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Autor Thema: Hilfe bei Geschiebebestimmung  (Gelesen 1373 mal)

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Offline karlov

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Re: Hilfe bei Geschiebebestimmung
« Antwort #15 am: 10 Mai 20, 20:48 »
Moinmoin,
Zitat
je ausgiebiger man versucht Argumente für und gegen eine Gesteinszuordnung zu finden, um so zahlreicher werden die Alternativen.
Und wenn man ins Anstehende nach Schweden o.ä. fährt und dort ein wenig herumprobt, bleibt kein Auge trocken ;D

Nein, also "Richtung Rödö-Pluton" würde ich gar nichts einordnen. Von Rödö ist einigermaßen klar, welche Rapakiwis als Leitgeschiebe geeignet sind, siehe die ausführliche Darstellung auf kristallin.de.
Zum Siljan-Granit hast Du ja schon meine ausführliche Darstellung in dem Gastbeitrag auf kristallin.de gelesen. Da besteht keine Ähnlichkeit mit den gezeigten Anstehendproben. Der Fund aus Waddeweitz ist meiner Aufassung nach klar ein Garberg-Granit. Abb. 20 und 21 ist übrigens ein Geschiebe aus Smaland! Es steht mit großer Wahrscheinlichkeit dort an, weil ich den Typ mehrfach gefunden habe. Und es ist kein Rapakiwi. In Abb. 21 erkennt man recht gut die "zerlegten" Quarze. Die Deformation ist in diesem Granit nicht besonders ausgeprägt.
Beim Siljan-Rapakiwi bin ich skeptisch, da ist einfach zu wenig bekannt.

Genau, der Quarzgehalt in dem Rapakiwi aus Niederlehme ist zu hoch für einen typischen garberg-Granit. Dabei sollte man es belassen, denn wenn man anfängt zu überlegen, welche Rapakiwi-Vorkommen in Frage kommen, stellt sich schnell raus, das wir zu wenig wissen (50% aller Rapakiwi-Vorkommen liegen unter Wasser!). Jedenfalls ist es nicht zielführend zu schauen, wo passt das Gestein den am ehesten hin...? Die typischen Rödö-Rapakiwis haben helle, unkorrodierte größere Quarze; Feldspat-Einsprenglinge meist heller als Grundmasse; graph. Verwachsungen oft "eckig"; dicke Säume von gelbem(!) oder orangefarbenem Plagioklas um einzelene Ovoide.

Viele Grüße,
karlov

Offline karlov

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Re: Hilfe bei Geschiebebestimmung
« Antwort #16 am: 17 Mai 20, 14:57 »
Moin,
hier noch als Ergänzung ein Bild eines typischen Garberg-Granits. So sehen die meisten Geschiebefunde aus bzw. so sollten sie aussehen. Das oben gezeigte Geschiebe aus Waddeweitz ist eine eher rötliche Variante, meist finden sich aber die Varianten mit dem violetten Farbstich. Im Vergleich zum Rapakiwi aus Niederlehme ist viel weniger Quarz erkennbar, sowohl von der 1. als auch 2. Generation. Die graph. Verwachsungen sind im Garberg-Granit deutlich kleiner.

Grüße,
karlov

 

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