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Jarosit mit Hämatit
heli:
Unter Hämatit, Grube Käusersteimel findet sich noch ein Foto, dass das von Uwe angesprochene Material in Großaufnahme zeigt.
Hydrohämatit wurde als Synonym für Goethit/Limonit verwendet, wenn die Oberfläche als hochglänzender schwarzer Glaskopf ausgebildet war.
Haspelknecht:
Ich versuche mal, noch was zu diesem Mineral beizutragen, welches mir seit Jahrzehnten durchaus rätselhaft ist. Die gezeigte Stufe habe ich Mitte/Ende der 1990er Jahre einmal live sehen dürfen, damals noch bei dem mittlerweile leider verstorbenen Finder. Allerdings galt mein Hauptaugenmerk eher den herausragenden Jarositen. Die Analyse, die ich erwähnt habe, ist sicher keine oder nicht alleine eine edx gewesen. Sie wurde auch in den 90ern gemacht, ob an Material von Käusersteimel, aus Gosenbach oder Eiserfeld weiß ich leider auch nicht mehr. Ich hab sie nicht gemacht, war damals selbst ein wenig überrascht und möchte auch nicht darauf bestehen, dass sie wirklich richtig war.
Der angesprochene Bruch oben rechts im Bild ist nicht der Anbruch einer dieser hochglänzenden Kugeln, sondern von der Glaskopf-Unterlage. Hier würde ich intuitiv auch eher Lepidokrokit vermuten. Auf dem anderen angesprochenen Bild von Käusersteimel kann man ganz rechts einen typischen Bruch erkennen.
Das bei und als Hydrohämatit laufende Mineral bildet hochglänzende Überzüge und Kugeln auf dem braunen Glaskopf. Der Bruch dieser Gebilde ist eisenschwarz und oft unstrukturiert, kann aber in einen, dem Goethit ähnelnden fasrigen Bruch übergehen. Sehr kleine Kugeln können auch tiefrot durchscheinen. Vom Aussehen her könnte das auch für Siderogel zutreffen.
Das ganze hat aber auch Ähnlichkeit mit rotem Glaskopf, also Hämatit.
Der Hydrohämatit ist in der alten Literatur kontrovers diskutiert worden, zum einen als hochglänzender brauner Glaskopf, zum anderen als Hämatit mit Wassergehalt (was natürlich Unsinn ist). Möglicherweise handelt es sich wie bei vielen anderen "Limonit"-Ausbildungen auch hierbei um ein Gemenge, dem evtl. auch Hämatit beigemengt sein kann.
harzgeist:
--- Zitat von: heli am 19 Oct 18, 18:02 ---Unter Hämatit, Grube Käusersteimel findet sich noch ein Foto, dass das von Uwe angesprochene Material in Großaufnahme zeigt.
--- Ende Zitat ---
heli, du meinst sicher dieses Bild, danke dass du darauf aufmerksam machst!
Ich meine, der Bruch zeigt typisches Brauneisen, wobei ich anhand des Fotos mich nicht auf Goethit oder Lepidokrokit festlegen möchte (neige aber zu ersterem). Ganz ähnliches Material kenne ich aus dem eisernen Hut der Siderit führenden Gänge des Unterharzes, die zu meinen Hausfundstellen gehören.
Erstaunlich (und bedauerlich), dass es erst jetzt mehr oder weniger zufällig auffällt, nachdem das Bild schon fast 3000 Ticks auf dem Zähler hat. Ich muss aber zugeben, dass ein paar davon auf mein Konto gehen, ohne dass mir etwas aufgefallen ist, die Augen üben wohl doch eine gewisse hypnotische Wirkung aus ;D
Haspelknecht:
Auf diesem Bild ist nur ganz rechts ein kleiner Anbruch einer der hochglänzenden Kugeln zu sehen, schwarzsilbrig und glatt. Der Rest ist typischer Goethit Glaskopf. Die Kugeln und der Glaskopf im Untergrund sind nicht dasselbe.
Bei dem anderen Bild habe ich nochmal genau hingeschaut. Was ich für Lepidokrokit gehalten habe, ist ein Jarosit-Bruch. Alles andere ist der Glaskopf unter den Kugeln.
Übrigens: Wer es hat, kann im Buch "Siegerland&Westerwald" von 2012 aus dem Bode-Verlag auf den Seiten 8-9 ein doppelseitiges Bild von diesen Kugeln mit vielen Bruchflächen sehen. Wie typisches Brauneisen sieht das m.M.n. nicht aus. Hypnotisierend sind aber auch diese...
harzgeist:
--- Zitat von: Haspelknecht am 21 Oct 18, 13:20 ---Auf diesem Bild ist nur ganz rechts ein kleiner Anbruch einer der hochglänzenden Kugeln zu sehen, schwarzsilbrig und glatt. Der Rest ist typischer Goethit Glaskopf. Die Kugeln und der Glaskopf im Untergrund sind nicht dasselbe.
--- Ende Zitat ---
Das Buch besitze ich zwar nicht, aber das Material kenne ich auch. Du hattest es ja im vorigen Post sehr gut beschrieben. Das ist ein Gel und bildet in meinem Material Schichten, die den Glaskopf wie lackiert aussehen lassen und ihrerseits auch Träger für flächige Mangandendriten sein können. Die Farbe dieser Schichten ist variabel und der Bruch ist glatt, glasartig, erinnert (mich :D) an Heißkleber für Dachpappe. Das hiesige Material ist teils aus zwiebelartigen Lagen aufgebaut, wobei sich Goethit, schwarzes erdiges Manganoxid, Lepidokrokit mit dem Gel abwechseln und das Gel auch zwischen zwei Lagen auftreten kann. Ab und zu ist auch kristallisiertes Manganoxid (Pyrolusit?) dabei, was die Sache interessant macht.
Mit Hämatit hat das aber meiner Meinung nach trotzdem nichts zu tun.
BTW, Hydrohämatit wird im MA als Synonym für Goethit verstanden.
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Hydroh%C3%A4matit
ob damit wirklich ausschließlich Goethit oder evtl nur eine besondere Ausbildungsform desselben oder noch andere "Eisenoxidhydrate" gemeint sein können ... ???
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