Hallo,
Nur kurz zur Klärung: Ich wollte mit dem Post in dem Bönkhausen-Thread niemals behaupten, dass es kein natürlich vorkommendes ged. Blei in Deutschland gibt bzw. geben kann. Meine Erfahrungen aus der Literatur zu Schwarzwald, Erzgebirge, Oberpfalz kann ich lediglich berichten, dass es bislang so gut wie keine Beschreibungen gibt. Blei wurde meines Wissens von Geroldseck im Schwarzwald genannt, wobei es sich um alte Quellen handelt (über 200 Jahre!). Walenta griff das Thema auf und sagte, dass es wahrscheinlich Jagdschrot gewesen sei. Zudem gab es offenbar alte Vorkommen im Melaphyr bei Zwickau, müsste mal im Haake, Flach, Bode (1994) nachschauen Aber auch dort wird auf die Jagdschrot-Problematik eingegangen. Der Fund von Badenweiler ist fraglich (evtl. hab ich das Stück noch irgendwo im Keller). Das is typisches Feuersetzmaterial vom Altemannfels, allerdings eine etwas untypische Ausbildung. Es handelt sich um seltener zu findene, grünlichgraue, schlackige Stücke mit Blasenräumen. In der Nähe befindet sich Fluorit. Fluorit erniedrigt den Schmelzpunkt, offenbar ausreichend, dass ein Teil des Quarzes geschmolzen ist. Wenn Fluorit zersetzt wird (thermisch oder durch starke Säuren, z.B. Schwefelsäure), wird Fluorid frei, das durchaus als Reduktionsmittel oder Komplexbildner in Frage kommt und so zur Entstehung von metallischem Blei führen könnte. In den Bereichen, in denen dieses blasige Material fehlt (mit und ohne Fluorit), liegt Blei meist als Bleioxid, Bleicarbonat oder -nitrat vor, letzteres aus dem Stickoxid beim Feuersetzen oder Arbeiten mit Schwarzpulver. Oft ist Cerussit in Bleioxid umgewandelt.
Übrigens: Blei von Langban ist echt. Eine der wenigen Fundstellen gewesen, an denen ged. Blei in größerer Menge vorkam.
Glück Auf!
Sebastian