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Opas Mineralien Sammelsurium - 2 / Moldavit
pseudonym:
... und selbst wenn welche nicht verglüht wären und es bis runter geschafft hätten ,wären die über größere Flächen verteilt worden .
uwe:
... sind sie auch!
Uwe
Pit:
Und noch ein passendes Foto aus dem Atlas...
oliverOliver:
Moderations-Anmerkung:
alle off-topic-Beiträge, bei denen es nicht mehr um die ursprüngliche Bestimmungsfrage ging, wurden entfernt.
Mampfbacke:
Hallo,
Gasblasen lassen sich in allen Tektiten finden - mal mehr mal weniger. Dabei gibt es verschiedene Entstehungsmöglichkeiten:
1) Gas aus der Umgebung der Schmelze wurde beim Erstarren dieser eingeschlossen. Dies scheint jedoch ein eher seltener Mechanismus zu sein.
2) Gas, welches gelöst in der Schmelze vorlag entweicht aus dieser beim Abkühlen bzw. Erstarren der Schmelze. Auch bei Dekompression der Schmelze sinkt die Löslichkeit von Gas in der Schmelze. Dies kann passieren, wenn die Flug-Parabel der Schmelztropfen hohe Atmosphären-Schichten oder sogar den Weltraum erreicht.
3) Bei Erstarren des Glases kommt es zu einer Verringerung des Volumens. Wenn nun Schmelztropfen außen bereits erstarrt sind und das Innere ebenfalls beginnt, zu erstarren, muss das Volumendefizit durch die Bildung von Hohlräumen kompensiert werden. Diese Art von Hohlraum enthält dann jedoch meist kaum Gas und kann sogar nahezu ein Vakuum abbilden.
Übrigens haben die Ejekta des Ries-Impaktes vermutlich den Weltraum erreicht, welcher je nach Definition in 80 bzw. 100km Höhe beginnt. Das Schwerefeld der Erde reicht jedoch viele 1000km weit. Die Schwerebeschleunigung halbiert sich erst in einer Höhe von etwa 2500-3000km über der Erdoberfläche.
Wer sich näher mit Gasblasen in Moldaviten beschäftigen möchte:
ŽÁK, K., SkáLA, R., ŘANDA, Z., & MIZERA, J. (2012). A review of volatile compounds in tektites, and carbon content and isotopic composition of moldavite glass. Meteoritics & Planetary Science, 47(6), 1010-1028.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/j.1945-5100.2012.01369.x
Weitere Informationen zu den Moldavit-Streufeldern und dem Ablauf des Impakts:
Stöffler, D., Artemieva, N. A., & Pierazzo, E. (2002). Modeling the Ries‐Steinheim impact event and the formation of the moldavite strewn field. Meteoritics & Planetary Science, 37(12), 1893-1907.
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/j.1945-5100.2002.tb01171.x
PS: Dass die Schmelze durch das Erreichen des Weltalls ihre Gasblasen verlor ist natürlich falsch. Wie dargelegt, würden in geringeren Umgebungsdrücken der Schmelze gerade Gasblasen entstehen.
PS: Um noch ein Wort zur Frage des Threaderstellers zu verlieren: Der facettierte Stein könnte also durchaus ein Moldavit sein. Um sich hier Klarheit zu schaffen hilft wohl tatsächlich nur eine chemische Analyse.
Anhang: Moldavit-Streufelder mit Lage des Ries- und Steinheimer Kraters. Lange, 1997.
Glück Auf!
Thomas
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