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Autor Thema: Bildqualität verbessern  (Gelesen 7093 mal)

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Offline Lynx

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Bildqualität verbessern
« am: 30 Mar 20, 12:34 »
Hallo zusammen,

in letzter Zeit hatte ich ein paar Versuch beim Fotografieren gemacht. Mein (neuer) Aufbau ist ziemlich simpel. Am Mikroskopstativ (das einen Feintrieb hat) habe ich mit einem Kantholz meine Kamera festgemacht. Als Objektive versuche ich mich mit Amscope 10x und 4x beinendlicher Korrektur an einem einfachen Balgenauszug. Ebeneneinstellung und Aufnahme erfolgt von Hand wobei ich per Spiegelvorauslösung versuche, Schwingungen kleinzu halten. Ein Aufbau wirklich für Fußgänger.
Stacking mache ich mit Zerene und Nachbearbeitung mit Lightroom.

Jetzt habe ich ein paar Aufnahmen, wo ich Euch gerne um Rat fragen wollte (deshalb, Oliver, die leinwandfüllende Größe ;D).

1) Rauschen. Die Bilder zeigen nach dem Stacking ein deutliches Pixelrauschen, insbesondere auch in den eigentlich bewußt unscharfen Gebieten. Die Einzelbilder sind deutlich besser als das zusammengesetzte Bild. Wie kann ich das besser machen? Ist das bei Euch auch so?
Beispiel ist das Dundasit-Bild. Bei Linarit habe ich in Lightroom eine (für mein Empfinden doch recht massive) Rauschunterdrückung gewählt. Sieht meiner Meinung nach besser aus. Wie handhabt Ihr das?
2) Bei feinen, nadeligen Aggregaten klappt das alles nicht so ganz, siehe Mimetesit-Bilder (auch hier sieht mans am besten bei leinwandfüllender Darstellung - nix für ungut, Oliver ;-),  ich werd mich in Zukunft wirklich besser beherrschen).
Mache ich zu große Schritte (je Bild um die 100)? Kann es sein, dass meine Bildfeldschärfe nicht stimmt (also die Einstellung am Balgen)? Muss ich mehr auf Parallelität der optischen Achse mit dem Verfahrweg achten?

Vielen Dank für Eure Anregungen!


Die Bilder:
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EDIT: da war versehentlich ein Mimetesit-Bild doppelt... Habs ausgetauscht.
« Letzte Änderung: 30 Mar 20, 16:43 von Lynx »

Offline guefz

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #1 am: 30 Mar 20, 15:41 »
Zeig mal ein Einzelbild aus dem Linarit-Stack, irgendwo mittendrin. Ich vermute mal, dass die Einzelbilder schon Mängel haben und dann kann der Stack nichts werden.

Das Rauschen ist eigentlich nur im scharfen Bereich relevant, dort sollte es eigentlich nicht vorhanden sein.

Offline Sebastian

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #2 am: 30 Mar 20, 16:20 »
Kommt auf die gewählte Stackingmethode an. Bei Pmax kommt es zu stärkeren Rauschen, auch bei den unscharfen Bereichen.
Bei einem 10x Mikroskop Objektiv sollte bei einer Aps-c Kamera ein Bildausschnitt von 2,3 mm erreicht werden, die Auszugslänge ist also zu lang. Was für eine Kamera nutzt du? Sonst klingt alles gut, nur ist Lightroom kein Programm zur Nachbearbeitung sondern primär zur RAW Entwicklung. Fotografierst du in JPG? Zum besseren entrauschen empfehle ich RAW. Ansonsten werden wohl Vibrationen noch ein Problem sein, scheint aber nicht zu stark zu sein.
Gruß Sebastian


Offline Lynx

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #3 am: 30 Mar 20, 16:40 »
Hallo,

Danke schonmal für Eure Kommentare.

@Günter, das Einzelbild kommt noch, muss bloss grad den Rächner herleihen.... Kinderarbeit ;-).

@Sebastian: Eigentlich fotografiere ich .jpg und RAW. Aber Zerene kenn das Nikon-Format (Nikon 7200) anscheinend nicht, weshalb ich dann doch die .jpgs hernehme. Da werd ich doch RAW mal ausprobieren. Und ja die Stacks kommen aus dem Pmax Algorithmus. Der Bildausschnitt im Original ist beim mir aktuell ziemlich genau 2 mm - also wohl zu klein. Probier ich aus.
Mit Vibrationen hab ich, glaub ich, kaum ein Problem. Da hilft eine dämpfende Knete und viel Gewicht und schlechte Resonanzeigenschaften des Kantholzes zum doch deutlichen Abstand zwischen Spiegelvorauslösung und eigentlicher Belichtung.....
Nachbearbeiten im eigentlichen Sinn mag ich die Bilder eh nicht. Bislang hab ich im Lightroom nur Belichtung-/Farbanpassung gemacht, neu sind jetzt meine Versuche zur Rauschunterdrückung.

Nochmals Danke und Grüße
Martin
« Letzte Änderung: 30 Mar 20, 16:45 von Lynx »

Offline Sebastian

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #4 am: 30 Mar 20, 17:05 »
Hallo, die raw Dateien sollte man vorher richtig einstellen (Belichtung, Entrauschen usw.) dann zu tiff (oder jpg) entwickeln. Dann in zerene laden. Sehr wichtig neben dem Spiegel ist auch der Auslöser! Der erste sollte als elektronischer Verschluss erfolgen, sonst kommt es zu Verwicklungen. Leider können das außer die Flagschiffbodys von Nikon kaum Kameras von Nikon.
Gruß Sebastian.

Offline uwe

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #5 am: 30 Mar 20, 20:13 »
Die moderneren Nikon-Kameras sollten Live-View haben. Lade Dir mal die freeware "digiCamControl" auf deinen PC. Damit kannst Du sher gut auf den größeren Bildschirm des PC die einzelnen levels für die Stackingaufnahmen einstellen. Mit digiCamControl löst Du den Verschluß mit der Maus weit entfernt von dem Aufnahmestand aus. Auch wenn Du es nicht merkst, im Mikrobereich sind auch Schwingungen im Mikrobereich ein Hauptproblem.

Du solltest evtl. nicht die Kamera sondern das Objekt bewegen und nach der Einstellung der neuen Ebene mal bis 3 zählen und dann erst auslösen. Auf keinen Fall den Tisch, auf dem Deine Ausrüstung steht berühren. Mit dem optimalen Balgenauszug mußt Du Dich herantasten.

Ich benutze zu Stacken Compine ZP, auch wenn das angeblich nichts taugt. Es liefert aber inner noch die besten Egebnisse, verglichen mit anderen stacking-softwares. Auch wenn das egalisieren der einzelnen levels etwas zeitaufwendig ist.

Gruß
Uwe

Offline Lynx

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #6 am: 30 Mar 20, 22:21 »
Hallo zusammen

@Uwe, auch Dir Danke für die Anregung. Mit "Objekt bewegen" war bislang nicht erfolgreich. Da muss ich noch größer umbauen.
Mit der Computersteuerung für die Kamera werde ich mich mal beschäftigen, aktuell nutze ich einen IR-Fernauslöser...

So hier noch die Bilder im Vergleich. Ein erster Ausschnitt (06-026 Linarit as stacked.jpg) des gestackten Linarit ohne denoising, ein Einzelbild (06-026 Linarit Einzelbild.jpg) und zuletzt gestackt mit Denoising (06-026 Linarit denoised.jpg). Ich habe die selben Belichtungs- und Farbeinstellungen gewählt, die Bilder lassen sich gut vergleichen. Günter, wahrscheinlich hast Du recht und in den Rohbildern ist schon das Rauschen drin. Also wie Sebastian sagt erst die Einzelbilder behandeln (Farbeinstellung, denoising etc) und dann stacken. Werd ich probieren.

Gruß, Martin

Offline uwe

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #7 am: 30 Mar 20, 22:29 »
Bei einer fixierten Kamera kannst Du eine längere Belichtungszeit wählen. Wähle ISO 100 und belichte entsprechend lange. Damit kannst Du das Rauschen vermeiden. Ich hatte auch anfangs dieses Problem und dachte an Probleme mit der Lichtquelle. Es war aber nicht die Beleuchtung sondern die Belichtung.

Uwe

Offline guefz

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #8 am: 30 Mar 20, 22:55 »
Gegen das Rauschen könntest du auch mal versuchen, mit mehr Licht zu arbeiten. Solange es keine zu starken Reflexe gibt, kann man da auch noch dran drehen.

Die Vibrationsproblematik kann ich nicht in Ferndiagnose beurteilen, hat aber gute Chancen bei Bildbreiten unter 2mm die Hauptursache zu sein.

Ansonsten wäre noch zu prüfen, ob du mit dem aktuellen Vergrößerungsfaktor nicht schon jenseits der Möglichkeiten deiner Optik bist.


Offline Sebastian

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #9 am: 30 Mar 20, 22:56 »
Hallo,
Uwe hat völlig recht, iso 100 und dann Belichtungszeit anpassen. Liveview heißt leider nicht elektronischer Erster Verschluss (dies ist bei Canon der Fall, leider nicht mit allen Nikons). Dann muss man eh längere belichtungszeiten wählen, auch wenn dies äußere verwacklungen begünstigt.
Gruß Sebastian

Offline Lynx

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #10 am: 30 Mar 20, 23:34 »
Hallo zusammen

 war Iso 125 und nun iso 100. Hab nochmal umgebaut (von 2mm-> näher an 2.3mm Bildausschnitt (also Balgen verkürzt und gerade ausgerichtet), werd nun Raw vorher behandeln und dann tiffs stacken. bin gespannt was rauskommt... Wegen elektronischem Verschluss: das ist mir klar. Aber im Moment gibt es kein Budget für eine andere Kamera....

Ich werde berichten.

Gruß, Martin


Offline Embarak

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #11 am: 31 Mar 20, 00:35 »
Mein workflow ist etwas anders: Zerene kann kein RAW-Format. Zuerst die RAW's ohne Bearbeitung umwandeln in 16 bit-tif.
(Alle raws über die Bridge von Lightroom in Camera Raw gleichzeitig öffnen und als batch umwandeln und speichern,
Voreinstellungen von Camera Raw - ganz unten- auf 16-bit-tif Ausgabe einstellen.
16 bit tif enthält viel mehr Farbinformationen als 8 bit-tif oder jpg und ist viel besser geeignet für spätere Farbbearbeitung)
Die 16-bit-tif Bilder stacken und ebenfalls als 16-bit-tif speichern. Dann erst dieses gestackte Bild mit Camera Raw, daß in Lightroom enthalten sein sollte,
im ersten Schritt farblich bearbeiten und speichern, im 2.Schritt eine Kopie machen und schärfen und entrauschen.
(Ich mach's über Photoshop und Bridge, aber Camera Raw ist gleich.
Ich kombiniere häufig das geschärfte und das ungeschärfte Bild selektiv über Ebenen und Masken,
 denn es macht keinen Sinn, Bokeh-Bereiche nachzuschärfen, die bewusst unscharf sein sollen.

Ich warte übrigens nach jeder Fokusveränderung einige Sekunden bis zur Auslösung, damit Mikroschwingungen aufhören.
Zu schnelles Auslösen hat mir so manche Rohbilder-Serie verwackelt.

Gruß
Norbert

Offline Sebastian

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #12 am: 31 Mar 20, 08:10 »
Hallo Norbert,
I’m 16 bit tiff kann man verlustfrei hinterher alles bearbeiten, das stimmt.
Nur hinterher entrauschen macht wenig Sinn, denn durch das stacken verstärkst du ja das rauschen des Einzelbildes.
Du musst hinterher also viel mehr rauschen entfernen als am Einzelbild, was wesentlich mehr Artefakte produziert.
Schärfen etc. und auch final entrauschen macht man hinterher, nur die Rauschunterdrückung sollte vorher passieren.
Viele Grüße,
Sebastian

Offline Lynx

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #13 am: 31 Mar 20, 13:41 »
Hallo zusammen

Also.
Den Balgenauszug hab ich jetzt verkürzt, sodass das neue Bildfeld ziemlich gut 2.3 mm groß ist. Die optische Achse und die z-Trieb Achse sind nun auch weitgehend parallel, Iso 100, Spiegelvorauslösung und längeres Warten (mit Fernauslösung.

Jetzt hab ich zweimal gerechnet.
(1) 16bit Tiffs, vorher einzeln Farbangepasst und entrauscht (alle gleich) dann gestackt, dann Ausschnitt gewählt.
(2) .jpg, gestackt dann mit denselben Parameter wie (1) Farbe angepasst und entrauscht.
Jeweils kein Retouching.
Zunächst Ausschnitte.
06-26 Linarit 0mm6 aus Tiff-401: Methode 1
06-26 Linarit 0mm6 aus jpg-402: Methode 2

Mir scheint, Methode 1 bringt an manchen Stellen klarere Kanten. Die Farbtransparenz finde ich schöner. Was meint Ihr?

...

Offline Lynx

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Re: Bildqualität verbessern
« Antwort #14 am: 31 Mar 20, 13:46 »
...

Hier die gesamten Bilder (... diesmal nicht leinwandfüllend....),
wieder ist
06-26 Linarit 1mm7 aus Tiff-501: Methode1 (erst 16-bit Tiffs mit Farbanpassung und entrauscht...)
06-26 Linarit 1mm7 aus jpg-502: Methode2 (.jpg gestackt, danach Farbanpassung und entrauscht...)

Die Unterschiede sind mE. gar nicht so groß. ABER lustigerweise (und das sieht man nur an den Orignalbildern) weichen die Stackingergebnisse leicht voneinander ab....

Gruß, Martin

 

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