Hallo Michael, Helmut, Thomas
Da ich der ursprüngliche “Verursacher” des Kapitels “Evaporite, bzw. karbonatische und nicht-karbonatische Evaporite” bin, nehme ich dazu gerne Stellung.
Vorab: Die gesamte Evaporit-Seite im Atlas ist leider mittlerweile ziemlic h unverständlich und "wildwüchsig" geworden und entspricht- nach diversen - nicht von mir verursachten Änderungen und Beifügungen -, nicht dem aktuellen Wissens-Standard.
Ich werde versuchen, die gesamte Seite neu zu gestalten und auf den neuesten Stand zu bringen.
Zu den karbonatischen und nicht karbonatischen „Salzen“
Salz und Salzgesteine
Wenn du unter non-carbonate salt suchst, wirst du fündig (a salt or ester of carbonic acid). Ist Synonym für Evaporit.
Nein. Hier geht’s überhaupt nicht um „Salze“, sondern um Salzgesteine, ergo Evaporite. Und nochmals „Nein“ zu „Ester of carbonic acid. Und auch „Nein“ zu non-carbonate salt = Synonym für Evaporit. In Englisch heißen Salzgesteine Evaporites.
Salzgesteine oder Evaporite sind Gesteine, die vorwiegend aus (einem oder mehreren) leicht löslichen Salzmineralien – hauptsächlich Chloriden und Sulfaten der Alkalien oder Erdalkalien – aufgebaut werden und sich aus eindunstenden wässerigen Lösungen nach Überschreiten des Löslichkeitsproduktes abgeschieden haben.
Nicht zu den Evaporiten gehört Baryt, welcher nicht durch "Eindampfung", sondern zumeist sedimentär-exhalativ (SEDEX) bzw. als Gangmineral hydrothermal gebildet wird.
Wegen ihrer im Vergleich zu den anderen Salzmineralien bedeutend geringeren Löslichkeit werden Karbonate, die zu Beginn einer salinaren Folge abgeschieden (Calcit, Aragonit) oder frühdiagenetisch gebildet (Dolomit) wurden, nicht zu den eigentlichen Salzmineralien gezählt. (Füchtbauer H., Müller G., S 418).
Analog dazu kann man die aus den Mineralien der jeweiligen Evaporations-abschnitte (Eindampfungsabschnitte) gebildeten Salzgesteine oder Evaporite in karbonatische Salzgesteine (Karbonate) und in nicht-karbonatische Salzgesteine (Ca-Sulfate, NaCl (+ Ca-Sulfate) sowie K-Mg-Chloride und Sulfate (+NaCl + Ca-Sulfate) unterscheiden.
Nomenklatur der Evaporite (Salzgesteine)
Aufgrund einer nicht eindeutigen oder tw. fehlenden Nomenklatur der Sedimentite gibt es unterschiedliche Klassifikationsmodelle, darunter nach chemisch-mineralischem Prinzip, nach Art der Ablagerung, nach Sedimentationsräumen oder nach dem organogenen Anteil.
So werden von manchen Autoren Kalksteine und Dolomite einerseits als die maritim entstandenen Karbonate, limnisch abgelagerten Seekalke und Kalksinter als chemisch-biogene Sedimente bezeichnet; andere Autoren erlauben auch eine Zuordnung der Kalksteine und Dolomite zu den Evaporiten. Auch eine scharfe Differenzierung der Entstehung von Kalksteinen und Dolomiten zwischen Präzipitaten (Ausfällungsgesteinen) und Evaporiten (Eindampfungsgesteine) ist nicht immer gegeben.
Die Nomenklatur der meist polymineralischen Sazgesteine) wurde seit 1908 auf dem Mineralbestand begründet. Der Vorschlag, das Suffix „it“ zur Kennzeichnung eines Gesteins am Ende des Hauptminerals anzuhängen (z.Bsp. Gipsit, Halitit, Carnallitit) hat sich mit Ausnahme beim Sylvinit nicht allgemein eingeführt.
Referenzen:
*AAPG (American Assoc. of Petroleum Geologists), 1971; Origin of Evaporites; Selected Papers; AAPG reprint series No. 2
*Braitsch, O., 1962; Entstehung und Stoffbestand der Salzlagerstätten. Mineralogie und Petrographie in Einzeldarstellungen. Springer Verlag.
*Füchtbauer, H., Müller, G., 1970; Sedimente und Sedimentgesteine; 3. Aufl., Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung