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Autor Thema: Äsby-Diabas?  (Gelesen 350 mal)

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Online Angler

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Äsby-Diabas?
« am: 26 Mai 19, 21:33 »
Werte Experten und Foristen,
der angefragte Stein kommt aus einer Kiesgrube des nordöstlichen Brandenburg. Er ist bzw. war 7cm lang, etwa 3cm breit und ebenso hoch.
Unseren „Arbeitstitel“ haben wir nach unserer Bestimmung, entsprechend der Beschreibung von Dr. Frank Rudolph gewählt. Denkbar wäre für uns auch, dass es sich um ein Sedimentgestein handelt, welches aus einer ehemaligen Schwermineral-Seife entstanden ist. Die Matrix ist jedenfalls fast schwarz in der kleine bis winzige Fremdminerale enthalten sind. Quarze sind dabei eindeutig erkennbar.
Wir sind schon sehr gespannt auf Eure Expertisen und bedanken uns höflich für Eure neuerliche Hilfe bereits im Voraus.

Ein Äsby-Diabas wäre für uns ein Erstfund! :)

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

Offline oliverOliver

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #1 am: 26 Mai 19, 21:45 »
ich kenn mich zwar mit nordischen Geschieben rein gar nicht aus,
aber da die Quarzkomponenten deutlich kantengerundet sind, würde ich doch zu einem Sediment tendieren .....

Offline stoanklopfer

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #2 am: 27 Mai 19, 05:42 »
Scheint ein Sandstein zu sein. Von "Diabas" jedenfalls keine Spur.

Online Angler

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #3 am: 27 Mai 19, 11:52 »
Hallo Oliver und Volkmar,
zunächst vielen Dank für Eure Beurteilungen. Gerade eben hat ein fleißiges Bienchen ein Schnittbild eines Äsby-Diabas – nach dem wir bisher erfolglos gesucht hatten – bei kristallin.de gefunden.
Selbiges bestätigt Eure Feststellungen, dass unser Stein kein solcher Diabas sein kann. Auffällig ist aber die äußere Ähnlichkeit. Gibt es eine Erklärung, wie die weißen, leicht erhabenen (wie beim Äsby-Diabas) und sehr harten(mit Stahlnadel nicht entfernbare) Oberflächenstrukturen entstanden sein könnten? Druckmarken hatten wir eigentlich ausgeschlossen.

VG aus Brandenburg   

Offline oliverOliver

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #4 am: 27 Mai 19, 12:28 »
vermutlich ist der Sandstein etwas eingekieselt bzw. "verquarzt" - die weißen Rippel wären dann (absichtlich unter Anführungszeichen) "Quarzleisten" bzw. SiO2-Anreicherungshorizonte.
« Letzte Änderung: 27 Mai 19, 14:03 von oliverOliver »

Online Angler

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #5 am: 27 Mai 19, 13:56 »
Hallo Oliver,
vielen Dank für Deine Erklärung. Darauf wären wir als Laien natürlich nicht gekommen, aber wir werden uns ein Stück vom Stein aufheben, damit wir ein Vergleichsstück haben, wenn wir wieder auf eine ähnliche Struktur treffen.

Nochmals herzlichen Dank und schöne Grüße ins z.Z. aufgeregte Österreich! ;D

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

Offline oliverOliver

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #6 am: 27 Mai 19, 14:04 »
wie geschrieben - "vermutlich"

das heißt nicht, dass ich damit auch richtig liege ... ;)

Online Harzsammler

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #7 am: 27 Mai 19, 14:58 »
Hallo,

das Stück würde ich nicht so einfach als Sediment abtuen.

Es gibt in diesen Diabastypen auch Zonen die als Mandelstein ausgebildet sind und auch ziemlich oft ist durch Hitze gerundetes und aufgeschmolzenes Fremdmaterial zu sehen.

Grüße,
Michael

Offline oliverOliver

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #8 am: 27 Mai 19, 17:23 »
nun, nach Mandeln sehen mir die "Einschlüsse" nicht aus - aber aufgeschmolzenes Fremdmaterial will ich nicht ausschließen.

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #9 am: 27 Mai 19, 17:58 »
Hallo Michael,
auch Dir herzlichen Dank für Deine interessanten Ausführungen. Wir denken, dass der Äsby D. zumindest ausgeschlossen werden kann, weil auf dem Anschliff bei kristallin.de zu sehen ist, dass dort die Plagioklasleisten auch in den Stein hinein laufen bzw. dort eine schöne Struktur in der schwarzen Matrix bilden. Das ist bei unserem Stein ja nicht der Fall.
Wir heben ihn auf und hoffen, dass sich noch eine Gelegenheit zur endgültigen Klärung finden wird.

VG in den Harz von der brandenburger Rentnerband und nochn Michael!  :)

Offline Johannes Kalbe

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #10 am: 27 Mai 19, 23:02 »
vermutlich ist der Sandstein etwas eingekieselt bzw. "verquarzt" - die weißen Rippel wären dann (absichtlich unter Anführungszeichen) "Quarzleisten" bzw. SiO2-Anreicherungshorizonte.

Ein "Phosphorit", bzw. ein phosphatisch gebundener Sandstein. Im Nordosten MVs kann man die meist ins Apt/Alb stellen, im Raum Brandenburg sind die meist lokal im Eozän verortet. Die Sandsteine aus beiden Epochen sind lithologisch nahezu identisch, ohne Fossilgehalt läßt sich schwer eine Zuordnung treffen. Hölzer sind in beiden häufig. Erstere aus der Kreide enthalten mitunter auch einiges an Ammoniten.

An Literatur gibt es einiges von Glen Fechner aus Berlin, bzw. in dem vorletzten Archiv für Geschiebekunde, das die Cephalopodenfauna der Geschiebe aus dem Vorpommerschen Raum beschreibt (Monographie von Lehman aus Bremen).

Die weißen Spuren auf der Außenseite sind Bioerosion, ich weiß aber nicht ob subrezent oder post-Alb.

Online Angler

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Re: Äsby-Diabas?
« Antwort #11 am: 29 Mai 19, 18:09 »
Hallo Johannes,
vielen Dank für Deine Expertise und den interessanten Informationen. Wir haben die eine Hälfte des Steins nochmal gespalten, aber wir konnten nicht wirklich ein Fossil entdecken. Möglich, dass sich in der Mitte des angehängten Bildes eine Art Pflanzenrest befindet, aber kann auch täuschen und identifizierbar sollte es schon gar nicht sein.
Macht aber nichts, denn eigentlich ist jetzt der Stein für unsere Zwecke jetzt ausreichend beschrieben und kann uns zukünftig als Vergleichsstück dienen.

Nochmals herzlichen Dank und beste Grüße nach dem schönen MV.

VG von der brandenburger Rentnerband und Michael

P.S. Vielen Dank auch für die Literaturhinweise, wir werden mal versuchen an das Material zu kommen.

 

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