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Diskussion: Gediegen Blei in St. Andreasberg ?

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Sebastian:
Ich glaube du überschätzt die Bedeutung dieses bisher einmaligen mikroskopischen Fundes...
Und nein, solch eine Entdeckung ist nicht mit der des Acheopterix vergleichbar...
Siehe einige andere Literatur wo dies schon beschrieben wurde.
Gruß Sebastian

ganomatit:
Hallo Thomas, ich kannte den Fund von Manfred schon über viele Jahre. Aber ich habe mir niemals Gedanken darüber gemacht, dass es so eine bedeutende Sensation sein könnte. Ich werde mich mal weiterhin mit der Entstehung von gediegen Blei in der Natur beschäftigen, von anderen Lagerstätten.
Da gibt es andere Funde in Andreasberg, unscheinbar aber sehr bedeutend für die Entstehung der Lagerstätte. Der Fund von Adular hat die ganze Entstehungszeit der Mineralisation oder ein Teil davon nicht mehr vom Brockenpluton abhängig gemacht. Dieser Fund und der Nachweis der Mineralisation war oder ist ein wenig zu vergleichen mit dem Archeopteryx. Aber nur ein wenig!

Axinit:
Servus,

ein wirklich interessantes Thema !

Trotz Unkenntnis der oertlichen Gegebenheiten und der Fundumstaende scheint mir das Vorliegen von gediegenem Blei durchaus plausibel. Es gibt sicher keinen Grund an den Aussagen des Finders zu zweifeln.

Vielmehr stellt sich die Frage: wie kann sich ein  elektronegatives Element wie Blei in elementarer Form in der Natur bilden ? Dies ist allerdings ein chemisches, kein geologisches Problem.

Die Frage muesste daher vielmehr lauten: welche potentiell vorhandene Redoxpartner liegen vor - und wie werden die entsprechenden Redox-Systeme durch Druck, Temperatur, Fugazitaeten (Gase)  und Aktivitaeten (geloeste Stoffe) beeinflusst ?

Die ueblicherweise zitierten Tabellenwerte beziehen sich auf idealisierte Verhaeltnisse (25 Grad Celsius, 1 bar).

Messungen an typischen Redoxpaaren unter  "geologische Bedingungen (Druck, Temperatur, Salinitaet)" zeigen jedoch , dass sich die Stabilitaet von Oxidationszustaenden (z.B. Cu2+/Cu+ gegenueber Umgebungsbedingungen deutlich aendern kann.

Der weiter oben angefuehrte Artikel ueber das Vorkommen bzw. die Bildung von ged. Blei  in der Lagerstaette Broken Hill gibt hierzu einige interessante Anregungen.

Es bleibt spannend !

GA

Harald



ganomatit:
HAGEDORN und LIPPOLT (1993) weisen auf der Grundlage absoluter Altersbestimmungen die Hauptphase der Vererzung auf ein mesozoisches Alter (ca. 200–230 Mio. Jahre) nach. Geochronologische Datierungen an Kalifeldspat des Bermannstroster Ganges ergaben nach MERZ, LIPPOLT und SCHNORRER- KÖHLER (1989) ein Alter von 123 Millionen Jahren. Für Thomas das Adularproblem!

Frank Heise

Uwe Kolitsch:
Gediegen Blei ist überraschend häufig weltweit (die SChlackenvorkommen zähle ich jetzt nicht dazu):
https://www.mindat.org/min-2358.html

Es kann in metamorphen Erzlagerstätten und hydrothermalen Gängen vorkommen, in Pegmatiten und in Zeolith-gefüllten Hohlräumen in Vulkaniten.
Vergleichbar mit St. Andreasberg ist vielleicht https://www.mindat.org/locentry-944480.html oder https://www.mindat.org/locentry-661651.html oder https://www.mindat.org/locentry-688354.html

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