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Autor Thema: Granitporphyr  (Gelesen 1657 mal)

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Offline Tycho88

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Granitporphyr
« am: 02 Jan 20, 20:07 »
Ein frohes NeujahrMoin an die Petrologenfront   ;)

Bei Ebay-Kleinanzeigen bin ich über eine Anzeige zu einem Granitporphyr gestolpert. Persönlich habe ich kein Interesse daran aber mich hat die Bezeichnung "Granitporphyr" gewundert.

Granit  = Plutonit /Tiefengestein, 
gekennzeichnet von einem hohen Anteil an Quarz und Feldspäten dazu Glimmer und dunkle Mineralien.

Porphyr  = Vulkanit,
Einsprenglinge (Quarze /Feldspäte etc)  in feinkörniger, undefinierter Grundmasse


Die Bezeichnung  Granitporphyr beißt sich ja dann (so in meiner Vorstellung) ..aber  im Mineralienatlas gibt’s dazu auch eine Seite: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?lang=de&rock=Granitporphyr

Wo ist mein Denkfehler?  ??? ??? ???

Gruß ein Petrologenanfänger

Online Stefan

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Re: Granitporphyr
« Antwort #1 am: 02 Jan 20, 20:27 »
Ich denke der Name verweist auf die die gemischte Textur die sowohl vulkanische als auch plutonische Eigenschaften aufweist und die Zusammensetzug. Eigentlich handelt es sich um ein Quarzporphyr das sowohl Phenokristalle aus Glimmer, Amphibol oder Pyroxen aufweist.
Grüße Stefan
« Letzte Änderung: 03 Jan 20, 10:06 von Stefan »

Offline karlov

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Re: Granitporphyr
« Antwort #2 am: 02 Jan 20, 20:30 »
Moinmoin,
kein Denkfehler Deinerseits. Gerade in der Geschiebekunde kursieren noch allerlei andere Begriffe, die mit Logik nicht erklärbar sind (z. B. "Plagioklasporphyrit").
Granitporphyr ist eine gängige Bezeichnung für Gesteine, die genetisch zwischen Granit/Plutonit und Porphyr/Vulkanit stehen (z.B. Subvulkanite, Gänge). Die Grundmasse ist kleinkörnig, mit der Lupe sind seine Bestandteile aber erkennbar. Daneben sind größere Einsprenglinge von Feldspäten und/oder Quarz enthalten. Der Gesteinstyp ist in Rapakiwi-Plutonen nicht selten.
https://www.kristallin.de/rapakiwis/granitpo.htm#Anker1
Darüber hinaus gibt es auch Granite mit porphyrischem Gefüge ("porphyrischer Granit"), grobkörnigere Granite, die ebenfalls einen bimodalen Mineralbestand aufweisen.
https://www.kristallin.de/fi/lemland.htm#Anker1
Grüße,
karlov

Offline Tycho88

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Re: Granitporphyr
« Antwort #3 am: 03 Jan 20, 09:57 »
..also ist Granitporphyr quasi eine Art Hybrid zwischen einem Plutonit/Vulkanit ?

Besten Dank für die Aufklärung  ;)

Grüße Chris



Offline karlov

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Re: Granitporphyr
« Antwort #4 am: 09 Jan 20, 11:09 »
In älterer Literatur gibt es im Zusammenhang mit magma-mingling- bis mixing-Gesteinen den Begriff Hybridporphyr, einen Porphyr, der mehr oder weniger deutlich Merkmale einer Vermischung von basischem und saurem Magma aufweist. Die Bezeichnung scheint im Deutschen aber nicht mehr gebräuchlich zu sein, vielleicht im Englischen (hybrid porphyry)?
Magmenmischung oder Eintrag von Xenokristen aus sauren Gesteinen in saure Schmelze scheint eher Regel als Ausnahme zu sein, und es gibt wohl zahlreiche Möglichkeiten der Interaktion. Daher würde ich bei einem Granitporphyr nicht grundsätzlich von einem Hybrid zwischen Plutonit und Vulkanit sprechen.
Interessanter Fund aus dem Randbereich des Götemar-Plutons in NE-Smaland/Schweden: Straßenaufschluss mit parallel verlaufenden Gängen von wenigen dm Breite: ein Pegmatit, ein Aplit und ein Diabas. An einigen Stellen kam es zu einer Vermengung von Aplit und Pegmatit. Große Quarz- und Feldspatkristalle aus dem Pegmatit wurden in den feinkörnigen Aplit eingetragen. Das Ergebnis ist eine Art Granitporphyr (kein "Porphyraplit", der Begriff wird nur für Rapakiwi-Gesteine verwendet).


 

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