Fossilien / Fossils / Fósiles > Jura / Jurassic
Ammoniten oder um welche Fossilien handelt es sich hier? / Dactylioceras
steinfroilein:
Ich wüßte gar nicht, wie ich da ran gehen sollte ....
Detlef:
Hallo Ingrid,
die bekante Fundstelle befindet sich am westl. Ortsrand von Dietzhof.
Von Forchheim kommend fährt man vor dem Ort auf den asphaltierten Feldweg und parkt dort. rechterhand geht ein nicht befestiger Feldweg nach ca. 20m von der Haupstraße ab. Die Äcker zwischen diesem Feldweg und der Haupstraße ist die bekanntesten Fundstelle. Am fündigsten wird man so Ende Oktober wenn gepflügt ist. Die Bauern hier verstehen noch etwas davon und pflügen bis zu einem halben Meter tief. Die besten Funde sind aus den oberen Schichten der Bank. Hier haben die Huminsäuren die Ammoniten bereits anpräpariert. Ansonsten findet man zwischen den Stoppeln des ungepflügten Feldes immer reichlich Material. Die dickeren Platten an denen man immer an den Seiten Ammoniten erkennt sind unpräparabel wie das ganze Material. Diese Platten wurden früher ebenfalls abgebaut und als geschliffener Werkstein gerne in Kirchen verbaut. Da Präparieren wie bereits erwänt nicht funktioniert, behilft man sich mit einem Hochdruckreiniger um Dreck und losen Sand wegzubekommen. Anschließen habe ich dan meine Stücke noch mit Haarlack eingesprüht um den Farbton zu vertiefen. Da im Atlas der Fundpunkt auf die Ortsmitte von Schlaifhausen gelegt wurde, hier findet man wohl nur die Kirche, habe ich die Koordinaten nach Dietzhof verschoben um den richtigen Fundort anzugeben.
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Bayern/Oberfranken%2C%20Bezirk/Forchheim%2C%20Landkreis/Wiesenthau/Schlaifhausen
Ach ja, nimm zum Suchen einen Eimer mit.
Gruß Frank-Detlef Paul
oliverOliver:
hallo Detlef,
danke für die Korrektur und die ausführliche Beschreibung -
allerdings liegt hier vmtl. ein kleines Mißverständnis vor.
Das
--- Zitat ---Ich wüßte gar nicht, wie ich da ran gehen sollte ....
--- Ende Zitat ---
von Ingrid bezog sich, glaube ich, aufs Präparieren, und nicht auf die Fundstelle ;)
Axinit:
Servus,
an dieser Stelle muss ich mich auch noch einmal einklinken.
Zur Praeparation von Dactylioceraten aus Schlaifhausen/Dietzhof (es gibt dort natuerlich auch andere Ammoniten, wenn auch in eher geringer Zahl):
Ausser sorgfaeltiges Waschen/Buersten/Dampfstrahlen laesst sich hier nur wenig bis nichts machen. Ich hoere immer wieder , dass man diesen oder jenen Ammoniten doch "besser" freilegen koennte.
Derartige Versuche erfordern entweder einen extremen Aufwand (mechanische Praeperation der extrem harten Matrix mit Diamant-Fraesern, oder sehr feinen Nadeln), sodass kaum jemand sich die Muehe macht, oder sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt ("quick & dirty laeuft hier nicht").
Bei Hildoceraten (z. B. Hildoceras bifrons von dort) mag eine mechanische Praeparation einfacher sein, da keine derart extrem feine und vor allem fragile Berippung vorliegt.
Zur Fundstelle:
Ich hatte das Glueck dort 1979 und 1981 gegen einen Obolus jeweils einige Stunden (!) graben zu duerfen. Dies ist vermutlich immer noch moeglich (der Besitzer erteilt moeglicherweise gegen Bezahlung eine Erlaubnis) - allerdings ist die FS seit Jahrzehnten durch kommerzielle (Raub)Grabungen weitestgehend erschoepft.
Es gab in den 2000er Jahren kurzfristig noch einmal gute Fundmoeglichkeiten anlaesslich des Baues eines Flurbereinigungsweges.
Funde, die beim oder vielmehr nach dem (Tief)Pfluegen (findet eher selten statt) gemacht werden koennen, sind fast immer kleinstueckig und oft/meist massiv beschaedigt. Es mag Ausnahmen geben, aber aesthetisch ansprechende, groessere Platten wurden m. W. immer ergraben.
Ich schreibe dies, um eventuell aufkommende, falsche Eindruecke zu korrigieren. Ich habe die FS nach laengerer Sammel-Abstinenz seit dem Jahr 2000 des Oefteren besucht (mit Eimer). Die Funde, die ich bei diesen Gelegenheiten machen konnte, hatten ausschliesslich Beleg-Charakter und sind mit denen aus den 80er Jahren nicht vergleichbar.
Dies ist leider so und wird sich auch aller Voraussicht nach nicht mehr aendern. Das Buch "Frankenjura" von A.E. Richter gibt noch weitere, kundige Informationen zur Geologie und den Fundumstaenden dieser Oertlichkeit.
Natuerlich lohnt die Fraenkische Schweiz IMMER einen Umweg. Es gibt dort noch genuegend andere FO, eine weite Anfahrt nur der Aecker wegen lohnt m. E. kaum.
GA
Harald
steinfroilein:
Uih, das war nun aber interessant, die FO näher beschrieben zu bekommen. Lieben Dank.
Gebürstet habe ich schon, da bröselt immer noch was weg.
Mal sehen, von wem ich mir einen Hochdruckreiniger ausleihen kann ....
In Dotternhausen gibt es praktischerweise sogar eine Wasserstelle am Klopfplatz, von daher sind Eimer samt Wasserkanister und ausreichend Kartonagen immer im Auto, wenn auf Fossilien- und auch Mineraliensuche (Die Grube Clara liegt ja in der Nähe von Dotternhausen - nur 1/2 Std. Autobahn weg).
Nach Nürnberg muß ich eh mal wieder dringend, von daher werde ich dann mal einen Abstecher nach Dietzhof unternehmen. Schauen schadet nichts und mir reichen ja auch schon Übrigbleibsel anderer, meine Erwartungen sind da noch nicht so hoch.
Muß nur noch etwas warten, denn derzeit schränkt man sich ja zuhause etwas ein.
Von daher ganz dicken Dank an alle, die mitlesen und mitschreiben.
Bleibt mer alle gsund,
Ingrid
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln