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Radioaktiver Galenit ?
Sebastian:
Danke für den Hinweis.
Also in der Publikation steht eindeutig, dass U-Galenit aus Pb gebildet ist, das rein aus dem Zerfall von Uran zurückzuführen ist.
(Isotopenverhältnis anders als bei hydrothermalen Galenit). Besser wäre das dann "U-derived Galena" zu nennen.
Die Publikation beschreibt weiterhin das es sehr selten geologisch zu solchen Bildungen kommt. Testen sollte man das können indem man Isotopenanalysen vornimmt und kein Pb 204 nachgewiesen werden kann, sowie sollte es vorwiegend Pb 206 enthalten.
Beste Grüße,
Sebastian
Fabian99:
--- Zitat von: aca am 16 May 19, 09:32 ---
http://www.minsocam.org/ammin/AM20/AM20_443.pdf
--- Ende Zitat ---
Hallo,
danke für diese Arbeit! Also ist kurz zusammengefasst (wie Sebastian auch schon sagte), U-Galenit aus dem Blei des Uran-Zerfalls gebildet und nur über die Isotopenanalyse zu erkennen. Auch ist das Vorkommen in einem Zirkon beschrieben, der massiv Uran enthält. Also würde ich es auch streichen. Gibt es Stellen die dem widersprechen?
Dann brauche ich keine Isotopenverteilung bei dem jungen erzgebirgischem Zeugs rechnen ;-)
LG
harzgeist:
Hallo und danke für alle Antworten!
Den Passus ganz zu löschen, halte ich für keine gute Idee, weil es ja auf verschiedenen Seiten falsch bzw. missverständlich dargestellt wird. Die Darstellung auf Wikipedia ist zwar nicht falsch, kann aber leicht missverstanden werden, wenn man das Wort "dagegen" nicht beachtet und/oder nicht weit dass das Isotop 206 stabil ist. Ist mir jedenfalls so gegangen ...
--- Zitat ---Meist erhalten solche Varietäten keinen Eigennamen oder werden nur mit dem Zusatz des enthaltenen Elements versehen (Beispiel „silberhaltiger Galenit“ oder „Silber-Galenit“). „Uran-Galenit“ (kurz „U-Galenit“) enthält dagegen das Blei-Isotop 206Pb, das beim Zerfall des Uran-Isotops 238U entsteht
--- Ende Zitat ---
Irgendwo habe ich auch was von U-haltig gelesen (kann die Seite aber nicht mehr wiederfinden).
Ich meine deshalb, dass wir auf die Problematik eingehen sollten. Deshalb hatte ich mir gestern diesen Entwurf überlegt, der auch nach euren letzten Beiträgen so oder so ähnlich bleiben kann (denke ich).
Natürliches Blei enthält auch immer das Isotop Pb-204 (Alphastrahler). Deshalb sind grundsätzlich alle Bleiminerale sehr schwach radioaktiv. Galenit aus Uranlagerstätten kann durch enge Vergesellschaftung mit Uraninit (u.a.) höhere Radioaktivität aufweisen, ohne aber selbst stärker aktiv zu sein. Galenit auf Uranlagerstätten hohen geologischen Alters kann einen erhöhten Gehalt an Pb-206 enthalten, jedoch geht von diesem keine Radioaktivität aus.
Sind die kursiv dargestellten Formulierungen zu allgemein gehalten? Zu lang darf's ja auch nicht werden.
Thomas
Sebastian:
Hallo Thomas,
Ich glaube mit deiner Formulierung triffst du den Punkt nicht.
Es geht nicht um eine eventuelle Radioaktivität oder U- Gehalte von Galenit, sondern um den Punkt,
dass U-Galenit rein aus Blei entstanden ist das durch den Zerfall von Uran
238 und Uran 235 gebildet wurde. Deshalb hätten diese Galenite KEIN Pb 204.
Um was anderes geht es nicht. U-derived Galenit (deshalb denke ich passt dieser Begriff besser) ist etwas leichter im Durchschnitt der isotopenzusammensetzung als normaler Galenit.
Also U-Galenit: aus Pb entstanden das durch den Zerfall von U aus (lokalen) U- Mineralen gebildet wurde (durch Remobilisation etc.)
Gruß Sebastian
harzgeist:
Hallo Sebastian,
--- Zitat ---Es geht nicht um eine eventuelle Radioaktivität oder U- Gehalte von Galenit
--- Ende Zitat ---
Doch! Genau darum geht es (primär). Um die Eintragung auf der Galenit-Seite unter dem Punkt "Radioaktivität"!
-dort "keine" einzutragen wäre falsch wegen Pb 204
-gar nichts einzutragen würde andere Darstellungen unkommentiert lassen
Wikipedia MEINT ein anders Isotopenverhältnis, ABER ...
Wer nicht in der Materie steckt, liest doch Uran-Zerfall => Isotop => radioaktiv
...und dann kommt es zu falschen Aussagen, wie im Eingangsbeitrag zitiert: radioaktiv durch Blei des Isotops Pb-206
Dass es Galenit mit komplett durch U-Zerfall entstandenem Pb gibt, halte ich (im Unterschied zu einem abweichenden Isotopenverhältnis) für einen extremen Sonderfall, auf den wir nicht eingehen müssen. Es müsste ja eine Rekristallisation unter Ausschluss von 'fremdem' Blei stattgefunden haben. Oder wie sollten schreiben, dass in diesem Fall infolge Abwesenheit von 204 paradoxer Weise gar keine Radioaktivität vorhanden wäre. Halte ich aber für zu speziell und möglicherweise verwirrend. Eine gesonderte Seite "Radiogalenit", wäre wohl zu aufwändig (wenn man's richtig machen will)
Thomas
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