine solche Blase mitmacht. Ich denke dabei an eine Amethyströhre die ich kürzlich gesehen habe. Die Außenhaut wird doch beim aufsteigen immer wieder "geknetet".
Dadurch bekommt sie Risse. Soweit so gut. Kommt jetzt besagte Blase erneut mit Kieselsäure in Verbindung (jetzt Niedertemperatur, weil Jaaaahre später) dringt diese ein. Da diese Säure nun "kalt" ist wird sie fester,nur dauert das aushärten entschieden länger. Hat ja alles ein paar Tausend Jährchen Zeit  ;)
Könnte es nun möglich sein das die "kalte" Kieselsäure die Kristalle in so einer Blase wieder an- oder auflöst?

Oder bin ich mit meinen Überlegungen jetzt völlig auf dem Holzweg? :-[

Gruß Rosi

PS. die Fragezeichen über meinem Kopf werden immer mehr statt weniger  ??? <So etwa! ;D


Offline Bernd G

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #34 am: 16 Nov 05, 12:54 »
mußte man mal einen chemiker,zu ziehen und fragen ob kieselsäure durch kieselsäure gelöst werden kann.
aber ich glaube nicht das es so sein kann das kieselsäure von kieselsäure gelöst wird.

ich denke eher das die blasen hol sind und dann sich der achat usw. bildet.
gehen wir mal da von aus das die blasen hol sind , und von oben wässer durch den melaphyr eindringen kömmen . diese lösen mineralien, mit den wässern dringen auch bakterien mit ein die oxidierend wirken. also eisen umwandeln.(rote farbe im achat )
wenn die lösungen in den blasen gesättigt sind kann sich achat bilden.

gruß bernd
« Letzte Änderung: 16 Nov 05, 13:14 von Bernd Gutschera »

Offline Steinbeißer

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #35 am: 16 Nov 05, 16:33 »
Hab mich wohl was ungeschickt ausgedrückt mit dem (Umwandeln) sagen wir ersetzen.
Wenn ich etwas ersetze muß ich erst das Primermat. beseitigen.Das könnte vor eindringen der Kieselsäure geschehen,aber wodurch.Das Rückstände bleiben ist sicher,aber auch Rückstände
des Auslösers der das Primermat. beseitigt?
Wir wissen das Wärme umfärben kann,spielt sie auch eine Rolle bei der Zerstörung,Beseitigung
des Primermat.?Hochtemperaturbe. Niedertemperaturbe. Zeit für auf und Abstieg der Temoeratur
ist ja vorhanden.

Das alles nebeneinander vorkommen kann ist klar,das ersetzen auch? Oder kann sich auch
alles zusammen bilden ?

Gruß Klaus

Offline Steinbeißer

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #36 am: 16 Nov 05, 23:20 »
Das Färben scheint eher ein chemischer Prozes zu sein.
Nehmen wir an, Wasser H2O löst Kieselsäure (Formel?) kann diese oxidieren und zu
Kieselgel (Formel?)werden(Halbmetall und Sauerstoff)durch Druck und Wärme wird das Kieselgel
gebildet und eine Restsäure bleibt übrig.Diese Restsäure kann Metall binden und zu der
Färbung führen.Da Wasserstoff flüchtig  und Reaktionsfreudig ist kann dieses sich anderswo binden.
Ob und was sich alles aus der Restsäure bilden kann ist auch die Frage.Es kommt bei den Ablauf
darauf an das ein Metall dabei ist und Oxyde bilden kann,z.B. Eisenoxyd.

Ein Chemiker könnte die richtigen Formeln besser interpretieren!

Gruß Klaus

Offline Bernd G

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« Letzte Änderung: 17 Nov 05, 00:44 von Bernd Gutschera »

Offline Stone Women

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #38 am: 17 Nov 05, 08:45 »
Hallo Bernd  :)

Deine Links sind echt gut. Noch besser kann man es nicht erklären.
Denn Inhalt hab selbst ich als Anfänger bestens verstanden.

Gruß Rosi

Offline Krizu

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #39 am: 17 Nov 05, 09:03 »
Hallo,

mich stört eigentlic hnur eine Sache:
"b) Opal-CT: Im Kristallgitter ist das Siliziumdioxyd teilweise wie die Quarzvarietät Christobalit, teils wie die Quarzvarietät Tridymit geordnet. Es entsteht ein dreidimensional vernetzter, kristallähnlicher Festkörper. Ein eindimensional fehlgeordnetes Gitter. Opal-CT ist in einigen Achaten, z.B. aus Kasachstan nachweisbar und sichtbar."

Das sind doch die Hochtemperaturmodifikationen des Quarzes, oder nicht?

MfG

Frank

Offline Steinbeißer

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #40 am: 17 Nov 05, 14:55 »
Wäre ich ein Chemiker hätte ich es nicht besser ausdrücken können!

Nur das SiO2 z.B. Eisenoxyd ausfiltert ist mir nicht klar,denn es muß gebunden werden
sonst dürften es nicht (scharfkantige)Bänderungen heraus kommen.Bei einer
Oxydation ist das wohl gegeben.Bei einer chemischen Reaktion werden Moleküle aufgespalten,
neu geordnet(es bildet sich etwas neues) und (Reste der Müleküle)verbinden sich mit
anderen und es bleiben Reste übrig.So ganz gehe ich nicht konform.
Eine chemiche Formel oder mehrere die die Kieselsäure+Wasser zum Achat werden lässt
wäre wohl besser nachvollziehbar.


Aber schön das Du uns die geistigen Klimmzüge machen lässt.


Gruß Steinbeißer

Offline Krizu

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #41 am: 17 Nov 05, 15:53 »
Aber schön das Du uns die geistigen Klimmzüge machen lässt.

Hallo,

Du meinst doch wohl nicht mich!  ::)

Achat ist ein MAterial, dass aus feinsten Partikeln aufgebaut ist. Diese Partikel haben eine riesige Oberfläche/Gramm und Löcher bzw. Zwickel dazwischen. Das Zeug wirkt wie eine Aktivkohle und adsorpbiert (nicht absorbiert!) viel. So wird das Eisen eingelagert. Bei den beteiligten Hydroxiden geht eine Umladung von Fe2+ zu Fe3+ recht locker flockig. Das Zeug ist nicht kristallin, amorph und in der Stöchiometrie nicht sauber.

Chemische Formel

H2O + SiO2 > H2SiO4 

Es ist die "normale" Löslichkeit von SiO2 in Laugen. Gläser sind nicht beliebig stabil gegen Laugen. Wenn Du den pH veränderst, kannst Du zuschauen, wie das Gel entsteht.

Der Kieselsäuregehalt in normalen Wässern liegt im Bereich mg/l. So kommt Du auf richtig dicke Suppen.

Oder bin ich im falschen Film?

MfG

Frank

Offline Steinbeißer

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #42 am: 17 Nov 05, 16:42 »
Nein Frank,meine nicht dich sondern den Autor in Bernd´s Link.

Ich hatte schon angenommen das Si   4 wertig ist also 2HSiO4

Frage kommt jetzt eine Oxydation die zum  Gel führt?
Wenn jetzt,durch welchen Umstand auch immer 2H und O2 aus der Formel fallen
wo bleiben sie?Es geht doch nichts verloren!
Könnte ein Metall mit O2 eine Oxydation eingehen und zur Farbbildung führen?
Wie Du schreibst sind Fe in Partikel vorhanden.Mal Fe anführen.

Was in dem Link steht"Über Jahrtausende,Lavaaschenabdeckung und..."
Was ist mit dem Achat in Berd´s Wurzel,ist die jahrtausende alt,oder die Wurzen?
Oder mit der Bildung in einer Kluft?

Fragen über Fragen,im Zenzbuch steht wenigstens es sind noch sehr viele Fragen offen,
im Linkbericht hört sich alles so entgültig an!

Gruß Klaus

Offline Steinbeißer

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #43 am: 17 Nov 05, 16:49 »
Ok , Veränderung des ph Wertes hat was.         Achat ist auch ein Metall.

Aber wo bleibt der Rest ?

Gruß Klaus

Offline Krizu

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #44 am: 17 Nov 05, 16:56 »
Achat ist kein Metall  ;D

Wasserglas ist nur bei hohen pH-Werten stabil. Bei Verringerung des pH-Wertes fällt SiO2 oder SiO(OH)2 aus. Es ist genau umgekehrt wie beim Calcit und der Kohlensäure. Mit der Kohlensäure löst du den Calcit als Calcium-Hydrogencarbonat auf. erhöhst Du den pH-Wert durch Austreiben der Kohlensäure (CO2) fällt Calcit aus.

Bei der Wertigkeit der Eisens löse Dich von der Schulchemie - die Natur ist komplexer!

Beispiel:
FeO*TiO2 = Ilmenit
Fe2O3 = Hämatit
Fe2O3*FeO = Magnetit

ok, war noch simpel ;-) Jetzt nenn mir mal die echte Formel für einen Limonit. Das gleiche bei der Pechblende. UO2 ist das nicht, es sit ein Gemisch verschiedenster Wertigkeiten.

Kristalle sind Schweine! Eine WErtigkeitsänderung kann einfach eine halbe Störstelle mehr sein!

MfG

Frank



 

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