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Grüner Stein von der Ostsee

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Tycho88:
Moins,

Erstmal Danke für den Link, sieht Interessant aus. Da habe ich was für die Abendstunden ;)

Heißt das dann, das Porphyroblasten immer Psyeudos bei den Metamorphiten sind?
Wenn ich unterm Bino schaue, sehe ich dass die Spaltrichtungen alle in die gleiche Richtung innerhalb eines Kristalls verlaufen.
Wäre dann die Bezeichnung amphibolgeführter Gabbro dann besser? Ist das dann gleich einem Uralitgabbro?

Zum Magneten:
Der metallische Glanz bei Detail1 ist ein Amphibol der gerade zur richtigen Zeit unterm Bino reflektiert hat. Bei 01-Stein sieht man im Vordergrund auch einen glänzenden Kristall. Die Amphibole glänzen nicht alle gleichzeitig, da diese unterschiedlich hausgerichtet sind. Beim Drehen kommt der Glanz an den verschiedensten Stellen. Anfang dachte ich noch das nur vereinzelte der größeren Kristalle glitzern (und das ich so diese hätte differenzieren können) Habe dann aber festgestellt, das schlussendlich alle dieses Reflektionsverhalten aufweisen.

Der erste Versuch mittels Magneten hat nix gebracht. Werde ihn an ein Stück Schnur binden.

Zur UV Lampe
Hab noch keine in meinem Besitz. Mit Feltspatoide sind die Foide gemeint? Die wurden nur kurz in den praktische Übungen angerissen. Nach dem Motto: wenn ich jemanden durch die Prüfung rasseln will oder zwischen zwei Noten steht…

UV-Licht/Fluoreszenz ist also ein Indiez für Foide? Wieder was gelernt.

karlov:
Moinsen,

Porphyroblasten sind Kristalle, die bei der Metamorphose neu gewachsen sind. Pseudomorphosen sind Minerale, die den Platz (und die äußere Gestalt) eines anderen Minerals einnehmen. Deine Beschreibung spricht für Porphyroblasten, zeitgemäßer ist die Bezeichnung amphibol-porphyroblastischer Gabbro (oder Amphibolit?). Uralitgabbro ist eine veraltete Bezeichnung, ein ein Kennzeichen der Uraligabbros ist, dass Pyroxen durch faserige Hornblende ersetzt wurde.

Ich würde glatt um ein Bier wetten, das der Nachweis von Foiden mittels UV negativ ausfällt  >:D

felsenmammut:
Glück Auf!

Ich möchte Bedenken anmelden, dass der Porphyroblastenbegriff nur für metamorphe Gesteine gilt. Meiner Erfahrung nach (was man so liest und hört) gilt der Begriff ebenso für magmatische Gesteine. Bei den sedimentären Gesteinen ist er mir noch nicht begegnet, dafür der Begriff Klasten. Der Begriff Porphyr als Gesteinsbezeichnung wurde schon vor einiger Zeit diskreditiert, da er in der stetig weiterentwickelten petrographischen Systematisierung letztlich nur noch eine strukturelle Gefügebeschreibung darstellt und keine Auskunft über mineralische Zusammensetzung oder geologische Herkunft zulässt. Aber als Zusatz "porphyrisch" bei der Gesteinsbezeichnung ist er durchaus noch zulässig, z.B. bei porphyrischem Granit. Das porphyrische Gefüge unterteilt sich in die zwei strukturellen Bestandteile Porphyroblasten und Matrix. Wesentlicher Unterschied ist dabei, dass die Porphyroblasten deutlich größer/grobkörniger sind als die Matrix. Mineralogisch können Porphyroblasten das gleiche Mineral darstellen oder völlig andere Minerale.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut

karlov:
Moinmoin,
der Begriff blastisch ist Metamorphiten vorbehalten, also auch porphyroblastisch (sowie porphyroklastisch) als eine mögliche Erscheinungsform metamorpher Minerale. Die strukturellen Bestandteile des porphyrischen Gefüges sind Grundmasse/Matrix und Einsprenglinge/Phänokristen, nicht Porphyroblasten. Bei magmatischen Gesteinen spricht man nur von einem porphyrischen Gefüge. "Porphyr" ist keineswegs diskreditiert, weil wir als Sammler unser Funde fast ausschließlich nach makroskopischen Kriterien bestimmen. Der Begriff Porphyr sagte ja noch nie etwas über den Chemismus aus, es ist eben ein feinkörniger Vulkanit mit größeren Einsprenglingen. An dieser Stelle finde ich auch den Begriff "Porphyrit" -Porphyre mit Plagioklas-Einsprenglingen - durchaus handlich und verwendenswert, bis dann jemand im Labor das Gestein mal als Dacit oder Andesit bestimmen mag.

S.a. Vinx R Gesteinsbestimmung im Gelände, 3. Auflage 2011, S. 364 Metamorphite, S.  147 Magmatite.

Grüße,
karlov

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