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Autor Thema: Wissenschaftliches zu der Achatgenese  (Gelesen 72112 mal)

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Offline caliastos

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #90 am: 28 Sep 07, 16:39 »
dauer der verkieselung in sedimenten in etwa >100.000 jahre.

verkittung muß nicht in der gelartigen phase geschehen. geht auch im metamorphen. wirkliche angabe flüssig bis fest gibt es nicht. da kieselsäure und quarz (wie bei achat) nicht chemisch identisch sind. der quarz geht aus der kieselsäure mit der zeit hervor.

Offline Bernd G

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #91 am: 15 Nov 10, 19:13 »
Gibt es neue Erkenntnisse über die Entstehung im Niedertemperaturbereich !

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #92 am: 15 Nov 10, 21:46 »
Hallo!
Danke ,daß Du dieses Thema ausgegraben hast!Das muß ich mir mal zu Gemüte führen!
Neue Erkenntnisse gibt es da wohl nicht.Gerade war erst das Extra Lapis Achat -vollgestopft mit "Wahrscheinlich" !Immer noch alles Theorie :'(
Gruß Jens

Offline cmd.powell

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #93 am: 02 Jan 11, 17:16 »
Hallo Zusammen

Im aktuellen Aufschluss steht mal wieder was zu Achat-Bildungstheorieen bzw. führt der Autor einen früheren Aufsatz anhand eigener Beobachtungen teilweise ad absurdum.

Ich verfolge die Achatdiskussion auch schon seit einiger Zeit, bin aber als "Nicht-Achat-Sammler" eher als Außenstehend anzusehen. Was mich im allgemeinen bei der Diskussion etwas stört ist, das viele Leute sich schnell in Annahmen und Spekulationen "verrennen". So nimmt der eine Autor Ein- oder Ausflusskanäle an, der andere vernein diese etc. Ich hab nun auch ein paar Achate in meiner Sammlung und das Thema "Kanäle" krank schnell daran, das Achate oft nur einmal geschnitten sind. Mit einem Schnitt trifft man jedoch nur zufällig einen evtl. Kanal, also sind hier verallgemeinerte Aussagen doch sehr vorsichtig zu genießen. Um klare Aussagen über die 3-Dimensionale Struktur eines Achates zu bekommen, müsste man Stichproben verschiedenster Achatlokalitäten ähnlich wie in einem CT Scheibchen für Scheibchen abschleifen und jede Schliffebene z.B. scannen und dann wahlweise virtuell wieder zusammensetzen; dann könnte man klare Aussagen über Kanäle machen !!! Ob sich überhaupt mal jemand diesen Schuh anziehen wird, bleibt natürlich fraglich. An meinem einen Achat konnte ich allerdings mehrere "Abflusskanäle" beobachten bzw. Strukturen entsprechend deuten. Ich gehe mal davon aus, das es sich dabei um Abflusskanäle handelt, da sich die einzelnen Achatlagen in den Kanälen verjüngen und z.T. komplett fehlen, jedoch abschließend wieder von einer gleichmäßigen Lage abgeschlossen werden. Dieses Bild lässt sich aus meiner Sicht schwer durch einen Einflusskanal erklären, schließt diesen jedoch nicht aus (das hängt stark von den eigentlichen SiO2-Ausfällungsmechanismen ab).

Ich vermute daher einfach mal ins blaue, das die eigentlich Kieselsäurelösung durch Mikrorisse und über die Korngrenzen der einzelnen Gesteinsbestandteile in die Hohlräume gelangt. Da auch der Achat selber eher porös ist (sieht man schon daran, das er sich färben lässt), werden auch bereits vorhandene Achatlagen von diesen "Nährlösungen" durchdrungen und die SiO2-Ablagerung kann vorangehen. Die Restlösung kann dann durch die Kanäle den Hohlraum verlassen.

Was das eigentlich Achatwachstum betriff, so sollte man nicht zusehr auf "Laborchemie" schauen. Was im Laufe von Jahrhunderten oder Jahrtausenden stattfindet, kann man nicht mal "nebenbei" nachmachen. Auf jeden Fall ist SiO2 ein echt vernetzungsfreudiges Zeug und ich kann mir gut vorstellen, das bereits vorhandenen SiO2-Gerüste in der Lage sind, aus alkalischen SiO2-Lösungen SiO2-Gel abzuscheiden - also der umgekehrte Prozess von "Kieselsäure löst Kieselsäure", nämlich SiO2 fällt SiO2. Etwas ähnliches wird übrigens derzeit heiß in Bezug auf sogenannte "Geopolymere" untersucht. Ohne jetzt auf Geopolymere eingehen zu wollen, auch dort "katalysiert" anscheinend SiO2 (in Gerüsten) die Bildung von weiterem SiO2 (ebenfalls in Gerüsten). Warum sollte das nicht auch bei Achaten funzen ? Allerdings muß ich noch dazu sagen, das eben diese Theorie bei den Geopolymeren noch heiß diskutiert wird und noch "nur" eine Theorie ist. Wenn diese jedoch zutreffen sollte ist es jedoch plausiebel wenn jeder Achat anders aussaut, da die Lösungen über die Korngrenzen des Muttergesteins wandern und bereits kleines Variablitäten in der Gesteinszusammensetzung große Wirkungen haben sollten. Hier könnten dann noch Auflösungseffekte im Hohlraum hinzukommen.

Wie schon gesagt, ich bin kein Achatsammler und mir fehlen (wahrscheinlich) Beispiele, aber das sind so meine Gedanken zu dem Thema. Außerdem gehe ich davon aus, das es sehrwohl eine allgemeingültige Bildungstheorie geben wird. Der Mechanismus ist wahrscheinlich einfacher als hier und anderswo angenommen (sonst gäbe es nicht so viele Achatfundstellen). Wie schon gesagt, SiO2 ist ein äußerst vernetzungsfreudiges Zeug und ich kann mir gut vorstellen, das wenn erstmal die Mechanismen der SiO2-Ausfällungen aus alkalichen Lösungen verstanden sind, auch die Achatbildungstheorie erklärt werden kann.

Offline alexis buhridorakes

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #94 am: 02 Jan 11, 22:02 »
Hallo Markus,für mich als Laie in punkto Achatgenese hast du zumindest deine These sehr anschaulich dargestellt.Danke & allen Lesern ein gesundes neues Jahr.Gruß Axel.

Offline alexis buhridorakes

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #95 am: 25 Feb 11, 11:30 »
Hallo ihr Wissenden!
Bin in Chemie keine Leuchte! Wie kommt das Wasser in die Drusen bzw Wasser Achate? Nicht die künstlich befüllten! Ist es nach der Genese eingedrungen oder ist es Bestandteil einer Chemischen Reaktion bei der Bildung?Kann mir das mal bitte jemand so erklären,das ich's verstehe? alexis

Offline Mineralroli

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #96 am: 25 Feb 11, 13:34 »
Hallo Axel
Zitat aus Wikipedia (Achatgenese von Landmesser):
Bei der Suche nach einer Lösung des Achatproblems steht heute eine Theorie im Vordergrund, die von Michael Landmesser am Institut für Edelsteinforschung in Mainz entwickelt worden ist. Landmesser geht davon aus, dass im Gestein neben größeren Hohlräumen ein Netz von feinsten Haarrissen und Kapillaren vorhanden ist, das ständig mit Wasser gefüllt ist und in dem die für die Akkumulation erforderliche Kieselsäure in Form von Monokieselsäure H4SiO4 durch Diffusion transportiert wird. Nach Landmesser spielt also nicht der Transport großer Wassermengen, sondern der Diffusionsprozess der Monokieselsäure die entscheidende Rolle bei der Achatgenese. Die Monokieselsäure-Moleküle reagieren miteinander in einem fortlaufenden Akkumulationsprozess, wobei sich die Moleküle über gemeinsame Sauerstoff-Atome zu Dikieselsäuren, Trikieselsäuren, Tetrakieselsäuren usw. vereinigen, bis schließlich kolloidale Polykieselsäuren entstehen, die sich an den Wänden des Hohlraumes aufgrund von Adhäsion niederschlagen und in einem Reifungsprozess schließlich in festen kryptokristallinen Quarz übergehen. Dieser Prozess verläuft während langer Zeiträume, in denen sich die äußeren Bedingungen wie Druck, Temperatur, Anwesenheit von Begleitmineralien wie Fe3+-Salzen usw. ändern, was zur Entstehung der charakteristischen Achatbänderung führt.

Wasser findet man oft in Gesteinen und wenn wir von den Haarrissen und Kapillaren ausgehen die das Wasser transportierten dann konnte es vorkommen das diese Kapillaren durch Quarz, Achat oder anderen Mineralen verschlossen wurden bevor das im Drusenraum vorhandene Wasser austreten konnte bzw. zur weiteren Bildungen von Mineralen aufgebraucht wurde. Das Ergebnis ist ein Flüssigkeitsrest (auch als Urwasser bezeichnet) im Achat mit dem Begriff Enhydros

Aber Vorsicht !! ist geboten denn die meisten im Handel angebotenen Enhydos-Achate sind künstlich gefüllt. Entweder weil durch zu dichtes anschleifen das eigentliche "Urwasser" verdunstet ist oder weil man feine Haarrisse und einen vorhandenen Hohlraum zum Füllen genutzt hat.

Ich hoffe ich konnte etwas weiter helfen.
Beste Grüße
Roland

Offline alexis buhridorakes

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #97 am: 25 Feb 11, 20:42 »
Danke für die ausführliche Antwort.Das mit der Diffusion klingt plausiebel.
alexis.

Offline fassi

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #98 am: 25 Feb 11, 22:53 »
Hallo Axel - eine sehr einleuchtende erklärung zur entstehung der achate - an Beispielen sächsischer Achate
findest du Hier    www.porphyrkugel.de
lese den Genesedeutungsversuch

Man muss es mehrmals lesen und sich dann in die sache etwas hineindenken .-

anhand meiner praktischen erfahrungen beim bearbeiten und vorher beim sammeln an Primärfundstellen
ist mir diese Theorie die einleuchtenste -

Leider eben nur ne Theorie
das Intressanteste ist hier die entstehung der eigentlichen Hohlräume .....

Glück auf fassi -

Offline alexis buhridorakes

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #99 am: 26 Feb 11, 08:35 »
@fassi
ist eine sehr informative Seite zu der dein Link führt,bekommt man gleich Lust mal nach Chemnitz zu fahren  :D
kann man die Kugelgenese also fast mit einem Kuchenteig vergleichen,bei dem die Zutaten nicht optimal vermischt sind,bzw nicht die richtige Backtemperatur eingestellt ist
Also Teig einrühren & Achate backen  ;D...

Offline fassi

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #100 am: 26 Feb 11, 12:49 »
Das wäre die einfachste art einen Vergleich zu machen wie dort beschrieben-
die These gründet eben auf die Form und ausbildung der Hohlräume in Rhyolitkugeln
gerade das gemeinsame auftreten von verschiedenen "Füllungen" z.B. Asche ,Jaspis,achat
in einen Hohlraum haben dazu geführt den Kugelhohlraum als solches unter neuen Gesichtspunkten zu sehen -
wäre da ein Hohlraum von anfang an in voller Größe vorhandenen -wieso gibts dann solche trümmerungen ?
die erkaltende Lava stand ja unter ner sehr hohen Eigenspannung somit ist es möglich das sich die risse zeitversetzt erweiterten
und so die Lösungen das Mobilisat die neu entstanden Hohlräume auch zeitversetzt auffüllen konnten .


Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #101 am: 03 May 11, 21:39 »
Hallo werte Fangemeinde!
Im Grunde genommen hat in einem vorangegangenen Beitrag HeikoB einen interessanten Beitrag geliefert,welcher aber irgendwie überlesen wurde!
Radiolarien!!!
Ich habe das Gestein Radiolarit bis letztes Jahr auch nicht gekannt.Ist allerdings etwas sehr interessantes.
Als Beispiel möchte ich mal die Kugeln von St.Egidien anführen,welche mit grüner und roter jaspisähnlicher Füllung vorkommen.
Jaspis ist das aber nicht und die Härte variiert zwischen 6 bis 6,5.
Oft ist diese Füllung in direkter Gemeinschaft mit Achat anzutreffen.
Sollte diese Füllung Radiolarit sein,könnte das einiges erklären.
1.Die äußere Festigkeit der Kugeln zum Umgebungsgestein-die Radiolarien der Kolonien haben die äußere Achathülle imprägniert
2.Sphäroliten im Achat waren sozusagen Superkolonien der Radiolarien
3.Frau nervt-Faden verloren :( :(
Glück Auf!
Jens

Offline aca

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #102 am: 03 May 11, 22:00 »
Radiolarit ist ein Sedimentgestein.
Es füllt keine Hohlräume nachträglich aus.

Offline Jochen1Knochen

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #103 am: 03 May 11, 22:19 »
Radiolarit ist ein Sedimentgestein.
Es füllt keine Hohlräume nachträglich aus.
Hallo!
Nicht das Gestein füllt die Hohlräume sondern die Radiolarien füllen die Hohlräume und bilden nach ihrem Absterben das Radiolarit.
Gruß Jens

Offline Mark77

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Re: Wissenschaftliches zu der Achatgenese
« Antwort #104 am: 03 May 11, 23:08 »
Hallo Jens,

das Problem mit den Radiolarien ist, dass man sie gut unterm Mikroskop betrachten kann.
Zudem sind sie, wie aca es bereits schrieb, sedimentären Ursprungs. Für viele Achate nimmt man ja vulkanischen Ursprung an.
Dann kommt noch hinzu, dass man Radiolarit aus den älteren Erdzeitaltern als Lydit bezeichnet, da das Gestein dann leicht metamorph überprägt wurde.

Also genetisch irgendwie eine andere Geschichte. Von metamorph überprägten Achaten hab ich bislang auch noch nix gehört.. wäre aber mal Interessantes!!

Schöne Grüße,
Markus

 

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