Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals

Analysen (mit Daten)

<< < (6/19) > >>

Ferdl:
Hügelit
Gruß Ferdl

Axinit:

--- Zitat von: Sebastian am 05 Jan 20, 10:41 ---
Meistens liegt die Verwirrung im Unwissen des Fragestellers.
Denn meistens wird eine Frage gestellt die so nicht beantwortet werden kann.
Dann kommt Unmut auf, wissenschaftliche Erbsenzählerei wird das unbefriedigende
Ergebnis genannt. Es muss doch auf eine einfache Frage eine einfache Antwort geben.
Nein das ist nicht so.

--- Ende Zitat ---


Servus,

Sebastian hat das eigentliche Problem der Mineral-Analytik sehr schoen auf den Punkt gebracht. Dem ist nur wenig hinzuzufuegen.

Ich finde diesen thread nuetzlich und interessant. Es waere allerdings fuer die meisten Mitlesenden sicher hilfreich und nuetzlich, wenn die eingestellten Daten ein wenig aufbereitet werden wuerden.

Ein per "cut & paste" eingefuegtes EDX- oder Raman-Spektrum eines Minerals, dessen Zusammensetzung wenig gelaeufig ist,  duerfte fuer viele MA-Mitglieder nicht unbedingt selbsterklaerend sein.

Semi-quantitative EDX-Ergebnisse, die den Gehalt an Sauerstoff eines Minerals (so vorhanden) ignorieren (n.d. - not determined) und dann auf 100 % normiert werden, lassen sich nicht einfach in aussagefaehige oder mit Literaturangaben vergleichbare Resultate  umrechnen.

In naturwissenschaftlichen Arbeiten ist es seit 150 Jahren ueblich, bei der Angabe von quantitativen Elementzusammensetzungen sowohl die Molmasse als auch berechnete und gefundene Werte einander gegenueber zu stellen. Dies ermoeglicht es dem interessierten Leser mit einem Blick, die Plausibilitaet der vorgestellten Resultate zu erfassen.

Fuer Analysendaten von Mineralen waere es sicher auch zielfuehrend, berechnete und gemessene Daten, beispielsweise in Tabellenform anzugeben.

Im Fall von Schwingungsspektren hielte ich  es fuer sinnvoll, darauf hinzuweisen, welche Banden auf das Vorliegen oder die Abwesenheit beispielsweise eines Anions (einer OH-Gruppe oder auch von Wasser) schliessen lassen.

Martin hat ausdruecklich eine Diskussion gewuenscht - dafuer sollte dem Leser dann aber auch eine minimale Informationsbasis geboten werden.

Ich hoffe, dass dieser interessante Ansatz nicht zu einem Wust von Daten wird, deren Relevanz kaum mehr in einem  erkennbarem Zusammenhang mit unserer Freizeitbeschaeftigung steht.

GA

Harald

Lynx:
Hallo Harald,


ein Schritt nach dem anderen. Du versuchst jetzt, Standards zu setzen, die richtig und wichtig sind, wo ich erst einmal versuche, Daten zu zeigen und Interesse an Daten zu wecken. Wenn wir gleich mit einem Standard anfangen, der in der Wissenschaft üblich ist, dann wird sich kaum einer trauen, noch etwas zu präsentieren. Gleich hier an der Stelle: auch aus meinem Empfinden sind wir hier weit weg von Wissenschaft - ich würde es weiterhin datenunterstützes Hobbysammeln nennen wollen.

Der Reihe nach. Was Du meinst bezieht sich darauf, die gemessenen Daten mit Idealdaten zu vergleichen. Hier in dem Thread gibt es jetzt eine Reihe von Datensätzen. Lass uns doch Deine Gedanken der Reihe nach entwickeln - vielleicht wollen wir mit dem Beaverit-Cu Beispiel anfangen? Mag sich schon jemand daran versuchen? Ich selbst komme wahrscheinlich erst abends oder morgen dazu, Haralds Bemerkung aufzuarbeiten. Aber vielleicht ist jemand anderes schneller?

Gruß, Martin

Axinit:
Servus Martin,

Deine Initiative, die  Leser des MA fuer analytische Daten bzw. Fragestellungen zu interessieren, ist loeblich und unterstuetzenswert.

Die Leser muessen aber auch die Gelegenheit haben, auf diese Reise mitgenommen werden. Wenn nur Messwerte, deren Bedeutung nicht immer selbsterklaerend ist, eingestellt werden, ist fuer viele Mitlesende schnell die Endstation erreicht - das Interesse geht bald verloren.

Jedes analytische Ergebnis, das zum Zweck der Identifizierung eines bekannten (d.h. bereits eindeutig charakterisierten) Minerals erhalten wurde, dient immer dem direkten Vergleich zwischen dem zu identifizierenden und dem bekannten Mineral.

Somit faende es sinnvoll, jedes eingestellte Ergebnis kurz durch einige relevante Informationen zu ergaenzen:

Beispiel:
Probe xyz angenommen als Mineral AB, (Ideal)Zusammensetzung - Summenformel -  (kann leicht aus dem MA kopiert werden)

Untersucht per EDX (einige Angaben waeren nuetzlich, z.B. Zahl der Messpunkte etc)

Bestimmte Elemente [Gewichts %][Atom-%] 
Berechnete Elemente [Gewichts %][Atom-%] 


Die Interpretation kann offen bleiben oder auch diskutiert werden.


Mein Vorschlag hat mit Wissenschaft nicht viel zu tun, ich versuche nur das Beste aus Deinem Anstoss zu machen.
Natuerlich erfordert dies etwas zusaetzliche Arbeit - der Aufwand ist allerdings ueberschaubar.

GA
Harald

P.S.: zu Beaverit (Grube Clara) habe ich einige Daten (P-XRD mit Rietveld Refinement + EDS) - muss allerdings noch gesucht und wiedergefunden werden.



   

uwe:
Die recht interessante Diskusson hat ganz schön Fahrt aufgenommen.

Ich sehe mich aber nun genötigt Martin zu widersprechen, daß ich Vorbehalte gegenüber der Wissenschaft habe. Dem ist nicht so. Auch mir ist eine Analyse lieber als eine visuelle Bestimmung. Allerdings reicht es mir eben, wenn ich erfahre, welches das (ich nenne es mal so) Grundmineral ist. Dann hat das Kind einen Namen und zusammen mit dem genau dokumentierten Fundpunkt kann es jederzeit nach meinem Anleben vom künftigen Besitzer weiter zerpflückt werden. Zerpflücken soll hier aber bitte nicht als Herabminderung der Wissenschaft gesehen werden. Ob dann mal hinten am Namen ein -Ce, -Nb oder -Y drann hängt ändert meine Sammlerfreude am Besitz nicht wesentlich.

Gruß
Uwe

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln