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Autor Thema: "Sicherheitshinweise für den Fossilien/Mineraliensammler"  (Gelesen 5161 mal)

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Offline Saccharomyces

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  • Beiträge: 261
  • Wer suchet der findet....ab und zu zumindest ;-)
Hallo liebe Leute

Ich wollte hier mal einen Thread aufmachen in den man seine Erfahrungen und eigenen Verhaltensweisen im Bezug auf Sicherheit beim Sammeln posten kann. Ich denke das ist mal ganz sinnvoll wenn man sieht wie andere Sammler es so mit der Unfallverhütung handhaben um evtl. auch etwas mehr auf seine eigen Sicherheit zu achten. Denn unser Hobby führt uns ja in ein Terrain mit hohem Unfallpotential. Ich bin mal gespannt was hier jetzt kommt....

Gruß Björn

Offline Findus

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  • Beiträge: 247
  • "Jeder Stein ist es wert, drauf zu hauen"
Hallo, hier ist der Findus ;)

bezüglich Sicherheit ist es so eine Sache; vergleicht man andere Interessengruppen z.B. Fallschirmspringer, Drachenflieger
od. Free-Style-Climber, so wird jeder sagen, dass er sich eigentlich immer- solange nichts dazwischen kommt, sicher fühlt.
Interessant wird es, wenn man weiter frägt, was eigentlich passieren kann, und was man dagegen tut.
Ich selbst stecke gewisse Grenzen, die ich so gut es geht, abzuschätzen versuche, und dann kann es (wie schon vorgekommen) durchaus sein, dass ich nein sage, aus dem Gurtzeug steige und lieber zwei Stunden in der Kälte herumstehe und warte, bis die Kollegen wieder zurückkommen. >>>>> Kein Stein auf der Welt ist es wert, das eigene Leben, oder das anderer, auf´s Spiel zu setzen. - Hierbei gibt es  leider als sehr üble Begleiterscheinung Unfälle, die wirklich (und man verzeihe mir den Ausdruck)  - saublöd ablaufen.

Generell gesehen, lege ich grossen Wert auf Sicherheit, besonders was das Werkzeug anbelangt.
Hämmer nur mit Kunststoff - Griff oder die von Estwing, Meissel mit Schlagschutz, wenn nötig: Helm und Brille.
Auch rutschfeste Handschuhe und gutes Schuhwerk sind wichtig, ebenso was süsses und zu trinken, damit man nicht ausgepowert einen langen Rückweg antreten muss. Ebenso sollte immer jemand wissen, wo man ist.

Freilich gibt es auch Situationen, die man hinterher als leichtsinnig einstufen muss, doch sollte es eben auch Grenzen geben, an denen ein klares Nein die Verhältnisse kärt.

Grüsse,
der Findus ;)
« Letzte Änderung: 25 Dec 04, 11:38 von Findus »

Offline uwe

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Hallo,

es ist natürlich absolut richtig, die eigene Sicherheit beim Mineraliensuchen immer im Auge zu behalten. Man sollte auch das Risiko so gut wie möglich minimieren. Sicher ist wohl nur das Suchen von Lesesteinen auf einem Acker, von den möglichen Attaken des Bauren mal abgesehen.  Mit jeder Schritt ins Gelände bzw. an den Felsen oder auf das frische Haufwerk eines Steinbruches oder bei jede Befahrung eines stillgelegten Stollens geht man allerdings ein eigentlich unverzeihliches Risiko ein. Dessen sollte man sich schon bewußt sein.   

Möglicherweise macht es die Erfahrung und der Respekt vor der Natur, daß bisher alles gut gegangen ist. Schutzhelm und Brille sind zwar gut und richtig, schützen aber in wirklich ernsten Fällen kaum.

Trotz allem:  "No risk, no fun !"

Glück Auf
Uwe

Offline wolfilain

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  • Beiträge: 1.133
 ;D

Eine Schutzbrille hab ich immer auf  8)

Stimmt man sollte es schon immer gut abschätzen.

Letztens im Elzing hatte ich keine Handschuhe dabei -
- ergebniss war das ich einige Turmalinnadeln in den Fingern hatte.

Aber es gab - gibt auch stellen wo mich keiner reinbekommt.
Und auch wenn es noch so verlockend aussieht.
*zurückdenk*

grüße
wolfilain

Offline TKMineral

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  • Beiträge: 2.267
Hallo!

Autsch...Turmalinnadeln in den Fingern ist nicht gut...
Das gleiche gilt auch für Quarz , wenn man an Quarzgängen/Quarzbrocken arbeitet , sollte man gut anliegende Kleidung , Handschuhe , Schutzbrille tragen.  T-Shirt , Kurze Hose und Sandalen sind nichts dafür, sonst hat man mehr Quarzsplitter in der Haut stecken , als die Sache wert ist...

Gruß

TK

Offline Schluchti

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  • Proustit aus Schlema
Die Wichtigkeit einer Schutzbrille muss ich aus aktuellem Anlaß, wie auch schon manche vor mir hier und an anderer Stelle,  nochmals betonen!

Ich selber bin Brillenträger und war immer der Meinung eine Schutzbrille bräuchte ich schon nicht. Am Montag hab ich wieder mal im Gelände ein paar gefährliche Quarzbrocken zerhauen.

Ergebnis nach ein paar Minuten:

- ein blutige Nasenspitze mit Quarzeinschußloch
- ein paar winzige Steinschläge im Brillenglas

Ich wage nicht daran zu denken, was die Quarzsplitter mit meinem Auge gemacht hätten, wenn ich keine Brille aufgehabt hätte.     ::)

Offline loparit

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  • Silber; Kinzigtal
    • LOPARIT -loparits Website-
Hallo,

die Sicherheit sollte immer im Vordergrund stehen. Denn wie bereits von "FINDUS" gesagt "kein Stein ist es Wert sein Leben auf spiel zu setzen".

Doch da sind wir nun genau bei dem kritischen Punkt, denn jeder setzt diesen Gefahrpunkt anders an. Ist jemand erfahren im Befahren von stillgelegten Bergwerken sieht er das nicht als großes Risiko ein. Und durchaus kann es sein, dass sich jemand beim zerschlagen eines Quarz mit abspringenden winzigen Quarzsplittern mehr verletzt als jemand der in einem Bergwerk arbeitet.

Deshalb sollte man genau wie im Berufsleben bestimmte Dinge einfach beachten:

Vor beginn der Arbeiten:
- überprüfen, ist das Werkzeug in Ordnung ?
- habe ich die entsprechenden persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) dabei (Helm, Handschuhe, Brille, Gehörschutz, Schutzschuhe etc.) ?
- überlegen, wie kann ich eventuelle Risiken reduzieren oder gar ganz vermeiden ?

Einen Steinbruch oder ein Bergwerk sollte man nie alleine befahren. Es reicht schon aus sich den Fuß schlimm zu verstauchen und schon kann man aufgeschmissen sein, wenn man alleine ist ! Und mit mehreren Leuten macht auch das sammeln noch mehr spass  :D :D

Mit entsprechender Vorbereitung lässt sich zwar nicht die Gefahr, jedoch das Ereignis (Unfall) deutlich verringern.

Gruß
loparit



 

Offline Ralf

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  • Beiträge: 898
Ein sehr wichtiges Thema. Abgesehen von der schon mehrfach erwähnten Schutzkleidung hakte ich feste Schuhe mit Stahlkappen für unentbehrlich. Gerade auf den Halden von Steinbrüchen. Ein kleines 1.Hilfe Päckchen, wie es sie z.B. für Fahradfahrer gibt schützt zwar nicht, leistet aber manchmal gute Dienste wenn mal ein Schlag etwas weiches trifft.

Noch viel wichtiger aber ist die Einschätzung der Gefahren durch Steinschlag. Ich bin selbst zweimal, trotz sehr vorsichtiger Arbeitsweise an
 " bombensicheren " Stellen nur ganz knapp und mit reinem Glück einem schweren Unfall entgangen. Das war so ca. 2 Jahre nach Beginn meiner Sammeltätigkeit. Da glaubt man sich schon so erfahren das nix mehr passieren kann. Einmal habe ich einen anderen Sammler ausgegraben, der sonst wahrscheinlich elendig erstickt wäre.
Seither bin ich nie wieder in eine gefährliche Sizuation gelangt, habe wahrscheinlich auf viele schöne Stufen verzichtet und trotzdem etliche andere geborgen. Das wichtigste aber ist, ich lebe noch und bin gesund.
Darum:

- Wenn man alleine Unterwegs ist weit weg von den Wänden und rutschigen Halden
- Wenn man zu zweit unterwegs ist, arbeitet immer nur einer in der Gefahr, der andere beobachtet die Wand
- Bevor man überhaupt an die Wand geht, alles genauestens inspizieren. Waagerechte oder schräge Risse, lockeres Gestein, = wegbleiben
- Im Winter besondere Vorsicht wenn die Sonne gerade auf eine gefrorene Wand scheint
- das gleiche im Sommer bei Regen
- Auf den Magen hören. Stellt sich ein mulmiges Gefühl ein, wegbleiben.
- Immer ein Handy mitnehmen
- von Sand- oder Bimswänden immer 3 - 5 m Abstand, wenn man nicht drüberschauen kann
- vor niedrigen Sand- und Bimswänden niemals auf den Bauch oder die Seite legen, sondern im knien arbeiten

und..... wenn man nach 14 Stunden Steinbruch müde und dreckig nach Hause kommt, den Flur vollgeschlammt und sämtliche Türklinken eingelehmt hat, niemals die Frau anmeckern, weil Sie kein Essen gemacht hat  ;)

Ralf

 

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