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Autor Thema: Wer kann die Ringe deuten?  (Gelesen 2405 mal)

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Offline Eckard

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Wer kann die Ringe deuten?
« am: 05 Jan 19, 16:44 »
Hallo

und allen ein recht frohes 2019 mit vielen glücklichen Momenten.

Den unten gezeigten roten Sandstein (Maße: 48 x 60 x 14-20 mm [= hoch x breit x dick]) fand ich an einer Kiesgrube in der Wedemark, etwas nördlich von Hannover.

Kann mir jemand sagen, wer oder was die Ringe (Außen-Durchmesser ca. 12 – 20 mm) erzeugt hat? Auf der Unterseite sind keine Ringe erkennbar. (Bild 2+3 sind zu hell, ist aber wohl ohne Bedeutung.)

Eine Lösung des Problems würde mich sehr freuen.

Freundlichen Gruß
Eckard

Offline Kluftknacker

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #1 am: 05 Jan 19, 17:04 »
Moin,
ach ja, die Kiesgruben in der Wedemark  8).... In manchen ist übrigens sehr schön der Raseneisenerzhorizont aufgeschlossen - und das ist dann auch gleich die Antwort: Deine Ringe sind oberflächliche Eisen-(und Mangan-)ausfällungen aus dem Grundwasser. Besonders bei Kontaktpunkten zwischen den Kieseln entstehen Toträume, in denen lokal Bedingungen herrschen, damit sich die Metalle abscheiden können. Ist eine Sache von Temperatur, pH-Wert, Ionenkonzentration in der Lösung u.a.

Glück auf
(aus dem Süden von H)

Offline harzgeist

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #2 am: 05 Jan 19, 17:12 »
Auch das sind wohl Liesegangsche Ringe (durch ausgefälltes Eisenhydroxid). Siehe https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liesegangsche_Ringe

Wir hatten das Thema vor einiger Zeit auch hier schon mal
https://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,47080.msg325835.html#msg325835

Thomas

Offline Eckard

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #3 am: 05 Jan 19, 17:19 »
Moin Peter,

Goldmedalllllje für die superschnelle Antwort.

Ja, unsere Gruben sind für Steinsammler sicherlich nicht uninteressant. Die Betreiber sind - hm, etwas unflexibel. Ich fange ja gerade erst damit an, weil ich mit einem anderen hobby aufhören musste. Habe software gegen hardware eingetauscht, sprich: Nachtfalter gegen Gesteine. Letztere haben den Vorzug, dass sie nicht davon fliegen. :D

Danke für die erschöpfende Erklärung. Damit muss ich mich mal beschäftigen. Habe ja viel Zeit. - Ist die Frage erlaubt, wo im S von H Du die Gegend unsicher machst?

Besten Gruß
Eckard


Offline Eckard

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #4 am: 05 Jan 19, 17:32 »
Hej Thomas,

danke auch Dir für Deine Einschätzung.

Ja, damals ging es um den Sandstein von Dänemarks schöner Westküste. Ich wollt', ich könnte noch heute dort sein. Selbst wenn gerade ein schwerer Herbststurm mit Gebrüll das Meer aufpeitscht und fast die Dünen zerreißt. - Und wenn sich dann alles wieder beruhigt hat, dann geht man ganz gemütlich an den Strand und sammelt Schätze ein. Ist doch toll. :)

Besten Gruß ins Harzer Ländle
Eckard

Offline Eckard

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #5 am: 05 Jan 19, 17:43 »
@ Thomas

Mir fehlt die Erfahrung mit Liesegang'schen Ringen. Darum habe ich die Frage: Wie ist dann der Ring auf Bild 3 entstanden? Er schließt sich dem Ring von Bild 1 oben rechts direkt an, also quasi im Winkel von 90 Grad. - Ist solches möglich?

BG/Eckard

Offline harzgeist

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #6 am: 05 Jan 19, 18:03 »
Hallo Eckard

Ich weiß nicht, ob das deine Frage beantwortet, aber es schaut so aus, als wenn die Gebilde 3-dimensional 'im Block' entstanden sind (oft passiert das auf Spalten nur 2-dimensional). Durch Erosion hast du nun quasi einen Schnitt vorliegen, wo du in den ehemaligen Block hinein blickst.
Ich hoffe, das hilft dir erst mal etwas weiter

Thomas

Offline Eckard

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #7 am: 05 Jan 19, 18:42 »
Ich weiß nicht, Thomas. Mit dieser These kann ich mich nicht so recht anfreunden. - Für mich stellt sich da die Frage: Wenn sie dreidimensional vorhanden sind, müsste dann nicht vom Ring oben rechts auf der Fläche eine breitere Schicht (Wand) an der schmalen Kante erkennbar sein, nicht aber ein Ring? Und müssten dann nicht auch die anderen Ringe auf der Rückseite durch kommen? Zumindest am dünnen Teil des Steins?

Nebenbei: Ich hatte anfangs gedacht, dass auf dem Stein mal irgendwelche vorzeitlichen Pflanzen oder Algen gestanden hätten, so ähnlich wie heute noch Algen (z. B. der Kelp) zu finden sind.

Ich hänge nochmals ein Bild an. Vielleicht hilft das, meine Fragen zu verstehen. Der Winkel ist tatsächlich fast 90°.

BG/Eckard





Offline harzgeist

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #8 am: 05 Jan 19, 18:54 »
Wenn du im Bild einen senkrechten Schnitt durchführen würdest und dann seitlich auf die Schnittfläche schauen würdest, solltest du meiner Meinung nach zwei annähernde Halbkreise sehen, die sich (jetzt im Inneren liegend) fast oder tatsächlich berühren.

Mit ehemaligem Bewuchs hat das sicher nichts zu tun, ist rein anorganischer Natur.

Thomas

Offline Eckard

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #9 am: 05 Jan 19, 19:40 »
Thomas, ich finde es nett, dass Du noch nicht die Geduld mit mir verloren hast. Ich muss Dir leider gestehen, dass mein Vorstellungsvermögen nicht ausreicht, Deinen Gedanken und Vorschlägen zu folgen. Aber ich werde es weiterhin versuchen.  :)

Sollte ich mit etwas Glück nochmals einen solchen Stein finden, dann werde ich die Säge ansetzen (lassen), um der Sache auf den Grund zu gehen.

Danke für die Erläuterung zum ‚Bewuchs’. Hatte so etwas Ähnliches mal vor einiger Zeit irgendwo im Internet gesehen. Aber wie gesagt: nur so ähnlich.

Danke für Deine Mühen. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende. Mit Schnee im Harz is wohl nix. Der wird zur Zeit im Süden abgeladen. Aber wir haben ja noch ein paar Tage Winter vor uns.

Eckard

Offline oliverOliver

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Re: Wer kann die Ringe deuten?
« Antwort #10 am: 05 Jan 19, 20:27 »
in diesem Fall finde ich die Erläuterung von Kluftknacker (AW 1) überzeugender.

 

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