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Autor Thema: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen  (Gelesen 5924 mal)

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Offline stefan bahl

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Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« am: 17 Nov 18, 19:13 »
Hallo in die Runde  :)

ich befasse mich zum ersten mal mit dem Reinigen von Mineralien. Ich habe zu diesem Thema auch schon einiges an Literatur. Unter anderem das Lapis Reinigungsbuch. Nun zu meiner Frage: Ich habe einige Stufen mit sehr kleinen Quarzkristallen aus dem Steinbruch Dörfel. Ich habe probehalber zwei Stufen in Oxalsäure eingelegt und anschließend in destilliertem Wasser. Die rostähnlichen Verfärbungen sind verschwunden, aber nach dem Trocknen musste ich feststellen, dass die Oberflächen der Kristalle trübe und matt geworden sind. Wie kann ich diese Trübungen verhindern bzw. beseitigen? Liegt das evtl. am Grundgestein? Eine mechanische Reinigung ist aufgrund der Größe der Kristalle (2 bis 4 mm) leider ausgeschlossen.

freundliche Grüße aus der Niederlausitz

Stefan Bahl


Offline Axinit

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #1 am: 17 Nov 18, 19:39 »
Servus Stefan,

falls die fraglichen Kristalle wirklich aus Quarz bestehen, ist das von Dir beschriebene Verhalten auf eine natuerliche Veraenderung (Rauhigkeit) der Kristallflaechen zurueckzufuehren - Quarz reagiert nicht mit Oxalsaeure.

Es gibt Quarz xx, deren natuerliche Oberflaeche bereits matt ist und daher nie "hochglaenzend" wird.

Da laesst sich leider nichts mehr machen.

GA

Harald

Offline harzgeist

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #2 am: 17 Nov 18, 20:05 »
Hallo Stefan,

Harald hat natürlich recht, manche Quarzkristalle sind von Natur aus matt, da kann man nix machen.

Aber du schreibst "matt geworden". Also nehme ich an, dass zumindest bei einigen vorher ein gewisser Glanz vorhanden war. Falls das so ist, kann das an der Oxalsäure liegen.
Es is bekannt, dass Oxalsäure nicht mit Leitungswasser angesetzt werden soll, weil der Kalkgehalt im Wasser zu einem Überzug von Calciumoxalat auf der Stufe führen kann.
Wenn sich jedoch an der Stufe z.B. Calcit oder ein anderes Mineral befindet, das Calcium abgeben kann, passiert das gleiche.
Aus diesem Grund meide ich Oxalsäure.
Dithionit oder bei viel Dreck erst Salzsäure und dann Dithionit geht genau so schnell und ist sicherer.

Thomas

Offline stefan bahl

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #3 am: 18 Nov 18, 11:34 »
Vielen Dank für die schnellen Antworten. ;) Die helfen mir schon weiter. Ich dachte schon ich hätte die Säure zu stark angesetzt. Die Kristalle sind definitiv von einem Quarzgang. Ich hatte auch einen großen, einzelnen Quarzkristall einer anderen Fundstelle mit in dem Säurebad. Er hat ebenfalls trüben Belag angesetzt. Ebenso eine Stufe mit Gangquarz, Fluorit und Hämatit. Die Matrix der Stufen besteht aus Glimmergneis.

Offline cmd.powell

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #4 am: 18 Nov 18, 19:08 »
Es is bekannt, dass Oxalsäure nicht mit Leitungswasser angesetzt werden soll, weil der Kalkgehalt im Wasser zu einem Überzug von Calciumoxalat auf der Stufe führen kann.

Wenn man sich kein deionisiertes Wasser leisten kann/will, kann man Regenwasser nehmen. Und wenn man auch - wie z.B. dieses Jahr - kein bis nur wenig Regenwasser hat, kann man auch kalkiges Leitungswasser nehmen, allerdings sollte man dieses nach dem Ansetzen der Oxalsäurelösung zunächst mindestens 24 Stunden absetzen lassen. Das gebildete Calciumoxalat hat sich dann als feiner grauweißer Schlamm abgesetzt und die klare Lösung kann dann dekantiert und verwendet werden.

Offline Fabian99

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #5 am: 18 Nov 18, 19:31 »
bzw. Wäschetrockner-Wasser. Dabei würde ich aber auch die Absetzmethode verwenden.

LG

Offline harzgeist

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #6 am: 18 Nov 18, 19:54 »
... und wenn, wie hier, Fluorit mit dabei ist, hätte man sich das auch schenken können. Der gibt munter Calciumionen in die Lösung, was dann auch wieder zum gefürchteten Calciumoxalat-Überzug führt und außerdem den Fluorit anätzt. Vorher hochglänzende Fluorite werden danach schön seidenmatt  :-\  Da ist dann auch nichts mehr zu retten. Vom Quarz kann man den Belag eventuell noch mechanisch (z.B. laaaannnge Ultraschall) entfernen.

Thomas


Offline Axinit

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #7 am: 18 Nov 18, 20:01 »
Servus,

da Stefan offensichtlich im Besitz des "Lapis-Reinigungsbuches" ist (Duthaler-Weiss ?), waere es sicher am Einfachsten, dieses Werk zu lesen und sich an die angebenen Arbeitsvorschriften zu halten.

Der Preis fuer entmineralisiertes Wasser sollte in Anbetracht der sonstigen Kollateralkosten unserer Freizeitbeschaeftigung keine Rolle mehr spielen.

Vielleicht kann sich Stefan einmal konkret zur Zubereitung seiner Oxalsaeureloesung aeussern (angesetzt mit demineralisiertem Wasser - ja/nein). Falls nein, kann er es ja beim naechsten Mal besser machen - again what learned  ;D!

Thomas hat natuerlich prinzipiell recht - aber befand sich auf der zu reinigenden Stufe tatsaechlich auch Flussspat ?

Wir lernen alle aus unseren Fehlern und aller Anfang ist schwer - Duthaler-Weiss ist (m. E) nicht der Weisheit letzter Schluss - und zum Entfernen von Eisenoxid-Schleiern ist Natriumdithionit sicher die Methode der Wahl (wobei es auch hier zu negativen Ueberraschungen kommen kann).

GA

Harald


Offline harzgeist

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #8 am: 18 Nov 18, 20:25 »
Zitat
aber befand sich auf der zu reinigenden Stufe tatsaechlich auch Flussspat ?
In Stefans Antwort von heute früh hatte ich das so verstanden
Zitat
Ebenso eine Stufe mit Gangquarz, Fluorit und Hämatit. Die Matrix der Stufen besteht aus Glimmergneis.

Aber man weiß nie ob sich nicht doch irgendwo eine Calciumquelle versteckt hat.
Ich hatte mal ein ähnliches Erlebnis mit Granat/Vesuvian etc. und kenne die Quelle bis heute nicht, vermutlich halb zersetzter Anorthit.

Thomas


Offline stefan bahl

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #9 am: 18 Nov 18, 21:01 »
Natürlich habe ich die Oxalsäure mit destilliertem Wasser angesetzt und ich habe auch schon in diversen Reinigungsbüchern nachgelesen. Leider ist das alles sehr kompliziert zu verstehen wenn man sich vorher nie damit beschäftigt hat. Z.B. habe ich gelesen, dass Fluorit resistent gegen Oxalsäure ist. Ich habe bisher nur Achate gesammelt und Mineralien meist gekauft. Nun sitz ich vor den ersten, selbst gesammelten Stücken und will fleißig dazulernen :D deshalb bin ich für jeden Hinweis dankbar. Leider hab ich bei meinen ersten Stücken so empfindliche Mineralien wie Baryt und Wulfenit dabei.

Offline harzgeist

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Re: Probleme beim Reinigen von Quarzkristallen
« Antwort #10 am: 18 Nov 18, 21:31 »
Meiner Meinung nach kommt man mit Salzsäure und Dithionit (nacheinander natürlich  ;D) gut zurecht. Ich könnte mit jetzt auf Anhieb keinen Fall vorstellen, wo man zwingend Oxalsäure verwenden muss (sicherlich gibt es das auch).
Auch dicke Krusten lösen sich in Salzsäure schnell auf. Eine Nachbehandlung mit Dithionit verhindert die sonst auftretendr Gelbfärbung nach Salzsäure.
Baryt ist so stabil, der ist chemisch praktich nicht zu beschädigen.
Wulfenit und andere Sekundärminerale vertragen keine Säuren. Dithionit geht aber für Wulfenit und viele andere Sekundärminerale.

Im Zweifel hier fragen  ;)

Thomas

 

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